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Wiener Zither#

Sondermarke#

Briefmarke, Wiener Zither
© Österreichische Post

Gezupfter Wohlklang#

Die Marke aus der Serie „Musikinstrumente“ stellt diesmal ein Instrument vor, das untrennbar mit der Wiener Musikkultur verbunden ist: die Wiener Zither. Sie bezaubert durch ihren weichen, ruhigen Klang.

Der Begriff Zither geht auf das griechische Wort kithara zurück, von dem sich auch der Name der Gitarre ableitet. Vereinfacht gesagt besteht die Zither aus einem flachen hölzernen Kasten, über den Saiten gespannt sind. Das Griffbrett ist in Bünde unterteilt, es dient zum Spielen der Melodie. Dabei werden die Saiten mit einem Zitherring am rechten Daumen gespielt, während die Finger der anderen Hand die Bünde greifen. Die dahinter liegenden Freisaiten für die Begleitung werden mit den Fingern der Spielhand gezupft.

Die Wiener Zither#

Im 19. Jahrhundert gelangte die Zither aus dem ländlichen Raum auch in die Städte, wo sie vorerst vorwiegend in Gasthäusern gespielt wurde. Einer der ersten Zithervirtuosen war Johann Petzmayer, der am Hof des bayerischen Herzogs Max, dem Vater der späteren Kaiserin Elisabeth, tätig war und das Instrument hoffähig machte – auch Sisi lernte das Zitherspielen. Der Komponist und Musiker Carl Ignaz Umlauf veranstaltete 1856 erstmals ein Zitherkonzert im Wiener Musikverein, damit war das Instrument endgültig auch in der klassischen Musik etabliert. Er war es auch, der die Wiener Stimmung der Zither entwickelte, die durch die charakteristische Besaitung und Spielweise entstand. Die Wiener Zither war bald auch das „Klavier des kleinen Mannes“ – sowohl im Bürgertum als auch in der Arbeiterschaft. In der Volks- und Hausmusik sowie in Zithervereinen erfüllt sie bis heute eine wichtige soziale und identitätsstiftende Funktion, deshalb wurde die „Wiener Stimmung und Spielweise der Zither“ im Jahr 2017 von der UNESCO in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Die Wiener Zither ist heute in der klassischen Musik ebenso wie in der Volksmusik und im Wienerlied sowie auch im Jazz, Rock und Pop etabliert. Johann Strauss setzte die Zither in einem Solo in seinem Walzer „Geschichten aus dem Wienerwald“ ein. Weltbekannt ist das Zitherspiel von Anton Karas im oscarprämierten und im Wien der Nachkriegszeit spielenden Film „Der dritte Mann“ aus dem Jahr 1949.

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