Köttmannsdorf

Köttmannsdorf
Wappen von Köttmannsdorf
Köttmannsdorf (Österreich)
Köttmannsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 28,19 km²
Koordinaten: 46° 34′ N, 14° 14′ O46.56138888888914.233888888889558Koordinaten: 46° 33′ 41″ N, 14° 14′ 2″ O
Höhe: 558 m ü. A.
Einwohner: 2.893 (1. Jän. 2012)
Postleitzahl: 9071
Vorwahl: 04220
Gemeindekennziffer: 2 04 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Karawankenblick 1
9071 Köttmannsdorf
Website: www.koettmannsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Josef Liendl (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
9 ÖVP, 4 SPÖ, 4 FPK, 1 EL, 1 FPÖ
Lage der Gemeinde Köttmannsdorf im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Köttmannsdorf im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Pfarrkirche Sankt Georg
Sankt Gandolf
Wurdach
Grenzstein Hollenburg-Viktring 1763 in Thal

Köttmannsdorf (slowenisch: Kotmara vas) ist eine südwestlich von Klagenfurt gelegene Gemeinde mit 2893 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Das Gemeindegebiet von Köttmannsdorf befindet sich südwestlich der Landeshauptstadt Klagenfurt am Höhenzug der Sattnitz (aus Konglomeratgestein) und wird durch den Ferlacher Stausee im Süden, das Keutschacher Seental im Norden, der Dobeiner Wand im Nordwesten und dem Hollenburger Sattel bzw. der Maria Rainer Senke in Osten begrenzt. Der höchste Punkt der Gemeinde ist mit 921 m die Sabalahöhe im Westen, während sich die tiefste Stelle am Ferlacher Stausee mit 441 m befindet. Die Oberflächenstruktur der Gemeinde weist ein Nord-Süd- bzw. West-Ost-Gefälle auf. Die Hauptentwässerung erfolgt über den Rekabach, der von West nach Ost das Gemeindegebiet durchfließt.

Gemeindegliederung

Köttmannsdorf ist in die vier Katastralgemeinden Wurdach (Vrdi), Köttmannsdorf (Kotmara vas), Hollenburg (Humberk) und Rotschitzen (Ročica) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 23 Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand 2001):

  • Aich (Hovč), 93 Einwohner
  • Am Teller (Talir), 52
  • Göriach (Gorje), 75
  • Gaisach (Čežava), 48
  • Hollenburg (Humberk), 6
  • Köttmannsdorf (Kotmara vas), 717
  • Lambichl (Ilovje), 343
  • Mostitz (Mostič), 47
  • Neusass (Vesava oder Novo selo), 58
  • Plöschenberg (Plešivec), 33
  • Preliebl (Preblje), 77
  • Rotschitzen (Ročica), 146
  • Sankt Gandolf (Šentkandolf), 127 Einwohner
  • Sankt Margarethen (Šmarjeta), 67
  • Schwanein (Zvonina), 43
  • Thal (Lipica), 46
  • Trabesing (Trabesinje), 165
  • Tretram (Medrejtre), 59
  • Tschachoritsch (Čahorče), 275
  • Tschrestal (Črezdol), 58
  • Unterschlossberg (Pod Gradom), 27
  • Wegscheide (Razpotje), 110
  • Wurdach (Vrdi), 120

Nachbargemeinden

Keutschach am See Klagenfurt
Nachbargemeinden Maria Rain
Ludmannsdorf Feistritz im Rosental Ferlach

Geschichte

Köttmannsdorf wurde 1142 als Kotmansdorf, abgeleitet vom Personennamen Hotemer, zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In dieser Zeit entstanden auch einige der noch heute bestehenden Ortschaften im Gemeindegebiet, das im 13. Jahrhundert zum Besitz des Stifts Viktring oder der Herrschaft Keutschach gehörte.

Ebenfalls 1142 erstmals urkundlich genannt wurde die Hollenburg am linken Ufer der Drau. Sie war über Jahrhunderte das Machtzentrum des Rosentals, die jeweiligen Herren der Hollenburg, als erste die Hollenburger, prägten das Geschehen des Gebiets zwischen Drau und Keutschacher Tal. Durch ein Erdbeben 1348 nahezu zerstört und anschließend wiederaufgebaut, war sie ab 1349 Sitz eines Landgerichts. Maximilian I. verkaufte die Burg 1514 an Siegmund von Dietrichstein. Die nach ihr so bezeichnete Hollenburg'sche Linie der Familie Dietrichstein baute die Burg im 16. und 17. Jahrhundert zum Schloss aus, wie es heute noch erhalten ist. Mit Moritz von Dietrichstein erlosch dieser Zweig der Familie 1864 im Mannesstamm.

