NÖLB Uh

NÖLB Uh / BBÖ Bh / ÖBB 398
Bh.1 auf der Drehscheibe in Tamsweg
Bh.1 auf der Drehscheibe in Tamsweg
Nummerierung: NÖLB Uh.1,
BBÖ Bh.1,
ÖBB 398.01
Anzahl: NÖLB: 1
BBÖ: 1
ÖBB: 1
Hersteller: Krauss/Linz
Baujahr(e): 1905
Ausmusterung: 1973
Achsformel: C1h2t
Spurweite: 760 mm (Bosnische Spur)
Länge über Kupplung: 7,804 m
Gesamtradstand: 4.000 mm
Dienstmasse: 27,6 t
Reibungsmasse: 22,9 t
Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h
Treibraddurchmesser: 820 mm
Laufraddurchmesser hinten: 570
Steuerungsart: Heusingersteuerung
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 340 mm
Kolbenhub: 400 mm
Kesselüberdruck: 12,0 atm
Anzahl der Heizrohre: 81/10
Heizrohrlänge: 3.250 mm
Rostfläche: 1,03 m²
Strahlungsheizfläche: 4,4 m² (feuerberührt)
Rohrheizfläche: 41,0 m² (feuerberührt)
Überhitzerfläche: 14,4
Verdampfungsheizfläche: 45,4 m² (feuerberührt)
Wasservorrat: 3,0 m³
Brennstoffvorrat: 1,36 t

Die Reihe Uh der Niederösterreichischen Landesbahnen (NÖLB) ist eine Schmalspur-Dampflokomotive der Spurweite 760 mm, die nur in einem Exemplar gebaut wurde.

Bh.1 (rechts) und eine Lok der Reihe U in Murau
Bh.1 mit Sonderzug bei Mank auf der Krumpe

Die Niederösterreichischen Landesbahnen bestellten anlässlich der Verlängerung der Pielachtalbahn im Abschnitt Kirchberg an der Pielach–Laubenbachmühle im Jahr 1905 bei der Lokomotivfabrik Krauss in Linz eine Prototyplokomotive, die grundsätzlich der gleichzeitig bestellten Baureihe Uv entsprach, aber anders als diese Verbundlokomotive in Heißdampftechnologie ausgeführt wurde. Diese Lokomotiven waren Weiterentwicklungen der bereits mehrfach bewährten Reihe U, die Heißdampf-Maschine war mit einem Überhitzer nach Patent Wilhelm Schmidt ausgestattet und war zugleich die erste Lokomotive dieser Art in der Österreich-Ungarischen Monarchie. Obwohl mit dieser als Uh.1 bezeichneten Lokomotive im Betriebseinsatz positive Erfahrungen gemacht wurden, unterblieb die Bestellung weiterer Exemplare. Jedoch führten diese Erfahrungen zur Bestellung von Heißdampflokomotiven - der Reihe Mh - für den Ende 1906 in Betrieb genommenen Gebirgsabschnitt der Mariazellerbahn.

Da die NÖLB-Strecken ab 1921 im Pachtbetrieb durch BBÖ betrieben wurden, wurde die Uh.1 zunächst 1923 auf die Salzkammergut-Lokalbahn überstellt, die in diesem Jahr ebenfalls durch die Staatsbahn betrieben wurde. 1924 wurde sie zur Bregenzerwaldbahn umstationiert und dort in Bh.1 umgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg nunmehr bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verblieben und im neuen ÖBB-Nummernschema als 398.01 bezeichnet, kam die Maschine bis zu ihrer Ablöse durch Diesellokomotiven der Reihe 2095 in den 1960er-Jahren auf der Ybbstalbahn zum Einsatz. Die formelle Ausmusterung erfolgte erst 1973, danach erwarb sie der Eisenbahnverein Club 760 in der Steiermark. Im Zuge eines Lokomotivtausches gelangte die Maschine letztendlich an die Steiermärkischen Landesbahnen, wo sie neu aufgearbeitet in den Nostalgiezugseinsatz der Murtalbahn aufgenommen wurde. Von 1992 bis 1995 war sie dann leihweise auf der von einem Verein bis 1998 betriebenen und inzwischen gänzlich eingestellten Thörlerbahn anzutreffen, danach wurde sie mit abgelaufenen Kesselfristen außer Betrieb genommen. 2004 erhielt die Bh.1 neuerlich eine Hauptuntersuchung, damit steht die Lokomotive weiterhin auf der Murtalbahn zur Verfügung. Seitdem kam sie auch mehrmals mit Sonderzügen auf anderen Strecken zum Einsatz, etwa auf der Mariazellerbahn und der Ybbstalbahn.

Literatur

  • Roland Beier: Reihe U (= Transpress-Fahrzeugportrait). Transpress-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-71152-4.
  • Horst Felsinger, Walter Schober: Die Mariazellerbahn. 3., erweiterte Auflage. Pospischil, Wien 2002, weblink.
  • Dieter Zoubek: Erhaltene Dampflokomotiven in und aus Österreich. = Preserved Austrian Steam Locos. Eigenverlag, Guntramsdorf 2004, ISBN 3-200-00174-7.