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Der Graf von Breuner stiftet ein Kloster#

Zwei Jubiläen werden heuer in Mautern gefeiert und reißen die Grafen von Breuner und das alte Kloster von Mautern aus der Vergessenheit der Geschichte.#


Von Robert Engele mit freundlicher Genehmigung der Kleinen Zeitung


Carl Gottfried Graf Breuner (1619-1675)
Carl Gottfried Graf Breuner (1619-1675)
Foto: JOSEF RIEMELMOSER

Carl Gottfried, des Heiligen Römischen Reichs Graf Breuner (1619-1675), war nicht nur edler Herr zu Staatz, Freiherr zu Stübing, Fladnitz und Rabenstein, sondern auch Herr der Herrschaften Ehrnau, Kammerstein, Kaisersberg, Waldschach, Weinburg, Ragitscha und Arnfels, dazu Erbkämmerer in Österreich unter der Enns und oberster Erbkämmerer der gefürsteten Grafschaft Görz sowie Hofkammerpräsident. Nach dem Genealogischen Handbuch des Adels gehört sein Geschlecht zum steirischen Uradel und stammt aus der Prein an der Rax.

Dieser edle Herr wurde also vor 400 Jahren geboren und stiftete vor 350 Jahren in Mautern, das sich der ganz besonderen Fürsorge der Grafenfamilie erfreute, ein Franziskanerkloster samt Kirche „in honorem St. Barbarae“. Auch das Schloss Ehrnau baute er zum Familiensitz in die heutige Form um. Graf Carl Gottfried heiratete Maria Anna Gräfin von Meggau, deren frommer Sinn die Entschlüsse und Handlungen ihres Gemahls sehr beeinflusste. Da die Ehe kinderlos blieb, beschloss das Ehepaar, einen Teil ihres Reichtums der Kirche zu widmen. Während eines Aufenthaltes im Grazer Familienhaus an der Ecke Herren- und Stempfergasse, dem sogenannten Palais Breuner, in dem heute die Firmen Klammerth und Fielmann untergebracht sind, führte der Graf mehrfach Besprechungen mit dem Guardian des Grazer Franziskanerklosters über die künftige Stiftung eines Klosters in Mautern. Am 17. Jänner 1669 teilte Graf Breuner dem Ordenskapitel der österreichischen Provinz in Wien seinen Plan mit und stellte auch an den Erzbischof von Salzburg das Ansuchen um eine Klostergründung sowie die Erwerbung eines zur Pfarrkirche gehörigen Grundstücks, des sogenannten Salberangers, als Bauplatz. Im Frühjahr 1669 wollte der Graf schon mit dem Bau beginnen, aber die Verhandlungen über den Kauf des Baugrunds verzögerten sich und seine Gattin verstarb überraschend in Graz. Im Juli endlich kam der Graf in den Besitz des Salberangers und am 27. Oktober 1669 fand die feierliche Grundsteinlegung des Klosters durch Raimund Abt von Admont statt. Inzwischen hatte Graf Breuner Maria Magdalena, geborene Freyin von Gaißruck, geheiratet, doch auch diese Ehe blieb kinderlos. So bestimmte er seinen Neffen Carl Weichard Graf von Breuner, den Sohn seines Bruders Ferdinand, zum Erben seiner großen Herrschaften und aller Familiengüter. Auch die Existenz des Klosters sicherte er mit einer Stiftungsurkunde, durch die er sich und seine Erben auf immerwährende Zeiten zur Unterstützung seiner Stiftung, zum Erhalt des Klosters und Unterhalt der Ordensbrüder verpflichtete. Aber Carl Gottfried Graf Breuner erlebte die Vollendung seines Klosterbaus nicht, da er an einem „Schlagfluß den 23. July 1675“ in Graz verstarb. Sein einbalsamierter Leichnam wurde in einem kupfernen Sarg provisorisch in der St. Jakob-Kapelle der Franziskanerkirche in Graz beigesetzt, im Jahr 1676 kurz nach der Weihe der Kirche aber nach Mautern in die Familiengruft gebracht und hier unter dem Hochaltar bestattet, berichtet Sepp Orasche, der sich durch seine Recherchen große Verdienste um die Erforschung der Historie des Klosters und der Grafen Breuner erworben hat.

1827 starb dann die steirische Linie der Grafen von Breuner aus, sie hatte drei Landeshauptleute hervorgebracht, darunter auch Carl Weichard, den erwähnten Neffen und Erben von Graf Carl Gottfried. Das Kloster war bis 1807 ein Franziskanerkloster, danach bis 1972 Redemptoristenkloster. Seither sind Kirche und ehemaliges Klostergebäude im Besitz der Marktgemeinde Mautern.

Wappen der Grafen Breuner
Wappen der Grafen Breuner
Foto: ENGELE
Innenhof des Palais Breuner in Graz, heute Generali-Hof
Innenhof des Palais Breuner in Graz, heute Generali-Hof
Foto: ENGELE
Franziskanerkloster Mautern, Stich von Herzog
Franziskanerkloster Mautern, Stich von Herzog
Foto: JOSEF RIEMELMOSER


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© "Damals in Graz", Dr. Robert Engele