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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Tagebücher402 seine Abschiedsbesuche zu machen und zu empfangen, da er nach Prag kömmt, ich war ebenfalls bey ihm, es thut mir um ihn leid. der hof, d.h. der vicekönig fährt endlich übermorgen nach Wien ab, nachdem er durch ein monath auf die rückkehr seiner frau von turin gewartet hatte. diese kam dann endlich vor einigen tagen, und nun, nach- dem er früher entschieden erklärt hatte, er würde auf keinen fall ohne sie reisen, reist er allein, und die viceköniginn, sammt marie und leo- pold, der soeben den sardinischen Annunziatorden erhalten hat, werden, so heißt es, in einiger Zeit nachfolgen, denn sie findet es für nothwendig, zum drittenmahle mit jenen Beyden nach turin zurückzukehren, um sich für den orden zu bedanken, und so wird sie ganz gewiß Wien für dieß Jahr gar nicht sehen. das war von Anfang an ihre Absicht. die frau ist von capricen und Bosheit zusammengesetzt. komisch ist dabey hardegg’s Verzweiflung. so eben erhalte ich aus darmstadt eine Antwort erzherzog stephan auf meinen Brief an [sic] venedig, er sagt mir, bereits an kübeck meinetwegen geschrieben zu haben, und verlangt, ich solle ihm seinerzeit das resultat unserer Bemühungen mittheilen.1 Wir wollen sehen, ob und wie weit Alles dieses nützen wird. [mailand] 27. Juli meine denkschrift für kübeck ist endlich vor acht tagen abgegangen gleichzeitig mit einem einbegleitungsschreiben an denselben und einem detto an geringer.2 heute habe ich nun an oettl nach triest geschrieben, um stadion mitzutheilen, daß ihm dieselbe wahrscheinlich, oder vielmehr hoffentlich, in kurzer Zeit zukommen dürfte. meinerseits ist nun Alles gethan, und wir wollen nun den erfolg abwarten. der vicekönig ist weg, seine frau jedoch hier und unpäßlich, mit ihrer reise nach Wien sieht es somit übel aus, und das thut mir um gabrielle’s Willen leid, weil sie in diesem falle erstlich um ihre reisediäten kömmt, und dann nach vollendeter cur in carlsbad alsogleich wieder hieher zu- rückkehren muß, ohne sich länger in Böhmen aufhalten zu können. ich selbst werde wahrscheinlich am 4. abreisen, vorerst nach lucern, ich schwanke noch zwischen simplon und gotthard, ersteren würde ich nach 2 verunglückten versuchen gerne einmahl sehen, dagegen aber weiß ich 1 erzherzog stephan an Andrian, darmstadt 1.7.1843 (k. 114, umschlag 663). in dieser Ant- wort auf Andrians Brief vom 10. Juni aus venedig schreibt der erzherzog, er habe dessen gesuch „zur möglichsten Berücksichtigung warm empfehlend“ bei kübeck befürwortet. 2 Eine Abschrift des Schreibens an Kübeck, datiert Mailand 10.7.1843, findet sich in K. 114, umschlag 663.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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