Ruden (Kärnten)

Ruden
Wappen von Ruden
Ruden (Kärnten) (Österreich)
Ruden (Kärnten)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Völkermarkt
Kfz-Kennzeichen: VK
Fläche: 42,39 km²
Koordinaten: 46° 39′ N, 14° 46′ O46.65638888888914.7697465Koordinaten: 46° 39′ 23″ N, 14° 46′ 11″ O
Höhe: 465 m ü. A.
Einwohner: 1.552 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 36,61 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9113
Vorwahl: 0 42 34
Gemeindekennziffer: 2 08 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obermitterdorf 30
9113 Ruden
Website: www.ruden.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Skorjanz (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
7 SPÖ, 4 BZÖ, 3 ÖVP, 1 FPÖ
Lage der Gemeinde Ruden im Bezirk Völkermarkt
Bleiburg Diex Eberndorf Eisenkappel-Vellach Feistritz ob Bleiburg Gallizien Globasnitz Griffen Neuhaus Ruden Sankt Kanzian am Klopeiner See Sittersdorf Völkermarkt KärntenLage der Gemeinde Ruden (Kärnten) im Bezirk Völkermarkt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Ruden (slowenisch: Ruda) ist eine im Bezirk Völkermarkt in Kärnten gelegene Gemeinde mit 1552 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Das Gemeindegebiet liegt im östlichen Teil des Jauntals nördlich der Drau zwischen dem Wallersberg, dem Liesnaberg und dem Weißenegger Berg.

Gemeindegliederung

Ruden ist in die vier Katastralgemeinden Kraßnitz (Krasnica), Unternberg (Podgora), Ruden (Ruda) und Eis (Led) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften:

  • Dobrowa (Dobrava) (69)
  • Eis (Led) (259)
  • Grutschen (Gruča) (14)
  • Kanaren (Kanarn) (33)
  • Kleindiex (Male Djekše) (100)
  • Kraßnitz (Krasnica) (35)
  • Lippitzbach (Lipica) (50)
  • Obermitterdorf (Dolinja vas) (231)
  • Ruden (Ruda) (156)
  • Sankt Jakob (Šentjakob) (12)
  • Sankt Martin (Šmartin) (144)
  • Sankt Nikolai (Šmiklavž) (81)
  • Sankt Radegund (Šentradegunda) (127)
  • Untermitterdorf (Srednja vas) (100)
  • Unternberg (Podgora) (130)
  • Unterrain (Breg) (12)
  • Weißeneggerberg (Višnjaška Gora) (0)
  • Wunderstätten (Drumlje) (47)

Geschichte

Burg Weißenegg

Nordöstlich von Ruden, auf einem bewaldeten Felsvorsprung, sind heute noch die Reste einer Zwillingsburg zu sehen, deren älterer Teil aus dem 12. Jahrhundert stammt. Von den vier Burgen des Namens Weißenegg, die es in den österreichischen Alpenländern gegeben hat, war diese Burg wahrscheinlich das Stammschloss des Geschlechtes der Weißenegger. Als Ältester des Geschlechtes der Weißenegger ist ein Wülfing von „Wizzeneck“ bekannt. Er soll um etwa 1120 gelebt haben.

Ruinen von Weißenegg bei Ruden

Im Jahre 1278 kämpfte ein Weißenegger mit König Rudolf von Habsburg gegen König Ottokar von Böhmen und fiel in der Schlacht bei Dürnkrut auf dem Marchfeld. Daraus ist zu ersehen, dass die Herren von Weißenegg ein mächtiges und reiches, aber auch unruhiges Geschlecht waren.

Bereits im 13. Jahrhundert war die Burg Weißenegg Sitz eines Landgerichtes, zu dem auch Ruden gehörte.

1363 erbten die Grafen Ulrich und Hermann I. von Cilli Burg und Herrschaft von Eberhard von Walsee. Da sich die Burg zu Ende des 14. Jahrhunderts im Besitze des Grafen Hermann II. von Cilli befand, ist anzunehmen, dass die Weißenegger ihre Güter im Aufstand Friedrichs von Auffenstein gegen Herzog Albrecht II. eingebüßt haben. Im Jahre 1425 gab Graf Hermann II. von Cilli die beiden Schlösser Weißenegg und Hartneidstein dem Hochstift Bamberg und erhielt dafür im Tauschwege Mauthenberg (Hohenmauthen/Muta).

Bis 1759 blieb Weißenegg bambergisch, dann fiel es an den Staat. Im Jahre 1775 wurde die Herrschaft Weißenegg an Maximilian Thaddäus Freiherr von Egger verkauft und blieb viele Jahrzehnte hindurch in dieser Familie. Gegenwärtig befindet sich die Burg im Besitz von Friederike Zechner-Leitgeb.

