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Hitler, Adolf#

* 20. 4. 1889, Braunau am Inn (Oberösterreich)

† 30. 4. 1945, Berlin (Deutschland; Selbstmord)

Politiker, Diktator


Hitler, Adolf
Adolf Hitler. Foto, 1938.
© Copyright Österreichisches Institut für Zeitgeschichte, Wien - Bildarchiv, für AEIOU.

Wuchs ohne geregelte Ausbildung auf, lebte in dürftigen Verhältnissen als Bauhilfsarbeiter und "Kunstmaler" in Wien; ging 1913, um sich der österreichischen Militärdienstpflicht zu entziehen, nach München und nahm in der bayerischen Armee am 1. Weltkrieg teil. In Deutschland wurde er 1921 Führer der NSDAP, versuchte 1923 einen Staatsstreich, in der folgenden Festungshaft schrieb er seine politische Rechtfertigungsschrift "Mein Kampf". 1925 legte er die österreichische Staatsbürgerschaft zurück und blieb staatenlos, bis er 1932 die deutsche Staatsbürgerschaft erwarb. Wurde am 30. 1. 1933 deutscher Regierungschef (Reichskanzler) und 1934 Staatsoberhaupt (Reichspräsident), vereinigte von da an als "Führer und Reichskanzler" die Ämter des Partei-, Regierungs- und Staatschefs; errichtete eine Diktatur, verfolgte eine aggressive Außenpolitik (Annexion Österreichs und der Sudetenländer, Besetzung Tschechiens) und begann am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg. Attentate auf ihn scheiterten unter anderem am 9. 11. 1939 im Münchner Bürgerbräukeller, am 13. März 1943 in Smolensk und am 20. 7. 1944 in der "Wolfsschanze" bei Rastenburg. Bei dem anschließenden Umsturzversuch unter dem Decknamen "Walküre" spielte der Österreicher Robert Bernardis in Berlin eine entscheidende Rolle.

Hitler hatte sich aus antibürgerlichen und antisemitischen Ideen eine auf dem Rassen- und Machtprinzip fußende Weltanschauung gebildet, deren Wurzeln vielfach in politischen Geschehnissen und Strömungen der deutschnationalen Bewegung in Österreich lagen (Georg Ritter von Schönerer). Er trägt die Hauptverantwortung für den organisierten Völkermord an den Juden, für die Ermordung politisch Andersgesinnter sowie für die Massenmorde der Einsatzgruppen an der Ostfront.

Weiterführendes#

Quellen#

  • M. Domarus, Hitlers Reden und Proklamationen 1932-45, 1965
  • Hitler. Sämtliche Aufzeichnungen 1905-24, 1980
  • Hitler. Reden, Schriften, Anordnungen 1925-33, 2 Bände, 1992/94.

Literatur#

  • A. Bullock, Hitler, 1953
  • J. C. Fest, Hitler, 1973
  • J. Toland, A. Hitler, 1976
  • W. Maser, A. Hitler, Legende, Mythos, Wirklichkeit, 1987
  • B. Hamann, Hitlers Wien, 1996
  • J. Lukacs, Hitler - Geschichte und Geschichtsschreibung, 1997
  • I. Kershaw, Hitler (2 Bände), 1998/2000
  • M. Koch-Hillebrecht, Homo Hitler, 1999
  • Österreichisches Biographisches Lexikon
  • Neue Deutsche Biographie



Sehr gelungen. Es gab allerdings nicht nur zwei Attentatsversuche, sondern 43 !!! Zu den intelligentesten zählt jener, bei dem am 13. März 1943 in Smolensk als Cognac-Flaschen getarnter Sprengstoff in Hitlers Flugzeug durch Oberleutnant Dr. Fabian v. Schlabrendorff geschmuggelt wurde, der aber aus ungeklärten Gründen nicht detonierte. Der Sprengstoff war am 7. März 1943 durch Canaris und den Österreicher Erwin von Lahousen-Vivremont in das Hauptquartier der "Heeresgruppe Mitte" in Smolensk gebracht worden. Nach dem erfolgten Attentat sollte der Staatsstreich schon 1943 !!! unter dem Code-Wort "Walküre" ausgelöst werden. Wird in Wikipedia unter "Wilhelm Canaris" und "Erwin von Lahousen" knapp aber richtig dargestellt. Lit.: Fabian von Schlabrendorff: Offiziere gegen Hitler, Berlin 1946 und weitere Auflagen. Karl Glaubauf, Stefanie Lahousen: Generalmajor Erwin von Lahousen-Vivremont. Ein Linzer Abwehroffizier im militärischen Widerstand; LIT-Verlag, Münster-Berlin-Wien 2005.

--Aster Rix, Dienstag, 5. Januar 2010, 16:45


Die Berücksichtigung des gestern in der Wiener Zeitung erschienenen Beitrages der prominenten Wiener Historikerin Dr. Anna Maria Sigmund und die Aufnahme ihres neuen Buches über A.H. in das Literaturverzeichnis würden den Beitrag an den Stand der Forschung heranführen und somit seinen Wert noch wesentlich steigern. Leider kann ich das nicht selbst machen, da mir die Rechte dazu fehlen. Wie der Diskussion in der WZ zu entnehmen ist, sind schon Bestrebungen im Gang, die beachtlichen neuen Forschungsergebnisse in Wikipedia einzubringen. Schon deshalb sollten sie auch hier nicht fehlen.

Dr. Karl Glaubauf

--glaubauf karl, Donnerstag, 4. März 2010, 08:15