Ludmannsdorf

Ludmannsdorf
Wappen von Ludmannsdorf
Ludmannsdorf (Österreich)
Ludmannsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 26,36 km²
Koordinaten: 46° 32′ N, 14° 8′ O46.54138888888914.136388888889564Koordinaten: 46° 32′ 29″ N, 14° 8′ 11″ O
Höhe: 564 m ü. A.
Einwohner: 1.836 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 69,65 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9072
Vorwahl: 04228
Gemeindekennziffer: 2 04 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nr. 27, 9072 Ludmannsdorf
Website: www.ludmannsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Maierhofer (GL)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
6 GL, 5 SPÖ, 2 FPK,
2 EL
Lage der Gemeinde Ludmannsdorf im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Ludmannsdorf im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Ludmannsdorf (slowenisch: Bilčovs) ist eine zweisprachige Gemeinde mit 1836 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) in Kärnten. Die Gemeinde liegt im Rosental zwischen dem Wörthersee und der Drau.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Das Gemeindegebiet von Ludmannsdorf erstreckt sich nördlich der Drau und südlich des Wörthersees zwischen den Gemeinden Velden am Wörther See und Köttmannsdorf. Es liegt auf dem stark bewaldeten Höhenzug der Sattnitz, einer Endmoräne der Eiszeit, und überblickt das Rosental und die Karawanken. Die Seehöhe des Gemeindegebiets liegt zwischen 600 und 900 Meter.

Gemeindegliederung

Ludmannsdorf besteht aus den fünf Katastralgemeinden Ludmannsdorf (Bilčovs), Großkleinberg (Mala gora), Oberdörfl (Zgornja Vesca), Selkach (Želuče) und Wellersdorf (Velinja vas). Das Gemeindegebiet umfasst folgende 17 Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand 2001):

  • Bach (Potok), 99 Einwohner
  • Edling (Kajzaze), 220
  • Fellersdorf (Bilnjovs), 59
  • Franzendorf (Branča ves), 191
  • Großkleinberg (Mala gora), 56
  • Ludmannsdorf (Bilčovs), 196
  • Lukowitz (Koviče), 104
  • Moschenitzen (Moščenica), 43
  • Muschkau (Muškava), 99
  • Niederdörfl (Spodnja Vesca), 97 Einwohner
  • Oberdörfl (Zgornja Vesca), 132
  • Pugrad (Podgrad), 165
  • Rupertiberg (Na Gori), 54
  • Selkach (Želuče), 108
  • Strein (Stranje), 36
  • Wellersdorf (Velinja vas), 131
  • Zedras (Sodražava), 35
Ogris-Höhe, Blick auf das Rosental
Filialkirche Sankt Helena
Design auf dem Gipfel der Selkacher Zikkurat

Nachbargemeinden

Schiefling am Wörthersee
Keutschach am See
Velden Nachbargemeinden Köttmannsdorf
St. Jakob im Rosental Feistritz im Rosental

Geschichte

Im Jahr 1141 wurde Ludmannsdorf/Bilčovs erstmals urkundlich erwähnt. Das bis heute stark durch die landwirtschaftlichen Kleinbetriebe geprägte Gebiet wies einen hohen Anteil an kleinen Keuschen auf und wurde seit dem Hochmittelalter bis 1848 von den Herrschaften Hollenburg und Viktring dominiert.

Kaiser Joseph II. erhob den Ort 1787 zur Pfarre. Die Kirche des Heiligen Jakob, Wahrzeichen der Gemeinde, stammt zum Teil aus dem 13. Jahrhundert und enthält sowohl romanische und gotische Stilelemente. Die Innenausstattung der Kirche wurde im 18. Jahrhundert barockisiert.

Während der Franzosenkriege war Ludmannsdorf von 1809 bis 1813 zwischen der französischen Illyrischen Provinz und dem Kaisertum Österreich geteilt. Die Grenze zwischen den beiden Ländern verlief ungefähr entlang der Linie Rupertiberg-Selkach. 1813 wurden die Franzosen bei Rosegg besiegt und aus Kärnten vertrieben.

1850 konstituierten sich die Gemeinden Ludmannsdorf und Oberdörfl. Letztere wurde 1957/58 als Ortsgemeinde aufgelöst und nach Ludmannsdorf eingemeindet.

