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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 573 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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57311. April 1846 paar monathen sehr schlecht behandelt) bestimmt war und bloß seines volu- mens wegen separat gedruckt worden ist c[ampe] hatte am 23. märz noch nichts, was bedeutet dieß?1 est-ce qu’il se préparerait quelque chose? das gibt mir viel zu denken, ich traue keinem mehr. die arme caroline esterhazy ist gestern gestorben. georges ist auf ur- laub hier, ebenso zimpferlich und wichtigthuend als sonst. toni Waldstein ist heute mit croy nach italien abgereist, seine mutter und schwester sollen am 14. kommen. eine menge Böhmen war in diesen tage hier, fritz thun, ledebour, Wilhelm mittrowsky etc. die französischen Zeitungen speyen jetzt feuer und flammen gegen oe- sterreich wegen der polnischen insurrektion, neulich war im charivari ein Artikel über die fürstinn metternich, der sehr viel zu lachen gab, es war darin von ihrem ascendant über den fürsten und wieder von dem ascendant de jeune lionceau hügel (!!) über sie die rede. übrigens hat man hier für nothwendig gehalten, die (vollkommen wahre) Zeitungsnachricht, daß die Behörden in galizien einen Preis von 5 fl für die einlieferung eines jeden insurgenten ausgesetzt hätten, mit einem Auf- wande von Phrasen und tugendhafter indignation zu désavouiren, ich kann nicht einsehen, warum? denn abgesehen davon, daß eine solche maßregel um nichts härter wäre als die taglia2 für die einbringung eines deserteurs, die bey uns täglich vorkömmt, so hat man ja in diesem falle auch noch die beste entschuldigung, die der nothwehr im ersten Augenblicke. der gute Zedlitz hat da wieder mit seiner gewöhnlichen ungeschicklichkeit hinein- getappt, er überschießt immer sein Ziel und schadet dadurch seiner eigenen sache (oder vielmehr der seiner lohnherren, denn eine eigene sache hat er nicht) am meisten. [Wien] 11. April charsamstag durch den unerwarteten glücklichen Ausgang der polnischen insurrektion ist den leuten hier der kamm gewaltig geschwollen, sie glauben, auf die ergebenheit des gemeinen volkes in allen ländern pochen zu dürfen. lei- der ist dadurch der Bureaukratie, welche schon stark im sinken (d.h. in der meinung und Werthschätzung) begriffen war, wieder ein starker vorschub gegeben, und es dürfte eine reaktion gegen den Adel und die (ohnehin küm- merlichen) ständischen institutionen versucht werden. so hört man allent- halben sprechen, und erst gestern hatte ich eine lange discussion mit lato Wrbna, der ganz ungescheut in diesem sinne deklamirte. speciell für gali- 1 vgl. dazu eintrag v. 13.2.1846. 2 kopfgeld.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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