1850 wurde die Gemeinde Köttmannsdorf aus den Katastralgemeinden Hollenburg, Köttmannsdorf und Rotschitzen gebildet.

1869 erfolgte die Eingemeindung der seit 1850 bestehenden Gemeinde Wurdach mit den Ortschaften Wurdach, Plöschenberg, Mostiz, St. Margarethen und Tschrestal.

1920 „Kärntner Volksabstimmung“: 62,3 % der Bevölkerung votieren für den Verbleib bei Österreich.

Nach dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkriegs (8. Mai) lieferten sich am 10. Mai 1945 slowenische Domobranci (Heimwehr), antikommunistische Četnik-Verbände, Volksdeutsche Waffen-SS-Einheiten (7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“) und flüchtende antikommunistische Zivilisten aus Jugoslawien mit den Titopartisanen noch schwere Kämpfe bei der Hollenburg.[1] Diese Flüchtlingskolonnen wurden von den Briten in ein provisorisch errichtetes Flüchtlingslager am Viktringer Feld an der nordöstlichen Gemeindegrenze von Köttmannsdorf interniert und in der zweiten Maihälfte an die Partisanen ausgeliefert.

In der Nacht zum 11. Oktober 2008 kam Landeshauptmann Jörg Haider in Lambichl auf der Loiblpass-Straße bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Seitdem pilgern Menschen zum Unfallort und legen Blumen, Kerzen, Fahnen und Trauerbekundungen nieder. Auch die Kärntner Traditionsverbände halten zu den Landesfeierlichkeiten regelmäßig eine Gegenkundgebung mit einer Kranzniederlegung ab.[2][3]

Sattnitz-Konglomerat[4]

Der Bauer von Karutschnig

Der Hof wurde bis zum Jahr 1909 als eigener Betrieb geführt, bevor er durch Zukauf in den Besitz des Bauernhofes vulgo Razaj auf dem Plöschenberg gelangte. Bis 1988 stand auf der Ostseite der Wiese noch das Gebäude. Nun erinnert nicht einmal mehr der kleinste Mauerrest daran. Heute können auf der Wiese als Folge des Düngemittelverzichts viele Wiesenblumen wie z. B. die Mücken-Händelwurz und die Fiederschuppen-Wiesen-Flockenblume bewundert werden.

Bäuerliches Leben

Das bäuerliche Leben auf dem Sattnitzrücken war seit jeher stark vom wasserdurchlässigen Konglomerat-Gestein geprägt. Die meisten Hausquellen wurden von oberflächennahen Wasseradern gespeist und versiegten bei längeren Trockenphasen. Häufig musste dann das Trinkwasser aus den tiefer gelegenen Gräben mühsam heraufgeholt werden. Die entlegenen Rodungsinseln waren davon besonders stark betroffen. So wurden die Einöd-Bauernhöfe im Verlauf der letzten Jahrzehnte aufgelassen.

Sattnitz-Konglomerat

Vor etwa zwei bis sieben Millionen Jahren begann der Abtrag des neu entstandenen Alpengebirges. In Kärnten brachte ein gewaltiger Vorläufer der heutigen Drau aus dem Gebiet der Hohen Tauern, der Gailtaler Alpen und der Karnischen Alpen große Schottermengen in das Klagenfurter Becken. Eine mehrere hundert Meter mächtige Schicht wurde durch kalkhaltiges Wasser zum Sattnitz-Konglomerat verkittet.

Dolinen und Karsterscheinungen

Wegen seines hohen Kalkanteiles verhält sich das bis 400 Meter mächtige Sattnitz-Konglomerat wie ein lösliches Kalkgebirge und weist verschiedene Karsterscheinungen auf. So entstanden z. B. Sickertrichter, die als Dolinen bezeichnet werden. Nach dem Versickern im Boden fließt das Wasser bis zu den unter dem Konglomerat liegenden wasserstauenden Kohle-Ton-Schichten hinab und kommt am Fuße des Sattnitz-Zuges in zahlreichen, teilweise sehr ergiebigen Quellen an die Oberfläche. Berühmt ist z. B. die Müllner-Quelle beim Bassgeigensee mit einer Sekundenschüttung von 50–150 Liter Wasser.

