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Orgel#

Bild 'Orgel'
Die Orgel (griechisch órganon - Werkzeug) ist ein über Tasten spielbares Musikinstrument. Sie gehört zu den Aerophonen. Ein Ton entsteht, wenn eine Luftsäule in der Pfeife zum Schwingen gebracht wird. Die Pfeifen werden über eine oder mehrere Klaviaturen, Manuale und das Pedal, angesteuert. Dabei wird der Druck auf die Taste über die Traktur mechanisch, pneumatisch oder elektrisch zu den Ventilen unter den Pfeifen geleitet. 

Orgeln sind seit der Antike bekannt. Das erste orgelartige Instrument konstruierte um 246 v. Chr. Ktesibios, ein Ingenieur aus Alexandrien. Er erzeugte mit Hilfe von Wasser gleichmäßigen Winddruck in bronzenen Spielpfeifen. Die Römer übernahmen die Orgel von den Griechen als profanes Instrument u.a. bei Darbietungen in der Arena. Deshalb lehnten sie die frühen Christen ab. Das byzantinische Reich verwendete das Instrument für kaiserlichen Zeremonien und kirchliche Feierlichkeiten. Die vermutlich erste in Westeuropa hergestellte Orgel ließ Kaiser Ludwig der Fromme (778-840) im Jahr 826 für seine Pfalz in Aachen anfertigen. Danach begannen (Bischofs-)Kirchen Orgeln anzuschaffen, Klosterkirchen wohl erst ab dem 11. Jahrhundert. In der Hochrenaissance sollte der Klang der Kirchenorgel die damals üblichen Instrumente nachahmen, vor allem Blasinstrumente. Bei Orgeln aus der Barockzeit kann man die Register nach Klangfarbe und Verwendung in drei funktionelle Gruppen einteilen: „Orgelklang“ - Plenum, flötenartige Töne - solistische Stimmen. Nachdem die Orgel in der Zeit der frühen Klassik an Aufmerksamkeit verlor, entstand im 19. Jahrhundert mit der romantischen Orgel ein vollkommen anderes, orchestrales Klangideal.

Seit 4. Oktober 2020 ist die erneuerte Riesenorgel im Stephansdom in Betrieb. Das Instrument hat 130 Register, zusammen mit der Chororgel kann es vom beweglichen Zentralspieltisch mit 5 Manualen oder vom baugleichen Zentralspieltisch auf der Westempore gespielt werden – beide Orgeln verfügen über insgesamt 185 Register und 12.616 Pfeifen und zählen zu den größten Europas. Die neue Wiener Domorgel ersetzt die nach Brand im Zweiten Weltkrieg angeschaffte Orgel, die 1960 bis 1990 in Betrieb war. Johann M. Kauffmann hatte diese mit vier Manualen, 125 Registern und 10.000 Pfeifen erbaut. Seit 2017 schuf die Firma Rieger aus Schwarzach in Vorarlberg das neue Instrument. Dazu waren 50.000 Arbeitsstunden nötig. Ein Großteil der Pfeifen wurde wieder verwendet, jedoch ermöglicht eine andere Aufstellung der Register ein neues Klangkonzept. Die Mittel von rund 3 Mio. € wurden von privaten Spendern (Spendenkampagne des Vereins „Unser Stephansdom“), Bundesregierung und Bundesländern aufgebracht.

Die weltweit größte, 150 Tonnen schwere Orgel befindet sich in der Boardwalk Hall in Atlantic City (USA), die größte Domorgel der Welt bilden die fünf Einzelinstrumente im Passauer Stephansdom. Als Patronin der Kirchenmusik hat die hl. Cäcilia eine Orgel als Attribut.


Quellen:
Wikipedia: Orgel (Stand 23.1.2019)
Riesenorgel, publiziert 29.9.2020

Bild:
Spieltisch der alten Schubertorgel. Aus: Entstehen und Werden der Liechtentaler Pfarrkirche ... Hg. Oskar Hinterberger, Wien 1931


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