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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Tagebücher676 Wird auch nichts erreicht, so ist doch so ein blinder vorreiter, besonders wenn es ein reicher fürst ist, nicht genug zu schätzen. Auch stifft kömmt öfters zu mir und steckt in seinem 4. stande bis über die ohren. doblhoff hat eine Antwort für die Pesther Zeitung geschrieben, er gab mir neulich simons bekannte schrift: „Annehmen oder Ablehnen?“ über die neue preußische verfassung.1 das concludenteste und logischeste, was man je sagen kann, und die großen eindruck auf mich machte. die charwoche ging ruhig vorüber, ich machte bey hofe gar nichts mit. seit ostermontag hat die italienische oper angefangen, für mich immer ein fest, doch heuer ziemlich schlecht: bis jetzt ernani und lombardi. die ta- dolini, collini, ivanoff, mirate etc. etc. ein (sehr gescheidter) hofkonzipist Bosio arbeitet nun nach der von mir gegebenen idee an einer darstellung der lombardischen gemeindeverfassung,2 neulich führte strasoldo ihn zu mir, ein sehr nützliches und zeitgemäßes unternehmen. Albert deym ist neulich nach Prag, ich gab ihm noch am letzten tage seine instruktionen mit. in mähren und schlesien und auch hie und da in den andern Provin- zen herrscht allgemeine offene robothrenitenz, so daß militair einschrei- ten muß. Allgemein ist der glaube unter dem Bauernvolke verbreitet, daß mit nächstem eine unentgeltliche Aufhebung der roboth eintreten werde, daher sie fast nirgends ablösen wollen. kaiser Joseph, so heißt es überall, sey vom jetzigen Pabste aus seiner haft in der engelsburg, worin er bisher gesessen, befreyt worden und sey nun auf der rückreise nach Wien. Alles dieses ward’ in Prag gedruckt und verkauft. [Wien] 20. April heute habe ich ein langes opus an die Allgemeine Zeitung abgesendet, nämlich einen Auszug und succus aus dem Berichte der kommission zur Wahrung der ständischen rechte in Böhmen, ich bin neugierig, ob kolb es annehmen wird, denn es enthält einige starke sachen, zwar nicht im Ausdrucke aber nach seiner Bedeutung.3 Jetzt will ich noch einen längeren Artikel über das repräsentationsrecht des 4. standes in niederoesterreich schreiben (wozu mir stifft die materialien liefert, den ich aber auf seine Bitte suspendirt habe, weil er so eben auf mehrere ganz neue und, wie er sagt, höchst interessante urkunden gekommen ist und nun auf dieser Ba- 1 heinrich simon, Annehmen oder Ablehnen? die verfassung vom 3. febr. 1847, beleuchtet vom standpunkte des bestehenden rechts (leipzig 1847). 2 casimir Bosio v. klavensbrunn, leichtfaßliche darstellung einer zweckmäßigen gemein- deordnung (Wien 1848). 3 der Artikel erschien unter dem datum Prag, 18. April in der Allgemeinen Zeitung v. 5.5.1847, Beilage 995–997. vgl. auch eintrag v. 29.4.1847.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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