Bevölkerung

Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Köttmannsdorf 2.792 Einwohner, davon sind 95,1 % österreichische, 1,6 % deutsche und 1,4 % bosnische Staatsbürger. 6,4 % der Bevölkerung gehören der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 81,6 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 5,0 %, zum Islam 1,5 %, 8,6 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Schloss Hollenburg entstand aus einer gotischen Burg aus dem 14. Jahrhundert, es wurde bis 1588 zum Schloss ausgebaut.
  • St. Georgskirche – Kirche im romanischen Stil mit der ältesten gotischen Totenleuchte Österreichs.
  • Filialkirche St. Gandolf ob Köttmannsdorf
  • Filialkirche St. Margarethen ob Köttmannsdorf
  • Naturlehrpfad Zwergohreule auf dem Plöschenberg und Wurdach
  • Maria Waldesruh – Waldkapelle. Die vier rings um den Gekreuzigten angebrachten Holztafeln erzählen in Worten und gemalten Bildern die folgende Legende: „Im Jahr 1863 trug eine Frau von Ludmannsdorf einen Koffer, welcher immer schwerer wurde, so dass sie an dieser Stelle rasten musste. Aber beim Fortgehen konnte sie die Last nicht mehr heben und bat deshalb aus Verzweiflung um Gott. Augenblicklich erschien ihr ein Mann. Und dieser Mann half ihr die Last heben. Die Frau bemerkte aber, dass er blass war und an den Händen Wunden trug. Als sie sich bedanken wollte, entschwand er ihr vor den Augen.
  • Köttmannsdorf gilt als das populationsreichste Brutgebiet der Zwergohreule in Österreich. Im Jahre 2007 wurde das Brutverhalten dieser Vögel in einem speziell präparieren Nistkasten überwacht und wesentliche Verhaltensweisen dieses scheuen Nachtvogels konnten erforscht werden. Die annähernd naturbelassenen Bergregionen bieten diesem Zugvogel ein ideales Nahrungsangebot.
  • Dr.-Jörg-Haider-Gedenkstätte in Lambichl für den im Ortsgebiet tödlich verunglückten Rechtspopulisten und Kärntner Landeshauptmann. Der Gedenkpark umfasst mehrere Gedenkmonumente umlegt von Blumenbeeten, Fahnen und verschiedensten Trauerbotschaften.

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat von Köttmannsdorf hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:[6]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Josef Liendl (ÖVP).[7].

Wappen

Wappen at koettmannsdorf.png

Das Wappen von Köttmannsdorf nimmt auf die in der Geschichte für die Gemeinde wie auch die ganze Region maßgebliche Hollenburg Bezug. Als Vorlage diente ein an einer Urkunde vom 2. Februar 1335 erhaltenes Siegel des Ulrich von Hollenburg, der die Burg von 1308 bis 1335 innehatte. Dessen Motiv wird als drei Haselnüsse im Dreipass gedeutet, auch wenn ältere Siegel eher spitzovale Blätter zeigen. Eine frühere Deutung als Holunderblätter im Sinne eines „redenden“ Wappen („Hollerburg“) wird heute nicht mehr vertreten, da sich der Name der Burg wahrscheinlich von den im Burgfelsen vorhandenen Sandsteinhöhlen ableitet.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 21. August 1961 verliehen. Die Fahne ist Grün-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten

Literatur

  • 850 Jahre Köttmannsdorf. Köttmannsdorf 1142-1992. Eigenverlag der Gemeinde Köttmannsdorf 1992
  • Anton Kreuzer: Köttmannsdorf und Umgebung – Die Gegend zwischen dem Keutschacher Seental und dem Draufluss, Klagenfurt 2011, Kreuzer Buch, Einigkeitsstraße 3, 9020 Klagenfurt
  • J. Filipič: Der nationale Differenzierungsprozeß in den Gemeinden Oberdörfl / Zgornja Vesca, Ludmannsdorf / Bilčovs und Köttmannsdorf / Kotmara vas in den Jahren 1880 bis 1945. Wien 1994.
  • M. Müller: Der Sprachwechsel in Kärnten. Eine Fallstudie in der Gemeinde Köttmannsdorf / Kotmara vas. Wien 2000.

Einzelnachweise

  1. Tamara Griesser-Pecar: Das zerrissene Volk. Slowenien 1941–1946. Okkupation, Kollaboration, Bürgerkrieg, Revolution. Böhlau Verlag, Wien 2003. ISBN 3-205-77062-5
  2. http://www.news.at/nw1/gen/slideshows/slide/show;chronik/diverses/haider_unfallstelle/;kid;13?flags=nopop;1
  3. http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/514303/index.do?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/513883/index.do&direct=513883
  4. Text von einer der Schautafeln auf dem Naturlehrpfad Zwergohreule
  5. Bild von einer Schautafel am Naturlehrpfad Zwergohreule
  6. Homepage der Kärntner Landesregierung, Gemeinderatswahl 2009
  7. Homepage der Kärntner Landesregierung, Bürgermeisterwahl 2009

Weblinks

 Commons: Köttmannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien