Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
Page - 261 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 261 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Image of the Page - 261 -

Image of the Page - 261 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Text of the Page - 261 -

26127. Februar 1842 durch alles dieses ist der gedanke an clotilde einigermaßen in den hin- tergrund gedrängt, und dieses schmerzt mich, denn selbst meine regrets waren angenehm und süß, es ist wohlthuend, dem gedanken an die, die man liebt, nachzuhängen, selbst wenn man von ihr getrennt ist, und man ver- tauscht diesen kummer nur ungern gegen die unangenehmen, stechenden sorgen eines ehrgeitzes, dessen Befriedigung noch unklar und ungewiß ist, gegen die peinliche Aufregung eines thätigkeitsdurstes, welcher noch nicht weiß, wie er sich luft machen soll. das ist mein alter fluch, ein gewisses gut für ungewisse Bestrebungen hingeben zu müssen. es ist doch sonder- bar, wie manchmal die leute, ohne es zu ahnen, in die nähe der Wahrheit kommen, neulich sagte mir Jemand, hier erzähle man sich, ich sey zum österreichischen generalconsul in mexico ernannt. [mailand] 27. februar sonntag meine reise nach Wien war auf heute über acht tage bestimmt, ich hatte so- gar schon meine Plätze auf dem couriereilwagen genommen und bezahlt, da schrieb mir vorgestern flore, graf hartig meine, ich thäte besser nicht so- gleich zu kommen, sondern einige Zeit zu warten, da bis dahin mein gesuch vielleicht entschieden seyn dürfte. dieses convenirt auch mir besser, weil ich dann mein Avancement als ein fait accompli annehmen kann und wegen meinen sonstigen démarchen les coudées franches habe. lange aber kann ich meine reise doch nicht aufschieben, aus mehreren gründen und unter andern, weil ich lerchenfeld, der nach frankfurt ernannt ist und Anfangs April abgeht, doch noch sehen möchte, und so übertrug ich denn durch eine besondere gefälligkeit des Postdirektors meine Abreise auf den courier vom 13. märz, um so mehr als ein finanzielles geschäft, welches mich, wie ich glaubte, schon am 15. märz nach Wien rufen würde, nunmehr erst im April an die reihe kommen wird. den urlaub habe ich, oder bekomme ihn doch in diesen tagen, und so bin ich in dieser Beziehung beruhigt. Wegen meiner reisepläne bin ich nun in vollem eifer und thätigkeit, studire, lese, schreibe etc., und was mehr als das ist, überlege mir genau und unablässig, wie und was ich in Wien thun und reden soll, um das ge- wünschte zu erlangen. gott gebe dem unternehmen fortgang. ich habe mo- mente der hoffnung, wie ich welche des kleinmuthes habe. von hoffmann1 noch immer keine Antwort. Zu allen meinen gedanken und Beschäftigungen ist jetzt eine neue gekommen. das alte lehen unserer familie, um welches mein vater solange fruchtlos prozessirte, schloß Wer- burg in tyrol, ist nun von der regierung ausgerufen, d.h. die Anwärter wer- den einberufen, und obwol ich mir selbst im besten falle da wenig pekuni- 1 gemeint ist Julius campe, der inhaber des verlags hoffmann & campe in hamburg.
back to the  book „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“