Nationalpark Kalkalpen

Nationalpark Kalkalpen
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Nationalpark Kalkalpen (Österreich)
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Lage: Oberösterreich, Österreich
Fläche: 20.856[1] ha
Gründung: 25. Juli 1997 [2]
Karte Nationalpark Kalkalpen.png

47.7914.373611111111Koordinaten: 47° 47′ 24″ N, 14° 22′ 25″ Oi3i6

Der Nationalpark Kalkalpen ist ein österreichischer Nationalpark. Er wurde 1997 gegründet und umfasst das Sengsengebirge und das Reichraminger Hintergebirge in den Oberösterreichischen Voralpen.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung

Nationalpark-Zentrum Molln; Sitz der Nationalpark Gesellschaft

Der Sitz der Nationalpark Gesellschaft ist in Molln, jedoch befinden sich auch in Reichraming und Windischgarsten Besucherzentren, die Informationsmaterialien, -veranstaltungen und Ausstellungen bieten. Weitere umliegende Orte sind: Roßleithen, Rosenau am Hengstpaß, Weyer, Großraming und St. Pankraz.

Der Nationalpark umfasst eine Fläche von 20.856 Hektar.[1] Davon sind 89 % als Naturzone ausgewiesen, elf Prozent sind Bewahrungszone.[2] 88 % des Gebiets sind im Besitz der Österreichischen Bundesforste, elf Prozent im Privatbesitz und ein Prozent im Gemeindebesitz.[2]

Geschichte

Schon in der Steinzeit lebten Menschen in der Nationalparkregion. Das belegen in Moustérien-Levalloistechnik gefertigte Steinwerkzeuge aus dieser Zeit (65.000–30.000 v. Chr.), die in der Rameschhöhle gefunden wurden. In dieser Höhle fand man auch Hinweise auf Höhlenbären, Höhlenlöwen, Wölfe und Steinböcke. Weitere sieben Steinartefakte von steinzeitlichen Jägern aus der Zeit zwischen 18.000 und 10.000 v. Chr. wurden im Nixloch (Gemeinde Losenstein) gefunden.[1]

Im Gemeindegebiet von Windischgarsten wurden mehrere Beile und eine Lanzenspitze aus der Zeit um 1000 v.Chr. gefunden. Sie weisen auf eine Besiedelung und Begehung der Pässe hin.[1]

In diesem Teil Oberösterreichs, an den Grenzen zu Niederösterreich und der Steiermark, blieb nach dem Niedergang der eisenverarbeitenden Industrie eine noch weitgehend intakte Natur- und Kulturlandschaft erhalten. 1976 wurde das Naturschutzgebiet Sengsengebirge errichtet.[1]

Bereits 1983 gab es erste Pläne für einen Nationalpark im Reichraminger Hintergebirge. 1990 begannen die Planungen für den Nationalpark Kalkalpen. Das Nationalpark-Gesetz wurde 1996 im oberösterreichischen Landtag beschlossen. Am 21. Juli 1997 wurde der Nationalpark per Verordnung zunächst auf einer Fläche von 16.509 Hektar eingerichtet, am 25. Juli 1997 wurde der Nationalpark Kalkalpen schließlich eröffnet. Die internationale Anerkennung des Nationalparks Kalkalpen durch die IUCN als Schutzgebiet der Kategorie II erfolgte noch im selben Jahr.[1]

2001 wurde der Nationalpark auf 18.400 Hektar erweitert.[1] 2003 erfolgte eine erneute Erweiterung auf 20.856 Hektar.[1]

Seit 2004 ist der Nationalpark auch Ramsargebiet und Natura-2000-Gebiet (Europaschutzgebiet sowohl nach FFH-Richtlinie als auch Vogelschutzrichtlinie).[2]

Im Jahre 2009 erfolgte eine weitere Flächenänderung in Anpassung an die Entscheidung der Kommission der EG vom 12. Dezember 2008.[3][4]

Geografie und Geologie

Der Große Größtenberg im Reichraminger Hintergebirge

Der höchste Gipfel ist mit 1963 Metern der Hohe Nock.[2]

Das Gelände ist zu vier Fünftel bewaldet, dabei dominiert ein Mischwald aus Fichten, Tannen und Buchen.[5]

Im Nationalparkgebiet findet man über 200 km unverbauter Bachläufe und 800 Quellen.[2]

Die Hauptgesteinsarten im Nationalpark sind Wettersteinkalk und Hauptdolomit.[2]