In der Gemeinde mit traditionell hohem Anteil an Kärntner Slowenen stimmten bei der Volksabstimmung 1920 in Kärnten rund vier Fünftel (Ludmannsdorf) bzw. zwei Drittel (Oberdörfl) für den Anschluss an Jugoslawien.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Ludmannsdorf 1.825 Einwohner, davon besitzen 96,5 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 69 % der Bevölkerung gehören der deutschsprachigen und 28 % der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 90,9 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 2,0 % und zum Islam 1,5 %. 3,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis. Ehrendomherr Kanonikus Leopold Kassl war Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde.

Bevölkerungsentwicklung


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Jakob d. Ä.
Turk-Kreuz in Selkach
Draubrücke bei Selkach

Die Gemeinde verfügt über zahlreiche Kultur-, Sport- und andere Vereine, der bekannteste ist der slowenische Kulturverein Bilka. Zwei international bekannte Künstler stammen aus Ludmannsdorf: Der Schriftsteller Janko Ferk und die Malerin Meina Schellander.

Das unter dem Titel „Drau-Art“ geschaffene Land-Art-Projekt von „Kunstbau Saager“ ist eine Landschaftsgestaltung der drei Künstler Edmund Hoke, Tomas Hoke und Armin Guerino. Mit den Wasserformen Schnecke, Strudel und Walze formten die drei Designer die durch den Draustau entstandene Bucht bei Selkach. Natur, Kunst und Technik wurden zu einer wachsenden Einheit, die den Besuchern zur Verfügung steht. Auf dem Hügel „Zikkurat“, auf der Wellenkette und im strudelförmigen Hafenbecken bieten sich neue Perspektiven, der Drau und den Bergen näher zu kommen.

Im Gemeindegebiet finden sich zahlreiche Wegkreuze und Bildstöcke. Gleich in der Nähe der Stauseebrücke nach Maria Elend in der kleinen Ortschaft Selkach steht dieser massige Bildstock aus dem 16. Jahrhundert mit seichten Rundbogennischen unter seinem Pyramiden-Schindeldach. Die Bemalung datiert aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Wirtschaftsleben der Gemeinde ist vor allem geprägt von der Holzindustrie; in Ludmannsdorf sind sechs Tischlereibetriebe, zwei Zimmereien und drei Sägewerke ansässig. Der größte Arbeitgeber der Gemeinde und mithin der Region ist die Firma Holzbau Gasser GmbH.

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat von Ludmannsdorf hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2009 Manfred Maierhofer (GL).

Wappen

Im Wappen von Ludmannsdorf werden die traditionellen wirtschaftlichen Eigenheiten des heutigen Gemeindegebiets zum Ausdruck gebracht. Die beiden goldenen Zahnflanken symbolisieren Sägeblätter und damit die Holzgewinnung und -verarbeitung, das Korbgeflecht dazwischen erinnert an die – heute nicht mehr betriebene – Korbflechterei und Strohverarbeitung u. a. zu Strohhüten, die früher als Heimindustrie eine regionale Bedeutung besaßen. Der blaue Schildgrund spielt auf die Lage des Gemeindegebiets zwischen Drau und dem Keutschacher Seental und dem Wörthersee an.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 5. März 2002 verliehen. Die Fahne ist Gelb-Blau mit eingearbeitetem Wappen. Die offizielle Blasonierung lautet: „In Blau mit goldenen Zahnflanken pfahlweise ein goldenes, schwarz gezeichnetes Korbgeflecht.“[1]

Literatur

  • Anton Kreuzer: Köttmannsdorf und Umgebung - Die Gegend zwischen dem Keutschacher Seental und dem Draufluss. Kreuzer Buch, Klagenfurt 2011
  • J. Filipič: Der nationale Differenzierungsprozeß in den Gemeinden Oberdörfl / Zgornja Vesca, Ludmannsdorf / Bilčovs und Köttmannsdorf / Kotmara vas in den Jahren 1880 bis 1945. Wien 1994.
  • Polona Sketelj: Bilčovske družinske jaslice. Bilčovs 1996.

Einzelnachweise

  1. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 174

Weblinks

 Commons: Ludmannsdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien