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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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4034. August 1843 nicht, wie ich meine Bagage über die Berge bringen soll, da ich jedenfalls nach lucern möchte, und mir der umweg über genf und Bern doch zu weit ist. im theater ré ist jetzt eine allerliebste junge prima donna, signora Zoja, welche Donizetti’s Fille du régiment ganz vortrefflich gibt und besonders hübsch trommelt, marschirt, exerciert etc. ich habe wieder meine kleine loge hinter den koulissen und an Zuspruch keinen mangel. frutigen (Berner oberland) 4. August Abends von meinen letzten tagen in mailand ist nicht viel zu erzählen, als daß ich vollauf zu thun hatte, um mein haus zu bestellen etc. Am letzten tage hatte ich noch die schwestern Berndis bey mir zum frühstücke und über- gab sie hiermit ihren weiteren schicksalen. elise ist nach triest engagirt, und Auguste kehrt nach Wien zurück, um sich weiter zur schauspielerin auszubilden. Auch wegen meiner transatlantischen Projekte brachte ich Alles in die möglichste ordnung, indem ich noch im letzten Augenblicke an oettl schrieb etc., mit spaur konnte ich trotz meines vorsatzes nicht reden, sprach aber dafür lange mit seinem Praesidialsekretär kolb über diesen gegenstand und fand bey ihm (gegen meine erwartung) einen weit offeneren kopf als den seines chefs, was freylich sehr wenig sagen will. und somit fuhr ich in der nacht vom 31. auf den 1. um 1 uhr nach mit- ternacht von hause weg, machte in der morgendämmerung, während die Pferde rasteten, einen spatziergang nach dem eine kleine stunde von der straße entfernten Busto Arsizio, und war gegen 9 uhr in sesto calende. dort ließ ich mich überreden, eine Barke zu nehmen, um nach Arona zu fahren. Wir waren eben kaum auf halbem Wege und aus dem ticino in den lago maggiore eingefahren, als sich ein entsetzliches ungewitter erhob, welches uns endlich zwang, ans ufer zu steuern und in einem wenige hun- dert schritte entfernten piemontesischen Zollhäuschen schutz zu suchen. nach einer stunde klärte sich das Wetter auf, und ich gelangte ohne weite- ren unfall nach Arona. nachmittags um 1/2 3 uhr, nach endlosem herumziehen und Zeitver- tändeln, fuhr endlich die misérable Piemontesische malle-poste ab, welche mich bis domo d’ossola bringen sollte, schlechte Pferde, noch schlechtere Postillons, zu lange Posten und unaufhörliches Anhalten. die gesellschaft war passable, ein dänischer gentleman mit einer rothbackigen dicken frau, die aber immer dem verscheiden nahe zu seyn behauptete, wie es scheint neuvermählte, wenigstens nach der unendlichen Zärtlichkeit zu schließen, ein norddeutscher junger dr. medicinae und schöngeist, etwas von einem Juden, aber recht witzig und unterhaltend, endlich ein ganz junges Bürsch-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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