Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht vollkommen anonym nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. ACHTUNG: Wir können an Sie nur eine Antwort senden, wenn Sie ihre Mail Adresse mitschicken, die wir sonst nicht kennen!
unbekannter Gast

Einstimmung#

Heilkräuter

Der Größte ist der, der die Natur und die Wunder weiß, lernt und erfährt. Der nichts kann, noch erfährt, noch weiß, ist tot
Paracelsus

Heilpflanzen werden seit tausenden von Jahren eingesetzt und waren nie wirklich vergessen, wohl aber zurückgedrängt. Die Erfahrung mit ihnen gründet sich auf berühmte Namen wie Pythagoras, Galen oder Hippokrates, aber auch auf die Beobachtungen, die berühmte Biologen oder Mediziner über Jahrhunderte hinweg gemacht haben, es sind auch etliche aus dem vergangenen Jahrhundert dabei.

Heilkräuter haben vielen Kranken die völlige Gesundheit zurückgegeben. Sie haben das Lebensglück und die Lebenskraft vieler Menschen bis ins hohe Alter unterstützt. Mit den Pflanzen ist man auf dem rechten Weg und persönliches Wissen und Erfahren ihrer Wirkungen sind die Meilensteine auf der Gesundheitsstraße, die in ein lebenswertes Alter führt. Heilkrauter sind aus allen Prüfungen, denen man sie unterzogen hat, immer als Sieger hervorgegangen. Und sie werden weiter Sieger bleiben, sie sind die mit allen guten Mächten ausgestatteten Energien, die unsere Yollkommenheit unterstützen.

Einem jeglichen Land wächst seine Krankheit selbst und auch seine Arznei selbst.
Paracelsus

Nie zuvor hat es solche Möglichkeiten gegeben wie heute: Wir reisen zu den entferntesten Winkeln der Welt und lernen Regionen kennen - die unseren Vorfahren noch verschlossen waren. Dies erweitert natürlich auch unseren heilpflanzlichen Radius. Während bis vor einigen Jahrzehnten noch die strikte Regelung galt, ausschließlich das zu verwenden, was Mutter Natur vor der eigenen Haustüre bietet, greift man heute auf vielerlei Pflanzen zurück, die nicht bei uns heimisch sind. Die Welt ist klein geworden, sie ist - scheinbar - geschrumpft. Heute liegt namlich fast alles vor unserer Haustüre. Im 19. Jh. benötigte man für die Entfernung Linz - Wien etwa 2 Tage, je nachdem, wie sehr die Rosse angetrieben wurden. Heute kann man - per Flugzeug - in der selben Zeit den Erdball umkreisen.

Viele der Heilkrauter und Nutzpflanzen, die uns selbstverständlich sind und in unseren Garten wachsen, stammen ursprünglich ausweit entfernten Regionen. Sie wurden während einer Eiszeit nach Mitteleuropa transportiert, sie wurden aus anderen Kontinenten eingeführt, sie verbreiteten sich unbeabsichtigt als Samen-Mitbringsel von langen Reisen - und das weltweit. Viele der eingebürgerten Heilpflanzen stammen ursprünglich aus Nord- oder Südamerika, aus dem Orient oder aus China. Sie wachsen gern und üppig in unseren Garten und fühlen sich ausgesprochen wohl, manche von ihnen sogar so sehr, dass sie mit den ursprünglich heimischen Pflanzen in eine Art Verdrängungswettbewerb treten.

Mächtige Pflanzen, mit den Heileigenschaften, die wir Menschen heute brauchen, finden einen Weg, sich zu offenbaren. Deshalb waren wir hellhörig, wenn über neue Wundermittel aus fernen Landern berichtet wurde und haben diese Pflanzen in unser Lexikon aufgenommen. Viele dieser Kräuter wachsen bei einiger Pflege auch bei uns, dies haben findige Gärtner längst entdeckt und bieten Jungpflanzen-Spezialitäten in ihren Gärtnereien an. Dies soll nicht heißen, wir sollen uns nur auf diese neuen Pflanzengruppen stürzen und das, was bescheiden bereits seit Jahrhunderten am Wegrand wächst, aus dem Auge verlieren. Ganz im Gegenteil! Aber immer dann, wenn ein Mensch, der sein Heilmittel unter den Pflanzen sucht, mehrere Male auf ein bestimmtes Kraut aufmerksam wird, das kann auf unterschiedlichste Weise geschehen, sollte er sich diese Pflanze näher ansehen können. Es kann nämlich ein Hinweis aus dem Unbewussten (viele nennen es Engelwelt) sein.


Viele von uns, die einen Urlaub in einem anderen Kontinent verbrachten, fühlten sich dort auf eine Weise wohl und fanden sich zurecht, die ungewöhnlich war. Sie wollen immer wieder dort hin zurückkehren, ein geheimnisvolles Band verbindet sie mit diesen Orten. Sie fühlen sich natürlich auch besonders zu den Pflanzen dieser Regionen hingezogen. Wer von uns kann wirklich mit Sicherheit behaupten, dass dies nicht seinen Sinn hatte? Auch für diese Menschen haben wir uns um Vollständigkeit bemüht, wiewohl wir natürlich nicht alle Heilpflanzen

der Erde auflisten konnten - nurjene, die in den Jahren als herausragend aufgetreten sind und sich der Menschheit mitteilten.

