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Aschenmann #

Ferdinand Raimund als 'Aschenmann', 1826

Zu den so genannten Volkstypen, denen ein literarisches Denkmal gesetzt wurde, gehört der Aschenmann. Ferdinand Raimund (1790-1836) ließ ihn im Zaubermärchen "Der Bauer als Millionär" (1826) auftreten: Fortunatus Wurzel, der unverhofft zum Millionär wird, verliert Reichtum und Jugend und muss sich als alter Aschenmann durchbringen. Dank der Hilfe aus dem Feenreich wird er wieder ein glücklicher Bauer. Das bekannte Aschenlied hat der Dichter selbst komponiert. 

Der Beruf des Aschenmanns bot im 18. und 19. Jahrhundert, als man in Wien mit Holz heizte, Angehörigen der unteren Schichten ein bescheidenes Einkommen. Sie besuchten ein bestimmtes Gebiet und machten mit dem Ruf "(K)ein' Aschen" auf ihr Kommen aufmerksam. Mit einer Krücke holten sie die Holzasche aus dem Herd und füllten diese in die Butte, die sie auf dem Rücken trugen. Sie zahlten ein geringes Entgelt und verkauften den Rohstoff an Seifensieder und Leinwandbleicher. Die ärmlich gekleideten Hausierer trugen Fürtuch (Schürze) und breitrandigen Hut. So zeigt Moritz Schwinds bekannte Darstellung Ferdinand Raimund in dieser Rolle.


Quellen:
Walter Deutsch - Helga Maria Wolf: Menschen und Melodien im alten Österreich. Wien 1998. S 31
Otto Krammer: Wiener Volkstypen. Wien 1983. S. 3 f.

Bild:
Ferdinand Raimund als "Aschenmann", 1826. Gemeinfrei