Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
Page - 709 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 709 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Image of the Page - 709 -

Image of the Page - 709 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Text of the Page - 709 -

7091. September 1847 streich radetzkys halte), übrigens sagte ich höfken ganz unverholen, daß ich die italiener zu dem, was Pius ihnen geben will und theilweise gegeben hat, nicht für reif halte, und daß Alles was sie verlangen und ertragen können, eine gute Administration wie die unsrige (notabene in italien) sey. überhaupt ärgert mich diese ganze sache und all das schale Zeug, was darüber gesagt und geschrieben wird, eines theils die hohlen liberalen floskeln, andererseits die lügen und invectiven gegen uns, namentlich in den englischen Blättern, diesen fundgruben der ignoranz und dummheit, sowie es sich um das Aus- land handelt. ich habe sogar dieser tage in diesem sinne einen Artikel für die Allgemeine Zeitung entworfen, zweifle aber, ob ich ihn absenden werde. um 2 fuhr ich nach mannheim, wo ich aß und dann einige commissionen etc. besorgte, ich sammelte dort, wie ich es in stuttgart etc. (Ansbach diesen Winter etc.) gethan habe, Alles, was auf gemeindeverfassung, gutsherrli- che verhältnisse etc., wohl auch auf die staatsverfassung der verschiedenen deutschen staaten Bezug hat, als material für uns, welches außer mir wohl Wenige in oesterreich besitzen dürften. um 1/2 7 fuhr ich mit dem dampfschiffe ab, war um 10 in mainz, wo ich übernachtete und tags darauf, sonntag, um 10 weiter fuhr. nach 7 Abends war ich in cöln im hôtel royal. Zu meiner großen verwunderung war weder da noch auf der Post ein Brief von kuranda, und somit dürfte unsere Zusam- menkunft aller Wahrscheinlichkeit nach nicht statthaben. montags stieg ich mit einem dummen lohnbedienten den ganzen vormit- tag in der stadt herum, sah die domkirche und die neubauten daran, das haus des rubens und der maria von medicis, das rathhaus mit einer dem vipsanius Agrippa (!!) vom rathe erst kürzlich gesetzten gedenktafel, meh- rere kirchen, darunter die der h. ursula mit den gebeinen der 11.000 auf dieser stätte von den hunnen (!) im Jahre 237 erschlagenen Jungfrauen!! o katholizismus! um 4 fuhr ich per eisenbahn ab und war nach 5 in düsseldorf, einer net- ten freundlichen stadt, ganz das gegentheil des großen alterthümlichen finstern schmutzigen coeln, welches eher einer italienischen als einer deut- schen stadt ähnlich sieht. düsseldorf hat wie alle norddeutschen städte, cöln wieder ausgenommen, sehr schöne Anlagen. in diesen, dann am hafen, am rheinkai, in der stadt, etc. etc. stieg ich bis gegen 7 herum und ging dann zum rittmeister Baron geyer, an den ich von carl Wickenburg in Wien einen Brief mitgebracht hatte. ich hatte nämlich die Absicht gehabt, dahlmann und einige der westphälischen und rheinischen Abgeordneten, namentlich vincke, kennen zu lernen, indem diese in einem mit unsern ver- hältnissen ziemlich homogenen medium aufgewachsen sind. dahlmann ist aber schon seit Wochen von Bonn weg und auf reisen, zudem hat mir sein Buch über Politik einen theil der lust benommen, ihn kennen zu lernen,
back to the  book „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“