Seit man 1804 das Alkaloid Morphin aus der Mohnpflanze und 1820 Chinin aus der China- rinde isoliert hatte, wurde es Usus, eine rein phy- sikalische Erklarung c'1. •' • ieistoffe anzustreben. Tausende Stoffe sind seitdem aus Pflanzen isoliert und nachgebautworden. Wie kann man da noch von einer besonderen Qualitat eines lebenden Or- ganismus, wie es eine Heilpflanze ist, reden?

Viele Jahre wurde der Gebrauch von Heilpflan- zen u,: -Volksmedizin« hochmutig abgetan. Men- schen, die sich dennoch den Pflanzen zuwandten, den (Un-)Krautern einen Platz in ihrem Garten und in ihrem Herzen einraumten, wurden belachelt. Das hat sich in letzter Zeit grundlich geandert, denn trotz aller gegenteiligen Versicherungen der Chemiker hat sich herausgestellt, dass einzein isolierte Wirkstoffe einer Pflanze nicht dieselbe Wirkung haben wie das ganze Heilkraut. Johan- na Paungger fasst das in ihrem Buch »Aus eigener Kraft« in folgendes Bild: »Wer ein Heilkraut in seine Bestandteile zerlegt ": i° Wirkstoff'- i^- rauszulosen, der handelt wie jemand, der einen Singvogel zerlegt, um hinter das Geheimnis seines Gesangs zu kommen.«

Man bekommt heute in jeder Apotheke (auch Hausapotheke) Tees von einer Vielzahl von Pflan- zen. Zunehmend werden Kapsein, Tinkturen, Ex- trakte, Salben, Safte, und vieles mehraus Krautern angeboten und verschrieben. Krauter sind salon- fahig geworden. Viele der »Zauberkrafte« eines Krautes lassen sich heute wissenschaftlich exakt erklaren, manche »Heilkraft« lasst sich durch das personliche Gefuhl, durch die Sympathie, die den einzelnen zu einer bestimmten Pflanze hinzieht, nachvollziehen. Aber es ware naturlich leichtsin- nig, wollte man uber den selbst verschriebenen Krauteranwendungen eine Therapieform versau- men, die eine effizientere und bessere Behandlung einer Krankheit ermoglicht. Krauter helfen zwar, heil zu bleiben, die langjahrigen Fehler einer un- gesunden Lebensfuhrungjedoch konnen sie nicht uber Nacht ruckgangig machen.

Wenn es fur Sie stimmt, dass Sie Ihre person- liche Gesundheit nicht nur als Auftrag an einige Spezialisten verstehen wollen, sondern dieVerant- wortung dafur selbst ubernehmen, werden Sie mit Hilfe dieses Buches manchen verloren gegangenen Kontakt mit der Natur wieder knupfen konnen und die Fahigkeiten, die Sie schon immer besaBen, anwenden lernen. Die echten Segnungen, die uns unsere Welt gebracht hat, mussen deshalb nicht

uber Bord geworfen werden. Eventuell schaffen Sie in Ihrer Wohnung Platz, indem Sie einige unnutze Dinge hinaus werfen und einen Schrank mit Ihren Krautervorraten fullen.

Einige Pflanzen in diesem Buch sind rundherum cuftiq. Wir beschreiben sie trotzdem ausfuhrlich, '- ei ; i sie sind zumeist auBergewohnlich schon und haben ihren Sinn und Platz unter den Krautern in unserem Garten, der Erde.

Eine ganze Reihe der beschriebenen Pflanzen ist strong geschutzt und darf in d:_ .,• ,,ir nicht mehr gesammelt werden. Versuchen Sie, Samen oder Ableger zu bekommen, und siedein Sie diese Krauter in Ihrer Umgebung an.

Auch Sie konnen aus dem vollen Krautertopf der Natur schopfen. Seit Jahrtausenden wird er in der Volksmedizin angewandt und wirkt fur unsere seelische und korperliche Gesundheit. Das Wissen uber Aussehen und Wirkung der einzelnen Heil- und Nutzpflanzen finden Sie auf den folgenden Seiten. Treten Sie ihnen mit Respekt entgegen, ge- ben Sie ihnen in Ihrem Garten ein Zuhause, beugen Sie durch richtige Krauterernahrung einem Mangel an Mineralstoffen und Spurenelementen vor, denn Krauter sind ebenso hochwertige Nahrungsmittel wie Heilmittel.

Ein Krauterbuch kann keinen Arzt ersel7'-' ; i-'rid oft auch keine Apotheke. Aber es kann den Men- schen zeigen, wie man sich in Notfallen und bei leichteren Krankheiten und Wehwehchen selbst helfen kann. Es gibtja auch Situationen, wo Arzt oder Apotheke nicht zu erreichen sind. Dann ist es gut, wenn man auf die Hilfe der Heiler des lieben Gottes zuruckgreifen kann. AuBeru^i ; i v auf die Weisheit unserer Vorfahren, die oft recht gut uber die Wirksamkeit der »Hausmittel« Bescheid wussten.

Wir haben uns bemuht, diese alien Rezepte und Tipps weiterzugeben. Auch Sie sollten das tun, damit altes Wissen aus unserer eigenen Kultur nicht verloren geht.

Wir mochten bei dieser Gelegenheit unserem Lehrer Ignaz Schlifni (Grander der Krautergemein- schaft FNL, Freunde naturgemaBer Lebensweise) herzlich fur die vielen Stunden danken, die wir mit ihm in angeregtem Gesprach verbringen durften. Er hat uns unschatzbares botanisches Wissen ver- mittelt und den Weg zu unserer groBen Liebe, den Krautern, gewiesen.

MOGE UNSERE ARBETT AUF FRUCHTBARES ERDREICH FALLEN.

22