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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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41114. August 1843 ideen von exklusivem eigenthum aufzugeben. doch sind, wie in allen die- sen systemen, hie und da genieblitze und überraschende Wahrheiten. die verhandlungen im Zürcher rathe sind bisher dahin gediehen, daß die theilnehmer, die keine inländer sind, über die grenze gewiesen wur- den, jedoch zum großen Ärger der diplomaten ohne den respectiven ge- sandtschaften signalisirt zu werden. Weitling sitzt noch und ist unter ge- richtlichem Prozeß. im Allgemeinen scheinen die conservativen aller kantone sehr niederge- schlagen über das beständige Anwachsen an macht der radikalen, welche weit rühriger sind als sie. diese wollen größere centralisation der schweiz und Aufhören der kantonalen Absonderungen, und ebendeßhalb sind die conservativen dagegen, und doch scheint mir darin allein die Zukunft der schweiz zu liegen, denn mit den jetzigen spießbürgerlichen miserabilitäten kann es nicht mehr lange währen. gestern traf ich tengoborski hier, der von Paris nach Wien zurückkehrte, er war in Paris gewesen, um dort, wie er mir sagte, ein Werk erscheinen zu machen, welches er über die finanzen oesterreichs und Preußens geschrie- ben hat.1 marmont, der es im manuscript gesehen hat, versicherte mich, daß es ein sehr ausgezeichnetes Buch sey, ich muß es mir verschaffen. heute auf der rückfahrt von flüelen fand ich Baron denois, französi- scher generalconsul in mailand, er sagte mir, daß die viceköniginn end- lich vorgestern Abend nach Wien abgereist sey, das überraschte und freute mich zugleich, gabrielle’s wegen. Baden-Baden 14. August Abends freytag am 11. Abends verließ ich lucern und fuhr mit dem eilwagen über sursee und liestal nach Basel, wo ich morgens um 8 uhr ankam und im Wilden manne, einem sehr mittelmäßigen gasthofe, abstieg. ich war ganz überrascht, Basel seit 1839 so sehr zu seinem Vortheile geändert zu finden, besonders hinsichtlich der äußerst eleganten Ausstattung der läden. die stadt scheint in großem Aufschwunge begriffen zu seyn, ein Basler, mit dem ich darüber sprach, schrieb dieses der revolution von 1831 und der hierdurch erfolgten trennung von stadt und landschaft zu,2 indem wie er 1 louis (ludwik) de tegoborski [sic], des finances et du crédit Public de l’Autriche, de sa dette, de ses ressources financières et de son systeme d’imposition: Avec Quelques Rapprochemens Entre Ce Pays, La Prusse Et La France (Paris 1843); deutsche Überset- zung Über die Finanzen, den Staatscredit, die Staatsschuld, die finanziellen Hülfsquellen und das steuersystem österreichs nebst einigen vergleichungen zwischen diesem lande, Preußen und frankreich (Wien 1845). 2 die kämpfe um eine neue verfassung für den kanton Basel führten schließlich 1833 zur vollständigen trennung in die kantone Basel-stadt und Basel-landschaft.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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