Die Familie Mozart feiert Weynachten#
Von Ernst LanzMusikexperten versuchten stets Vorbild für das Stille Nacht zu finden. Aber keine Melodienfolge, wenn auch nur in wenigen Takten bot sich dar. Vielleicht laut Hildesheimer (1977) die ersten Takte des von Mozart 1776 geschriebene Bläser-Divertimento in Es (KV 252 (=240a) [2] und laut Haid (1986) ein damals bekanntes Neujahrslied, das von Kindern gesungen wurde.[3] Mozart hatte ein beeindruckendes Musikgehör, eher -gedächtnis. Weihnachten und Neujahr liegen eng zusammen. Später werden sich Beethoven und Wagner für die ersten Takte des Divertimentos interessieren.
Im Januar 1776 komponierte Wolfgang Amadé Mozart ein Bläser-Divertimento für zwei Oboen, zwei Hörner und zwei Fagotte. (Köchelverzeichnis 240a = KV 252 Mozart-Verzeichnis Nr. 9);[2] Mozart hatte die Melodie offenbar von einem Volkslied, genauer gesagt von einem Neujahrslied, das von Kindern gesungen wurde.[3] Weihnachten und Neujahr liegen knapp zusammen. Später wurde das Divertimento, besonders seine ersten Takte zur Vorlage des Weltweihnachtsliedes "Stille Nacht Heilige Nacht". Die Melodie hatte der Lehrer und Organist von Arnsdorf, Franz Xaver Gruber 1818, nach einem von Priester Joseph Mohr (1816) vorgelegten Text - vielleicht auch schon mit Melodie - geschaffen. Danach interessierten sich noch ein Ludwig van Beethoven und ein Richard Wagner für die ersten Takte des Mozart'schen Divertimento.
Weihnachten als Fest gab es schon immer, jedoch wurde es nicht so gefeiert wie heute. Die eigentliche Bescherung gab's schon am 5./6. Dezember zu. St. Nikolaus. Und der Jahreswechsel war eher ein ruhiger Tag und allerhöchstens wünschten sich die Menschen alles Gute zum neuen Jahr.
Im ausklingenden 18. Jahrhundert beschrieb Goethe in seinem Brief-Roman "Werther" (Leipzig 1774) ein Familienfest mit Lichterbaum.
Am 22. Dezember 1781 schrieb Wolfgang Amadé Mozart an seinem Vater Leopold Mozart, dass er sich verlobt habe, und zwar mit Mademoisselle Constanze Weber.[4]
Seit dem 14. Dezember 1784 gehörte Mozart der Freimaurerloge „Zur Wohlthätigkeit“ wie sein engster Freund Joseph Haydn an.
Ernst Lanz 2018-2019
Anmerkungen
[1] Vgl. Johann Heinrich ZEDLER, Grosses vollständiges Universal-Lexikon Aller Wissenschaften und Künste …, Artikel "Weyhnachten", Spalte 1209 - Für mich war lediglich die Tatsache interessant, dass in Rom über den Geburtstermin Jesu von Nazareth in Theologenkreisen diskutiert wurde. Deswegen auch dieses skurrile und nicht gerade kunstvolle Essay - Ernst Lanz
[2] Vgl. Wolfgang Hildesheimer, Mozart. Frankfurt am Main 1977, Seite 213
[3] Gerlinde Haid, Wir bringen dem Kindlein ein Lied dar. In: Präsent. Dezember 1986
[4] Inhalte der Briefe siehe Mozart. Briefe und Aufzeichnungen. Gesamtausgabe. Hrsg.: Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg 2005
Weiterführendes
- Mozart, Wolfgang Amadeus/Biographien
- Mozart Skizzen eines Musikerleben (Essays von Lanz E.)
- Das Wien in der Zeit von Wolfgang Amadé Mozart (Essay von Lanz E.)