Im Gebiet des Nationalparks Kalkalpen wurden bisher über 70 Höhlen entdeckt. Das größte Höhlensystem im Nationalpark ist die Klarahöhle, die 2004 entdeckt wurde. Die tiefste Höhle ist der Krestenbergschacht, der von seinem Einstieg in 1165 m Seehöhe 412 m tief abfällt. Es gibt auch Eishöhlen im Park, diese sind nur erfahrenen Höhlenforschern zugänglich. Im Sengsengebirge liegt die „Eiskapelle“. Diese Höhle besteht im Wesentlichen aus einer 60 m langen, 30 m breiten und etwa sechs Meter hohen Halle. In manchen Jahren hält sich in der Mitte des Raumes bis in den Herbst hinein eine Eissäule. Früher wurde diese Höhle von den Einheimischen „Teufelskapelle“ genannt.[6]

Tier- und Pflanzenwelt

Eurasischer Luchs (Lynx lynx)

Im Park leben rund 30 Säugetier-, 80 Brutvogel- und 1500 Schmetterlingsarten. Die Pflanzenwelt weist über 1000 verschiedene Arten von Blütenpflanzen, Farnen und Moosen auf.[7]

Folgende Säugetiere leben im Park: Braunbär, Luchs, Fischotter, Siebenschläfer, Biber und zahlreiche Fledermausarten.[8]

Der Park ist Lebensraum vieler Vogelarten, die in Österreich auf der Roten Liste stehen, dazu zählen: Auerhuhn, Baumfalke, Birkhuhn, Braunkehlchen, Eisvogel, Graureiher, Habicht, Haselhuhn, Hohltaube, Schlangenadler, Schwarzstorch, Steinadler, Sperber, Uhu, Waldschnepfe, Wanderfalke, Wasseramsel, Weißrückenspecht, Wespenbussard, Wiesenpieper, Ziegenmelker und Zwergschnäpper.[8]

Zu den gefährdeten Reptilien im Park zählen: Äskulapnatter, Bergeidechse, Blindschleiche, Glattnatter/Schlingnatter, Kreuzotter, Ringelnatter und Zauneidechse.[8]

Von den über 850 nachgewiesenen Pflanzenarten im Park stehen 102 auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzen Oberösterreichs.[9]

Nutzung

Das Nationalparkgelände steht unter besonderen Schutz und ist gut mit Wanderwegen erschlossen. Die umliegenden Gemeinden nutzen das Gebiet ausschließlich für sanften Tourismus.

In der Bewahrungszone gibt es 20 Almen, von denen nur wenige bewirtschaftet werden.[10]

Siehe auch

Literatur

  • Natur im Aufwind - Der Nationalpark in den oberösterreichischen Kalkalpen. Landesverlag, ISBN 3-85214-683-6
  • Otto Harant, Wolfgang Heitzmann: Reichraminger Hintergebirge. Vergessene Bergheimat zwischen Ennstal und Sengsengebirge. Verlag Wilhelm Ennsthaler, ISBN 3-85068-171-8
  • Gerald Radinger: Wandererlebnis Nationalpark Kalkalpen. Die schönsten Touren zwischen Enns und Steyr. Kral Verlag, 2012, ISBN 978-3-99024-066-3

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Offizielle Seite des Nationalparks Kalkalpen - Zeittafel (HTML). Abgerufen am 15. Februar 2009.
  2. a b c d e f g Offizielle Seite des Nationalparks Kalkalpen (HTML). Abgerufen am 15. Februar 2009.
  3. Entscheidung alpine biogeografische Region (Entscheidung 2009/91/EG)Vorlage:§§/Wartung/alt-URL, eingesehen am 13. Juli 2011
  4. Änderungen zum Europaschutzgebiet „Nationalpark Kalkalpen“ – Grund für die Novelle: Rechtsanpassungen und flächenmäßige Änderungen. In: portal.wko.at / Umwelt und Energie / Natur und Biologische Vielfalt: Begutachtung Naturschutz. WKO OÖ, 7. Januar 2010, abgerufen am 2. Juni 2010.
  5. Offizielle Seite des Nationalparks Kalkalpen - Wald (HTML). Abgerufen am 15. Februar 2009.
  6. Offizielle Seite des Nationalparks Kalkalpen - Höhlen im Nationalpark Kalkalpen (HTML). Abgerufen am 15. Februar 2009.
  7. Offizielle Seite des Nationalparks Kalkalpen - Tiere und Pflanzen (HTML). Abgerufen am 15. Februar 2009.
  8. a b c Offizielle Seite des Nationalparks Kalkalpen - Tiere (HTML). Abgerufen am 15. Februar 2009.
  9. Offizielle Seite des Nationalparks Kalkalpen - Pflanzen (HTML). Abgerufen am 15. Februar 2009.
  10. Offizielle Seite des Nationalparks Kalkalpen - Almen (HTML). Abgerufen am 15. Februar 2009.