Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
Page - 335 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 335 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Image of the Page - 335 -

Image of the Page - 335 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Text of the Page - 335 -

3355. November 1842 [mailand] 5. november der triester handelsstand beabsichtigt, eine mission nach ostindien zu senden, um die dortigen handelsverhältnisse zu erforschen, ob sich eine nähere handelsverbindung mit oesterreich anknüpfen ließe. das ist wohl stadion’s Antrieb, da ich weiß, daß seine ideen und erwartungen vornehm- lich nach ostindien gehen. diese kann ich in keiner Beziehung theilen, nicht in kommerzieller, weil ich es für rein unmöglich halte, dem engli- schen handelsmonopole gegenüber auch nur einen halbwegs erträglichen fuß in indien zu fassen, weil wir zudem dahin keine Produkte abzusetzen hätten, nicht urprodukte, die sie selbst in fülle erzeugen, nicht manufak- turen eben der englischen concurrenz wegen, weil derselben concurrenz wegen die Ausfuhr der dortigen urprodukte direkt nach unseren häfen nie bedeutend seyn wird, endlich weil unsere direkte schifffahrt durch den handel nach indien keinen großen Aufschwung erfahren kann, da der neue handelsweg über suez uns im besten falle nur bis Aegypten geöffnet seyn würde. Wie ganz anders und besser gestalten sich alle diese verhältnisse im falle eines ähnlichen versuches mit America! ich habe heute an Waldstein in triest geschrieben, er möchte mit stadion über meine Pläne sprechen und ihn fragen, ob es ihm angenehm wäre, dieß- falls ein mémoire von mir anzunehmen und es dann bey kübeck zu unter- stützen, hinzufügend, daß in diesem falle kübeck, welcher meine Anträge schon vorher so beyfällig aufgenommen hätte, gewiß auch ein unbedeuten- des geldopfer nicht scheuen würde, um meine Pläne zu verwirklichen. ich trete daher nun mit meinem Begehren einer pekuniairen unterstützung of- fen hervor, jetzt ist es Zeit. erzherzog stephan wird nun wohl bald gespro- chen haben, und so dürfte die entscheidung nahen, die ich hiemit vorberei- ten will. Auch schreibe ich vielleicht diese tage an hagenauer in triest, um durch ihn auf die öffentliche meinung im dortigen handelsstande zu wirken und allenfalls von dieser seite eine scheinbar unprovocirte demonstration zu meinen gunsten hervorzurufen. diese tage war gustav höfken hier, ver- fasser eines Werkes über den spanischen Bürgerkrieg und kürzlich eines anderen über den Zollverein1 so wie mehrerer Aufsätze über diesen gegen- stand in der deutschen vierteljahrsschrift etc. und mitredacteur der Allge- meinen Zeitung. Wir verfehlten uns durch eine reihe von Zufällen während der zwey tage seines Aufenthaltes bis zu dem Augenblicke, da er in die di- ligence stieg, um nach Augsburg zurückzufahren. da konnte ich dann nur ein Paar Worte und förmlichkeiten mit ihm wechseln und mir das übrige 1 Gustav Höfken, Tirocinium eines deutschen Offiziers in Spanien. 4 Bde. (Stuttgart 1841); ders., der deutsche Zollverein in seiner fortbildung (stuttgart 1842).
back to the  book „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“