Burg Altpernstein

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Burg Altpernstein
Burg Altpernstein.jpg
Entstehungszeit: um 1000
Erhaltungszustand: Erhalten
Ort: Micheldorf
Geographische Lage 47° 53′ 6″ N, 14° 9′ 24″ O47.88514.156666666667Koordinaten: 47° 53′ 6″ N, 14° 9′ 24″ O
Burg Altpernstein (Oberösterreich)
Burg Altpernstein

Die Burg Altpernstein ist eine mittelalterliche Burg in Micheldorf in Oberösterreich im Bezirk Kirchdorf an der Krems im Traunviertel. Sie liegt als Spornburg mit einem Halsgraben an einem Hang ihres Hausberges Hirschwaldstein.

Rund um die Burg sind auch 35,88 Hektar Landschaftsschutzgebiet (lsg16, 2006) ausgewiesen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Burg steht etwa 400 Meter über dem Kremstal, auf 900 Meter Seehöhe. Sie wird um gute 200 Meter von ihrem Hausberg überragt.

Die gemauerte Zugangsbrücke und der Burggraben

Da die Burg auf einem Felsvorsprung steht, ist sie an drei Seiten von beinahe senkrecht abfallenden Steilwänden und auf der vierten Seite von einem Burggraben umgeben. Sie ist nur über eine gemauerte Brücke erreichbar, die im 18. Jahrhundert[1] eine Zugbrücke ersetzte.

Der Eingang der Burg ist der tiefste Punkt des grob sattelförmigen Felsens, über dem das Bauwerk errichtet wurde. Von der Gastterrasse aus ist zu erkennen, dass der Fels auf der Talseite bis in den dritten Stock knapp unter den Dachstuhl hinaufreicht.

Geschichte

Die Burg wurde um 1000 errichtet und in den Jahren 1160 und 1207 urkundlich erwähnt.[2] Auf Pillung von Pernstein (urk. 1170–1200) – er war Ministeriale der Otakare – und seine Nachkommen folgten 1222 die Truchsener (Ministerial Heinrich von Grafenstein, 1255: Ulrich von Truchsen), die das bisherige Lehen in freies Eigen umwandeln konnten. Dieses erwarb 1337 Landeshauptmann Eberhard von Walsee. Im Jahr 1394 wurde Johann I. von Liechtenstein vom damaligen Herzog von Österreich, Albrecht III. zu Habsburg, zum Burgherren ernannt. Er fiel jedoch in Ungnade und lernte seinen Besitz zusammen mit seiner Familie nur als Gefangener kennen.[3] 1529 wurde die Burg von Christoph Jörger ausgelöst, 1581 ging sie dann in den Besitz der Jörger über.[4] Unter den Jörgern herrschte große Bautätigkeit: es entstand das Langhaus, welches heute einen Großteil der Anlage ausmacht. 1607 wurde von ihnen der marmorne Brunnen im Innenhof hergestellt.[5] Ab 1623 war die Burg im Besitz von Adam Graf von Herberstorff[1], dem Verantwortlichen für die als Frankenburger Würfelspiele bekannt gewordenen Vorfälle. Nach seinem Tod 1629 erwarb das Stift Kremsmünster die Ländereien von seiner Witwe[3] und ist immer noch deren Eigentümer.

Die Burg ist von der Katholischen Jugend Oberösterreich vom Stift Kremsmünster gepachtet und wird als Begegnungszentrum genutzt. Dies hatte seinen Anfang bereits 1946, als die damals neu gegründete Katholische Jugend erste Räume der damals noch völlig unbewohnbaren Burg renovierte, um sie für Veranstaltungen wie Landwerkwochen für männliche und Landjugendwochen für weibliche Jugendliche zu nutzen. 1961 wurde der noch gültige Pachtvertrag zwischen dem Eigentümer und der Diözese Linz unterzeichnet.[6]

Anlage

Talansicht

Burgstüberl, Gastterrasse, Burgkapelle, Burgverlies, Rittersaal und Feierraum sind öffentlich zugänglich, während der Großteil der Räumlichkeiten entweder Privaträume des Burgteams, das die Burg betreut und verwaltet, oder Räumlichkeiten für Seminarteilnehmer sind. Nach der Übergabe der Burg an die Diözese Linz wurde das damals noch sehr baufällige Gebäude renoviert und wird seit den 60er-Jahren wieder vollständig genutzt. In den letzten 20 Jahren wurde zur Schaffung eines Kühlraumes unter der barocken Kapelle ein Teil des tragenden Felses gesprengt. Aufgrund eines Fehlers kam es zu Rissen in der Kapelle, die dadurch baulich gefährdet ist.

Das 650 m² große, mit Lärchenschindeln gedeckte Dach wurde zuletzt 2006 erneuert.[7]

Das heutige äußere Burgtor war ursprünglich das innerste der drei Tore im Torhaus. Vor der zweiten Belagerung Wiens durch die Türken wurde dieses mit alten eisernen Harnischen und Bruststücken beschlagen, die auch heute noch auf dem Tor verbleiben. Es ist damit seit mindestens 320 Jahren in Verwendung.[5]

Der Innenhof der Burg ist der kleinste seiner Art in Österreich und wohl auch der kleinste Burghof Europas. Bemerkenswert darin ist auch der marmorne Brunnen, der vom Reichtum seines Errichters (vermutlich Hans V. Jörger) zeugt. Da kein Marmor in der Umgebung vorkommt, musste dieses importiert werden, was im 17. Jahrhundert einen großen finanziellen Aufwand darstellte.

Burgteam

Das Portal der Burg mit einigen Seminarteilnehmern

Das Burgteam besteht meistens aus neun Personen, die auf der Burg leben und diese verwalten. Neben den zuständigen Personen für Haustechnik, Burgleitung, Büro, Küchenverantwortung, Burgstüberl und dem inhaltlichen Referenten gehören auch der Diözesanjugendseelsorger sowie mindestens ein Zivildiener zu diesem Team[6] Seit Herbst 2008 gibt es auch einen FSJ-Posten auf der Burg. Die Gruppe zumeist junger Menschen wohnt das ganze Jahr über auf der Burg, da diese zu keiner Jahreszeit geschlossen ist. Üblicherweise ist ein Burgteam-Mitglied zwei bis fünf Jahre auf der Burg tätig, bevor es diese verlässt. Nur der Jugendseelsorger ist von dieser Regel ausgenommen, da er auf längere Zeit seinen Posten als Seelsorger behält. Zivildiener und freiwillige Helfer sind nur für die Dauer ihrer Verpflichtung (neun bzw. zehn Monate) auf der Burg. Das Burgteam besteht seit 1974.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b um 1740: Burg Altpernstein, ...das Impuls- und Begegnungszentrum der Kath. Jugend Land, Rohrbach in Oberösterreich, 31. Jänner 1998
  2. tiscover.at, gesichtet am 28. Januar 2012
  3. a b burgenkunde.at, gesichtet am 28. Januar 2012
  4. micheldorf.at, gesichtet am 28. Januar 2012
  5. a b Piringer, Beda; Geschichtliche Notizen über die Ritterburg Altpernstein in Oberösterreich. Linz, Selbstverlag des Verfassers, 1865.
  6. a b ooe.kjweb.at: Historische Daten, Fakten über das Burgteam, gesichtet am 28. Januar 2012
  7. dioezese-linz.at, gesichtet am 28. Januar 2012

Weblinks

 Commons: Burg Altpernstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien