Josef Heu

Josef Heu (* 21. Februar 1876 in Marburg an der Drau; † 30. Oktober 1952 in Ampleforth) war ein österreichischer Maler, Bildhauer und Lehrer.

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Leben und Wirken

Seine erste Ausbildung erhielt Josef Heu an der Grazer Gewerbeschule. Ab dem Jahr 1893 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seiner Lehrer waren die berühmten Bildhauer Edmund von Hellmer und Caspar von Zumbusch. Der Rompreis, ein österreichisches Staatsreisestipendium, ermöglichte ihm eine einjährige Studienreise nach Italien. Dort entstand sein Monumentalwerk Befreiung der Quelle, welches er 1907 im Hagenbund ausstellte. Die Stadt Wien erwarb in weiterer Folge das Werk und stellte es im Stadtpark auf. 1903 schuf Heu die Figurengruppen auf der Attika des Hauses der Wiener Kaufmannschaft auf dem Schwarzenbergplatz.

Josef Heu war bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Wien durch Großplastiken im öffentlichen Raum bekannt geworden. Während des Krieges arbeitete er als Kriegsmaler und Bildhauer im k.u.k. Kriegspressequartier.[1] In den Jahren von 1930 bis 1934 war er Präsident der österreichischen Gesellschaft für christliche Kunst. Seine Entwürfe für Denkmäler, Brunnen, Statuen und Grabmäler im klassischen Stil konnte er nicht mehr verwirklichen.

Als Professor hatte er eine Reihe, in späterer Folge einige namhafte Schüler wie z. B. Siegfried Charoux und Valerie Lorenz-Szabo. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde er wegen der rassistischen Verfolgung seiner jüdischen Frau mit Arbeitsverbot belegt, sein Atelier wurde beschlagnahmt und er musste aus Österreich flüchten. Anfang 1939 gelangte er nach England, wo er von Aufträgen für Klöster und Kirchen lebte. 1946 war seine Plastik Rufer in der Wüste eines der zentralen Exponate in der großen antifaschistischen Ausstellung Niemals vergessen in Wien. Heu starb 1952 in England, ohne Österreich wieder besucht zu haben.

Werke (Auszug)

Brunnen Befreiung der Quelle in Wien

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Ilse Krumpöck: Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien 2004, S. 71 f.

Weblinks