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Die Vereinigung Bildender Künstler STMK und „Die Zeitmaschine"#

Bild 'Ausstellungsankündigung'

Seit ihrer Gründung 1899 präsentiert die VBK jährlich in einer „Jahresausstellung" die besten Werke ihrer Mitglieder der Öffentlichkeit und seit Errichtung des Künstlerhauses 1952 findet diese Ausstellung ebendort statt. Nach der Renovierung 2012 wurde das Künstlerhaus vom Eigentümer, dem Land Steiermark, mit einem Intendanten versehen, der seither zur „Qualitätssicherung" den Vereinen ein Thema vorgibt diesmal „Die Zeitmaschine", ein Roman aus dem auslaufenden 19. Jhdt. Wie kann nun eine Künstlervereinigung, deren ursprüngliche Intention es war, sich vom laufenden Kunstbetrieb unabhängig zu machen, mit dieser Vorgabe umgehen?

Man stelle sich vor, wie Künstler wie Ulf Mayer oder Alfred Zeitlinger, die noch im 2. Weltkrieg waren und gleich danach in Wien auf der Akademie in Wien studiert haben, Wolf Gössler, der sich seit fast 60 Jahren intensiv mit sehr individuellen Problematiken auseinandersetzt, oder Hans Schoberer, der als Vertreter der Art Brut in seiner ganz eigenen Kunstwelt lebt, und viele weitere Mitglieder, deren Künstlerpersönlichkeiten sich über Jahrzehnte entwickelt haben, den Roman mit Elois und Morlocks genau studieren, damit sie in ihrer Kunst dem Bezug zum sozialpolitisch brennend aktuellen Tagesgeschehen, abgeleitet aus nämlicher Lektüre, auch ausreichend gerecht werden. Dass bei diesem Unterfangen die künstlerische Freiheit und damit auch die künstlerische Vielfalt einem Ausstellungskonzept untergeordnet wird und nicht der einzelne Künstler und dessen Werk, sondern die Idee der Intendanz im Mittelpunkt steht, wird wohl in der zeitgeistigen Praxis in Kauf genommen. Natürlich könnte man auch sagen, dass sich ein zeitgenössischer Künstler mit den Mitteln unserer Zeit über Themen unserer Zeit ausdrücken sollte und macht er das nicht, so hat er und seine Kunst unsere Aufmerksamkeit nicht verdient und ist es nicht wert, ausgestellt zu werden. Aber wer soll bestimmen, was die Themen und Mitteln unserer Zeit überhaupt sind, zumal Künstler, die in unserer Zeit leben, zwangsläufig mit den Augen unserer Zeit sehen? Haben nicht gerade diese Künstler etwas zu sagen, was im Getöse des etablierten Kunstrummels untergeht, aber für die Menschen wichtig ist?

So wird hier die Sinnhaftigkeit, die Mitglieder der Vereinigung Bildender Künstler mit dem Thema „Die Zeitmaschine" in einer Jahresausstellung zu konfrontieren, zum eigentlichen Thema gemacht und hinterfragt. Wohin die Reise letztendlich führt, ob der Künstler vom in unserer Zeit dominierenden Ausstellungsbetrieb überfahren wird, oder ob er schließlich durch den Kurator an die offensichtlich dringend notwendige Erneuerung seines Tuns herangeführt wird, bleibt dem Besucher zur Beurteilung offen.

Austellungsbeiträge von Robert Kristöfl#

Degenerationsspirale zum Schrein der Barbarei
Degenerationsspirale zum Schrein der Barbarei
© Robert Kristöfl

Degenerationsspirale zum Schrein der Barbarei#

Mischtechnik, Leinwand 80x60, 2017

Das Nationalmonument „Shrine of Democracy“ von Mount Rushmore in den Black Hills von South Dakota symbolisiert mit den vier Präsidenten Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln den Aufbruch in eine Zukunft mit Demokratie, Freiheit und sozialen Frieden. Die Evolutionsrealität führt aber ins Gegenteil, in eine Zukunft der Degeneration, der Barbarei und des Unterganges.


Janus Futur
Janus Futur
© Robert Kristöfl

Janus Futur:#

Mischtechnik, Quarzsande, Leinwand 80x60, 2017

Janus ist das Symbol der Dualität, des Anfangs und Endes, der Vergangenheit und Zukunft, der Schöpfung und Zerstörung. Wenn ein Zeitreisender von der Gegenwart in die Zukunft reist bzw. aus der Vergangenheit in die Gegenwart kommt, so entsteht aus der Vereinigung im Hier und Dort eine Trialität. Damit erfolgt die Auflösung der Gegensätzlichkeit und führt zu einer Umkehr, in eine gemeinsame und verbindende Harmonie.


Blick in die Ausstellung#

Chaos bei der Vorbereitung der Ausstellung
Chaos bei der Vorbereitung der Ausstellung
Blick auf die Ausstellung
Blick auf die Ausstellung
Blick auf die Ausstellung
Blick auf die Ausstellung
Blick auf die Ausstellung
Blick auf die Ausstellung