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Das neue Buch von Sarrazin#

Kurzbericht von H. Maurer

Ausgangspunkt#

Das neue Buch von Thilo Sarrazin: "Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" - inzwischen ein Bestseller - wird in vielen Rezensionen scharf verurteilt. Auch der Beitrag in der Wiener Zeitung ist nicht positiv, aber doch etwas neutraler und sagt z.B.: Das größte Problem an Thilo Sarrazin: Er sagt die Wahrheit. Vereinfacht, zugespitzt, überzeichnet und mit großen blinden Flecken. Aber nicht erfunden oder aus Verschwörungstheorien ersponnen.

Jeder, der die "Morning Briefing" von Gabor Steingart kennt, schätzt seine geschliffene Sprache und seine profunden Aussagen. Steingart berichtet untenstehend nicht über den Inhalt des Buches, sondern über einige Reaktionen dazu in seinem Morning Briefing vom 31.8. Ich freue mich, dass Steinhart mir gestattet hat, einen Auszug aus seinem Briefing hier im Austria-Forum zu präsentieren

Aus dem Morning Briefing von Gabor Steingart vom 31. 8. 2018:#

Achtung: (...) zeigen Auslassungen an dieser Stelle

"Gestern hatte Thilo Sarrazin seinen großen Auftritt. Acht Jahre nachdem sich Deutschland abgeschafft hat, wird es nun feindlich übernommen, meint jedenfalls der ehemalige SPD-Finanzsenator, ehemalige Bundesbank-Vorstand und nun leidenschaftliche Hobby-Islamwissenschaftler. Sarrazin breitete voller Stolz vor der Hauptstadtpresse jene Perlen aus, die ihm beim Lesen des Korans in die Hände gefallen sind. Kurt Tucholsky kannte das Phänomen: „Auf nichts ist der Mensch so stolz wie auf das, was er seit zwei Minuten weiß.“

Über das Sarrazin-Buch, das ich noch nicht gelesen habe, soll hier nicht geurteilt werden. Doch zwei Beobachtungen sprangen gestern bei der Buchvorstellung und heute bei der Zeitungslektüre ins Auge.

Erstens: Sarrazin wirkt selbstgewisser denn je. Die Ächtung durch große Teile der Öffentlichkeit hat ihm nicht gut getan. Wie ein Einsiedler lebt er offenbar ein Leben tief im Innern der eigenen Echokammer. Die Geräusche der Außenwelt dringen kaum noch an sein Ohr. (....) In einem innigen Akt der Selbstliebe hat er sich mit seinen Thesen vereinigt.

Zweitens: Die Medien treten dem Mann wie ein Kollektiv von Scharfrichtern gegenüber. Keine Gnade nirgends. Das Buch sei so sinnvoll wie ein Ausbruch des Ebola-Virus, findet die „Süddeutsche Zeitung“. Sarrazin übernehme die Logik der salafistischen Prediger, meint die „taz“. Dass sein jüngstes Buch die Bestseller-Liste anführt, noch bevor es in den Buchläden ist, kann niemanden beeindrucken."

Schlussbemerkung#

Es ist interessant, dass ein Buch, das viele (nicht alle) Fakten korrekt darstellt und damit durchaus aufwühlen kann (gefährlich?) auf breite Ablehnung in den Medien stößt. Die Ablehnung ist auch insofern interessant, als in kürzester Zeit auf Amazon 142 Leserrezensionen erschienen sind, von denen 75% die beste Note (5 Sterne) geben und das Buch unbedingt empfehlen und ihre Rezensionen von vielen (ca. 900 bisher) unterstützt werden, hingegen nur 18% das Buch (mit einem Stern) ablehnen. Von diesen 18% liegen einige richtig, indem sie nicht mein Wort "aufwühlen" verwenden, sondern das Wort "verhetzen". Andere negativen Urteile sind aber eher eine Hetze gegen Sarrazin.