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Silber#

Silber

Silber (Ag, argentum) ist ein weiches Edelmetall, das seit dem 5. vorchristlichen Jahrtausend verarbeitet wird. Obwohl es zwanzig mal häufiger vorkommt als Gold, galt es zeitweise wertvoller als dieses. 

Im Mittelalter wurden Silbererzvorkommen in Österreich, Deutschland, Böhmen und der Slowakei entdeckt. 80 % des damaligen Silbers kam aus Schwaz (Tirol). Zur Blütezeit im 15. und 16. Jahrhundert war Schwaz die größte Bergbaumetropole Europas und mit 20.000 Einwohnern nach Wien die zweitgrößte Stadt der Habsburgermonarchie. 

Am wichtigsten war die Herstellung von Silbermünzen (Taler) als Zahlungsmittel. Der Münzwert entsprach weitgehend dem Metallwert (Kurantmünze). Die Silberdeckung änderte sich 1870/71 zu Gunsten des Goldes. Silber verlor seine wirtschaftliche Bedeutung, das Wertverhältnis sank von 1:14, einige Zeit auf 1:100 Weitere Verwendungsmöglichkeiten waren Schmuck, Tafelsilber und Geräte für den kirchlichen Gebrauch. 

In der populären Vorstellung sollte Silber Dämonen und Krankheiten abwehren. Durch mehrere Generationen vererbtes Silber galt als besonders wirksam, auch die Kugel des Freischützen war aus Erbsilber. Silberne Ohrringe vermeiden angeblich Zahnschmerzen, Silberringe dienten zur Heilpraktik des Wendens, Silberstaub sollte angehexte Krankheiten bei Menschen und Tieren heilen. 

Poetisch wird "Silber" gerne gebraucht: "Wie Silber glänzen". Ein "silbernes Lachen" oder eine "silberne Stimme" zu haben gilt als Kompliment, der "Silberblick" umschreibt hingegen das Schielen. Den "Silberstreif am Horizont" sah zuerst der deutsche Politiker Gustav Stresemann, 1924 für die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Etwas "versilbern" heißt, es zu Geld machen. So "versilberte" Simplicissimus im Schelmenroman aus dem 30-jährigen Krieg seine Pferde. In Wien gab es die Berufsbezeichnung "Bierversilberer". Neuerdings wird "Silber /silver" als Umschreibung für die Seniorengeneration verwendet, von "Silberlöckchen" für alte Damen bis "Silver Sex".


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 739
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1937/1987. Bd. 8 / Sp. 1f.
Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg/Br. 1992. Bd. 3 / S. 1478

Bild: Silbermünzen mit Portrait Kaiser Franz Josephs, 1 und 5 Kronen, Österreich und Ungarn, 1914. Foto: Helga Maria Wolf


Siehe auch:
--> Silberbrenner