Weitere geschichtliche Daten

Schloss Lippitzbach

Ein örtlicher Silberabbau bei den heutigen Ortschaften Eis und St. Nikolai ist seit dem 12. Jahrhundert urkundlich belegt, und wurde möglicherweise schon vor über 2000 Jahren betrieben; die im Jahr 1858 gefundenen keltischen Silbermünzen aus dem ersten Jahrhundert vor Christus gehen möglicherweise auf lokale Silbergruben zurück (siehe hierzu auch Abschnitt Wappen). Bei Ruden wurde Erzbergbau betrieben.

Im Jahr 1521 wurde Ruden als eigenständige Pfarre bezeichnet. Die Pfarrkirche St. Magdalena ist ein spätgotischer Bau mit Gewölben aus dem 15. Jahrhundert.

Eine alte Weinbaugegend in Ruden, die allerdings erst aus dem 17. Jahrhundert bezeugt ist, führt heute noch den Namen „Weingarten“. Es darf mit Bestimmtheit angenommen werden, dass dieser Weingarten ebenfalls schon im Mittelalter angelegt worden ist.

In Eis bei Ruden hatte es vom Jahre 1789 bis zum 29. Mai 1874 ein Postamt gegeben. Die Poststation befand sich auf dem jetzigen „Svetyhof“. Das Postamt Eis, an der Postroute in das nun slowenische Mießtal gelegen, hatte als Pferdewechselstelle Mitte des 18. Jahrhundert große Bedeutung.

Die heutige Ortsgemeinde geht auf die Gemeindegründung zweier Ortsgemeinden Ruden und Eis im Jahr 1850 zurück. Letztere teilte sich bereits 1854 in zwei Ortsgemeinden auf, von denen die zum Bezirk Völkermarkt gehörige 1865 an Ruden angeschlossen wurde. Vier Jahre später, 1869, wurde Ruden nach Griffen eingemeindet, verselbständigte sich aber schon 1876 wieder.

Alte und neue Draubrücke im Ortsteil Lippitzbach

Bevölkerung

Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Ruden 1.600 Einwohner, davon besitzen 98,1 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 3,9 % gehören der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 94,0 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 1,1 %. Ohne religiöses Bekenntnis sind 2,8 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ruden (Kärnten)

Wirtschaft und Infrastruktur

Jauntalbrücke über die Drau

Das Gemeindegebiet ist traditionell von der Landwirtschaft geprägt und weist heute eine hohe Rate von Auspendlern auf (laut Volkszählung 2001 gab es 545 Auspendler gegenüber 667 Erwerbstätigen am Wohnort).

Durch Ruden verläuft die Lavamünder Straße (B 80) in west-östlicher Richtung, eine von ihr in nördlicher Richtung abzweigende Landstraße stellt die Verbindung zur Nachbargemeinde Griffen und einen Anschluss an die Süd Autobahn (A 2) her. Die Verbindung nach Bleiburg erfolgt über die Lippitzbacher Straße mit der Lippitzbachbrücke.

Ruden liegt an der Jauntalbahn.

Eis, die Ortschaft

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der letzten Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:[1]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Rudolf Skorjanz (SPÖ).[2]

Wappen

Die amtliche Blasonierung des Wappens von Ruden lautet: „Silberner Rundschild mit Tectosagenkreuz nach dem Vorbild der keltischen Silberkleinmünze des ‚Typs Eis‘, d. h. mit dreistreifigem grünem Kreuz, vierstrahliger, sternförmiger roter Mitte und je einem spitz zulaufenden roten Blütenblatt in den vier Kreuzzwickeln.“[3]

Es nimmt Bezug auf den Fund von keltischen Silbermünzen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., deren Rückseite eine kreuzförmige Figur zeigt. Diese geht auf die stilisierte Rose der griechischen Handelskolonie Rhoda in Südfrankreich zurück, wo ab 300 v. Chr. das keltische Volk der Tectosagen ansässig war. Die roten Anteile des Wappens erinnern demnach an die rote Rose von Rhoda, dem Ursprung des Tectosagenkreuzes, die dreistreifigen grünen Kreuzbalken darunter an deren pflanzlichen Ursprung und der silberne Schildgrund an den historischen Silberbergbau.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 14. Juni 1960 verliehen. Die Flagge von Ruden zeigt die längsgestreiften Farben rot–weiß–grün mit eingearbeitetem Gemeindewappen.

Persönlichkeiten

  • Ivan Ramsak, Profifußballer, Trainer, Sport- und Allgemeinmediziner
  • Krall David, Profifußballer,

Literatur

  • N. David: Die slowenische Mundart von Gorentschach / Gorenče. Klagenfurt 2007.

Einzelnachweise

  1. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 18. März 2009.
  2. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 18. März 2009.
  3. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 236.

Weblinks

 Commons: Ruden, Kärnten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien