Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast

Asteroid trägt die "Alleinschuld"#

Das Rätsel um das Aussterben der Dinosaurier konnte nun endgültig gelöst werden.#


Von der Wiener Zeitung (16. Jänner 2020) freundlicherweise zur Verfügung gestellt


Asteroid
Asteroid
Foto: pixabay.com

Lange wurde darüber gerätselt, ob die Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren einem Asteroiden oder doch einem Vulkanausbruch zum Opfer fielen. Nun dürfte Klarheit herrschen. Es war ein auf die Erde einschlagender Himmelskörper, der dem Leben der Giganten ein Ende setzte, berichtet ein Wissenschafterteam um Pincelli Hull von der Yale University im Fachblatt "Science".

Als mögliche Ursache wurden für lange Zeit massive vulkanische Aktivitäten in der Region Deccan im Süden Indiens diskutiert. Doch dieses Szenario passe zeitlich nicht. Denn mindestens die Hälfte der Entgasungen hätten deutlich vor dem Massenaussterben stattgefunden, erklärt Studien-Ko-Autor Andre Bornemann von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover.

Der Geologe gehört zu dem internationalen Team, das Tiefseebohrkerne aus dem Nord- und Südatlantik sowie dem Pazifik untersuchte und sich dabei genau den Zeitabschnitt an der Grenze von der Kreidezeit zum Paläogen vor 66 Millionen Jahren anschaute. Damals starben ungefähr 75 Prozent der Tierarten aus. Die Wissenschafter nutzten für ihre Studie unter anderem die rekonstruierten Temperaturveränderungen, Fossilienfunde und Modelle des Kohlenstoffkreislaufs.

Kurze Erwärmungsphase#

Die Folge des Asteroideneinschlags vor der mexikanischen Halbinsel Yucatan ist noch heute in Form eines Kraters mit knapp 200 Kilometern Durchmesser sichtbar. Das Ereignis könnte Tsunamis und Buschbrände hervorgerufen und gewaltige Mengen Schwefel freigesetzt haben. Diese Hypothese untermauerten kürzlich US-amerikanische Forscher mit der Auswertung des Bohrkerns aus dem Einschlagskrater.

Der Vulkanismus in der Region Deccan sei zwar für eine kurze Erwärmungsphase 200.000 Jahre vor dem Aussterbe-Ereignis verantwortlich gewesen, diese habe aber keine langfristigen Auswirkungen auf die Lebenswelt und das Klima gehabt, erklärt Bornemann. Vulkane könnten grundsätzlich zum Massensterben führen, da sie viele Gase wie Schwefeldioxid und Kohlendioxid freisetzen, die das Klima verändern und die Welt regelrecht versauern lassen können. Die jüngsten Arbeiten konzentrierten sich allerdings eher auf den Zeitpunkt des Ausbruchs der Lava als auf die Freisetzung von Gas, schreiben die Autoren. Und hierbei kommt es eben zur Diskrepanz.

Der Vulkanismus an sich könnte möglicherweise jedoch nach dem großen Aussterben Auswirkungen auf die Ausbildung der Lebewesen gehabt haben. So könnte er durchaus die langsame Erholung der Natur und das Entstehen neuer Spezies beeinflusst haben, heißt es in der Studie.

Globaler Kohlenstoffkreislauf#

Aber auch das Massenaussterben selbst habe den globalen Kohlenstoffkreislauf grundlegend verändert, da es auch das Leben im Meer nahezu auslöschte, wodurch das Wasser wesentlich weniger sauer war. Solche Veränderungen könnten es dem Ozean somit ermöglichen, auf lange Sicht eine enorme Menge an Kohlendioxid wieder zu absorbieren. Organismen im Meer nützen Kohlendioxidverbindungen etwa, um Kalkschalen oder Kalkskelette zu bilden. Aufgrund einer solchen immensen Absorbierung würden die wärmenden Auswirkungen vulkanischer Aktivitäten verborgen bleiben, schreibt der Geologe Donald Penman von der Yale University in der Publikation.

Wiener Zeitung, 16. Jänner 2020