Pontlatzer Brücke

Pontlatzer Brücke
Pontlatz Denkmal

Die Pontlatzer Brücke ist eine Innbrücke im oberen Tiroler Inntal, nördlich des Dorfes Prutz und ca. 12 km südlich von Landeck und liegt auf einer Seehöhe von 863 Metern.

Die Pontlatzer Brücke bildete bis 1978 die offizielle Grenze zwischen dem damaligen Gerichtsbezirk Ried im Oberinntal und dem Gerichtsbezirk Landeck. Der Landstrich, der dem Gericht Ried unterstellt war, nennt man heute noch Oberes Gericht.

An der Pontlatzer Brücke querte bereits die römische Via Claudia den Inn. Der Name leitet sich von "Pons Ladis", was Brücke von Ladis bedeutet, ab.

Die Engstelle bei der Brücke bot zweimal, im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 und bei den Napoleonischen Kriegen 1809, einen Hinterhalt für die Verteidiger gegen bayrische Truppen.

Als 1703 der bayrische Kurfürst Maximilian II. Emanuel Tirol besetzte, wurde eine im Juli zum Reschenpass marschierende Truppe von 300 Mann mittels Steinlawinen und von auf den Hängen postierten Schützen großteils aufgerieben. Dieser Erfolg bei geringen eigenen Verlusten war das Signal zum Aufstand, und Max Emanuel konnte am 26. Juli gerade noch aus Innsbruck flüchten.

Als 1809 bayrische Truppen in Tirol einmarschierten, gerieten sie am 8. und 9. Juli zwischen den Brücken von Pontlatz und Prutz in ein Gemetzel, wiederum bei geringen Verlusten unter den Tirolern. Diese Schlacht wird zu den drei großen Siegen gegen Napoleon gewertet, hatte aber bei weitem nicht die Bedeutung wie die Schlacht von 1703.

Zur Erinnerung an die beiden Schlachten steht heute an der Pontlatzer Brücke ein Denkmal, das 1904 errichtet wurde. Heute ist die Brücke eine Eisenbogenbrücke aus dem Jahre 1899. Etwas weiter westlich, unterhalb von Fließ sind zwei typische gedeckte Holzbrücken erhalten. Diese Brücke ist auch Namensgeber der Pontlatz-Kaserne in Landeck.

Literatur

  • Wolfgang Meighörner: Conflictus turbulentus, clamorosus, sed victorius. Eine Bewertung der Ereignisse an der Pontlatzer Brücke 1809, in: Sporer-Heis, Claudia (Hrsg.): Tirol in seinen alten Grenzen. Festschrift für Meinrad Pizzinini, Innsbruck 2008, S. 139 - 164.

47.10555555555610.661111111111Koordinaten: 47° 6′ 20″ N, 10° 39′ 40″ O