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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 433 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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43325. September 1843 darstellungen, das eine die klosterkirche zu Assisi, wie es darin nach und nach Abend wird, die lichter angezündet werden, das volk hereinströmt, die glocken läuten und messe gelesen wird, bey orgelton und glocken- klang, die andere eine Alpengegend bey nacht, der sonnenaufgang und das allmählige erwachen der natur. Besonders schön und ergreifend war die erste Darstellung. Nachher sahen wir den Telegraphen, flanirten in der stadt umher, gingen in einige elegante gewölbe, machten verschie- dene einkäufe etc. die Auslagen der läden ist [sic] hier ganz besonders schön, besonders gehoben durch die großen spiegelfenster, und neben den einheimischen findet man da auch alle französischen und englischen Waaren. um 1/2 3 aßen wir zu hause, und dann fuhr ich mit gabrielle durch den thiergarten nach charlottenburg, gingen dort in dem Park spatzieren, welcher wirklich sehr schön ist, und fuhren dann zurück und ins königstädter theater. dort gab man lucia di lammermoor recht gut, meine alte Freundin Malvani gefiel recht wohl. Das Theater ist weit hüb- scher und freundlicher als das finstere, häßliche schmutzige Schauspiel- haus. im theater fand gabrielle einen Bekannten, den neapolitanischen ge- sandten Antonini, er wollte uns durchaus nicht mehr loslassen, führte uns nach dem theater in seinem Wagen zu kranzler ein gefrorenes nehmen, und trank dann bey gabrielle den thee. gestern früh 1/2 6 ging ich noch auf einen Augenblick zu gabrielle hin- über, welche ebenfalls, jedoch nach dresden, abreiste, um ihr Adieu zu sagen, und fuhr dann auf den stettiner Bahnhof. um 6 ging’s ab, über Angermünde etc. nach stettin, eine schrecklich langweilige gegend, sand und ebene, nur hie und da etwas nadelwald, die einzige Abwechslung bildeten hie und da heerden von weidenden Pferden und ochsen, beson- ders aber von ersteren, deren Zucht hier sehr betrieben wird. in stettin aß ich einen Bissen im hôtel de Prusse und stieg dann auf den dom, von wo man eine sehr interessante Aussicht. stettin mit seinen unzähligen Schiffen, da der Hauptarm der Oder (11–12 Fuß tief) mitten durchfließt, links und rechts der stadt geringere Arme der oder und gleich dahinter der sogenannte damm’sche see, die lagunen der ostsee, doch noch von süßem Wasser, gleich an diesen stößt das haff (noch immer süßwasser) und an dieses endlich, doch noch fast 15 meilen von stettin, das hohe meer. von stettin aus sieht man so weit das Auge reicht Wasser, doch ist es noch nicht das meer. Zwischen den oderarmen und dem damm’schen See breitet sich aber ganz au niveau des Wassers die flache Ebene aus, ein ganz holländisches Bild. dann ging ich in den logengarten (weil er der hiesigen freimaurerloge gehört), wo man eine sehr schöne Aussicht hat, trank dort meinen caffeh
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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