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Das Schloss Troja in Prag (1/2) Troja #

Das Schloss ließ Wenzel Adalbert von Sternberg im Jahre 1678 bauen. Die Gestaltung des Schlosses erinnert eher an den Typ der italienischen Vorstadtvillen als an ein Schloss. Die großzügig angelgte Villa sollte den Kaiser und sein Gefolge zum Besuch einladen und auch zur Rast nach der Jagd (im nicht weit gelegten Wildpark Stromovka) dienen. Das italienisch beeinflusste Projekt entwarf der französiche Architekt Jean Baptiste Mathey. Der Bau wurde vom Prager Baumeister Domenico Orsi de Orsini und die ersten Jahre unter seinem Schüler Silvestro Carloni geleitet. Jean Baptiste Mathey durfte den Bau nicht selbst realisieren, weil er nicht der Mauerzunft angehörte.

Die Austattung des Schlosses wurde der Apotheose der kaiserlichen Familie geweiht, die Hauptachse des Baus ist auf den Hradschin ausgerichtet.

Die Freitreppe ist mit Plastiken der antiken Götter und Göttinen im Kampf gegen die Giganten geschmückt: Darauf gehe auch der Name "Troja" zurück, der sich später als Benennung für das ganze Gebiet verbreitete. Die Statuen sind von Johann Georg Heermann und von seinem Neffen Paul - beide aus Dresden - geschaffen, die aus Dresden kamen.

Der Bau wurde im Jahre 1689 beendet. Graf Sternberg durfte den Besuch Kaiser Leopolds I. im Jahre 1702 empfangen.

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Leopold I.
Westwand: Janus-Tempel und Triumphzug Leopolds I. nach dem Sieg über die Osmanen.
Allegorie
Allegorie
Bindenschild, Habsburg
Ostwand: Österreichischer Bindenschild und Legende über Rudolf von Habsburg

Der Kaisersaal befindet sich im ersten Stockwerk des Schlosses. Die Ausstattung ist ein Werk der niederländischen Maler Abraham und Isaak Godyn, die auf einer Fläche von fast 1.400 m2 im Zeitraum von 1691 bis 1697 arbeiteten. Das Hauptthema der Wandmalereien ist die Verherrlichung der Herrscher aus dem Haus Habsburg. Man erkennt die Lebensgeschichte Rudolfs von Habsburg, so wie den Triumph Kaiser Leopolds I. Es gibt zahlreiche Hinweise zur Friedenspolitik der Habsburger (alii bella gerant - tu, felix Austria, nube) und zu ihrer Verbindung mit der Kirche. Die Tempera-Technik ermöglichte den Malern einen langsameren Fortgang des Werks, so dass sie die Gemälden noch sorgfältiger und detaillierter schaffen konnten. Die Gestaltung des Raumes erinnert an Spätreneissance und Manierismus In der Zusammenfassung der Einzelheiten entsteht dadurch der Eindruck denkmalhafter Unbeweglichkeit.

Rot-Weiß-Rot
Akkon-Legende

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Sieg über die Osmanen
Janus-Tempel
Wappen Ungarns
Wappen Ungarns, seitenverkehrt und ohne den grünen Dreiberg mit Krone
Wappen Böhmens
Ein etwas seltsamer böhmischer Löwe
Spanische Habsburger
Das Wappen der spanischen Habsburger
Sternbergs Wappen
Einer von hunderten "Sternen"

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--> Alle Fotos: P. Diem