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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Tagebücher486 stunden auszuruhen, und endlich mit dem dampfboote hieher, wo ich am 8. nachmittags ankam. noch am selben Abende traf ich zufällig flore, die bereits in hetzendorf war, im schweizerhofe zu ihrem unendlichen erstau- nen, indem sie meinen Brief, der ihr meine Ankunft melden sollte, erst einige tage später erhielt. gleich am tage nach meiner Ankunft fuhr ich zu Bombelles nach schön- brunn hinaus und hatte eine lange unterredung mit ihm. tags darauf sprach ich mit graf hartig, welcher sich zwar in dieser sache passiv erhal- ten zu wollen erklärte, jedoch falls er befragt werden sollte, mir, wie er es schon gethan habe, seine mitwirkung versprach. er war der meinung, daß die formelle schwierigkeit, mich unmittelbar als wirklichen, d.h. bezahlten sekretär anzustellen (welche zwar für fürst metternich keine, jedoch für den an der bureaukratischen form klebenden ottenfels von großer Bedeu- tung sey), dadurch umgangen werden könnte, daß ich Anfangs ohne irgend einen titel in verwendung genommen, d.h. einstweilen mit Beybehaltung meiner gegenwärtigen dienstverhältnisse provisorisch beurlaubt und zur verfügung der staatskanzley gestellt und mir dafür ein eigens auszumit- telnder gehalt bestimmt würde, und meinte, ich sollte dem fürsten in die- sem sinne sprechen. leider war graf ficquelmont, der sich für diese An- gelegenheit lebhaft interessirte, schon verreist, oder vielmehr er verreiste wenige tage nach meiner Ankunft und ehe ich ihn noch sehen konnte, da ich aus guten gründen damit warten wollte, bis ich den fürsten gesprochen haben würde. endlich sprach ich den fürsten metternich, was bekanntlich nicht leicht ist, und fand ihn wie immer voll schöner Worte, ja so wortreich, daß man darüber selbst kaum zu Worte kommen kann. doch war ihm die sache voll- kommen gegenwärtig, nur verlangte er von mir eine abermalige schriftliche eingabe hinsichtlich der mir von hartig angedeuteten modalität, welche ich ihm dann auch ein paar tage später übergab. übrigens sagte er mir beyde mahle, daß vor der rückkehr des Baron ottenfels, welcher die Per- sonalien über sich hätte, in der sache nichts geschehen könnte, ich mich daher bis dahin gedulden möchte. graf Bombelles hatte übrigens, was nicht gerade ganz nach meinem sinne war, immer und ausschließlich nur von Brasilien gesprochen und rieth auch mir, dabey stehen zu bleiben, da nur solch ein bestimmtes Be- gehren, und zwar um einen gerade nicht sehr gesuchten Platz das gelingen erleichtern würde. nun hatte ich zwar besonders nach dem, was ich über den charakter des gesandten grafen rechberg erfuhr, keine besondere lust dazu, namentlich da ich vernahm, daß es mit dem chargé d’Affaires- Werden auch nicht so bald gehen würde, wie man mich früher hatte glau- ben machen, indem rechberg sich auf 7 Jahre engagirt hatte, nach und
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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