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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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35528. Jänner 1843 unserer industrie, machen, um diese zu studiren und mir die nöthigen tech- nischen kenntnisse und daten zu erwerben. Alles dieß ist nun freylich sehr günstig und aufmunternd, aber doch ist es nicht genug, um mich zu bewegen, so stracks nach Wien abzureisen und eine 2. Auflage meines vorjährigen Aufenthaltes daselbst zu liefern. nebstdem bin ich entschlossen, mich jetzt nicht mehr auf den fuß eines Bittenden zu stellen, welcher Protektion sucht und um etwas bettelt, was allein ihm zu guten kommen soll, sondern ich will als Jemand auftreten, der einen vorschlag macht, welcher anerkanntermaßen ein nützlicher und folgenreicher ist, der das ganze berührt und nicht ihn allein, und daher Aufmerksamkeit und unterstützung erwartet und fordert. ich schrieb daher sogleich nach Wien an erzherzog stephan, wiewohl nur indirect, theilte ihm stadions Ansichten mit und verlangte, ehe ich nach Wien abreise, Antwort über folgende Punkte: 1. ob man in Wien mit stadion’s überzeugung von der gemeinnützigkeit meines unterneh- mens einverstanden sey? 2. ob man mir in diesem falle, und im falle, daß stadion günstig berichtete, die verlangte geld-unterstützung bewilligen werde? darauf erwarte ich nun Antwort, von welcher meine weiteren schritte abhängen werden. ein umstand, der auch gerade erwünscht zusammentrifft, ist, daß ich eben jetzt im Begriffe stehe, Papariano an die Brüder Bregart zu verkaufen. Gräfinn Delmestry hat diese Unterhandlung sehr geschickt geführt, und wir sind nun bereits so gut wie handels einig. ich habe nun durch einige tage an der correctur der bewußten schrift Behufs einer 2. Auflage gearbeitet. Manches hätte ich gerne umgearbei- tet, besonders wo ich von der industrie, dem handel, dem Zolltariffe etc. oesterreichs spreche, in welcher hinsicht meine Begriffe seit anderthalb Jahren eine starke veränderung erlitten haben (so z.B. wird an einer stelle gesagt, daß oesterreich besser gethan hätte, eine kornkammer für europa zu werden als eine künstliche industrie zu schaffen), doch unterließ ich es aus mancherley rücksichten: erstlich einige faulheit und Abnahme an in- teresse für eine solche Arbeit, dann eine scheu vor den widersprechenden Äußerungen, welche eine solche durchgreifende Änderung hervorgerufen hätte, endlich und zwar als hauptgrund die Betrachtung, daß ich, wenn ich einmahl angefangen hätte, an dem Buche zu rühren und zu richten, mich lieber gleich an eine totale umarbeitung hätte machen müssen, wozu es mir an Zeit und lust gebrach. ich beschränkte mich daher auf die correc- tur der druck- und einiger stylfehler. immer die alte leyer sonst, brillante theater, taglionisten und cerri- tisten, wüthende Partheyungen etc., dazwischen hie und da ein Ball im
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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