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Kudrun#

Anonymes Heldengedicht in 1705 Strophen, das um die Mitte des 13. Jahrhunderts im bayerisch-österreichischen Raum (vielleicht in der Steiermark, eher aber im Umkreis einer größeren Stadt, etwa Regensburg oder Wien) entstanden ist. Überliefert ist das Kudrun-Lied in einer einzigen, sprachlich jüngeren Fassung im Ambraser Heldenbuch; es steht in der Tradition der germanischen Heldensage, legt sein Hauptaugenmerk aber auf die Brautgewinnungsgeschichten mit glücklichem Ende und kann so als "Gegen-Nibelungenlied" gelten. Nach den Hauptfiguren (Hagen, Hilde, Kudrun) ist es in 3 Teile gegliedert. Formal stellt die Kudrun-Strophe eine Erweiterung der Nibelungenstrophe (Nibelungenlied) dar.

Als wegweisend für die Interpretation mittelalterlicher Epen (auch Kudrun) gelten die Konzerte und Einspielungen des Wiener Sängers Eberhard Kummer Er folgt dabei der historischen Aufführungspraxis und pflegt enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universitäten in Salzburg (Ulrich Müller und Margarete Springeth), Bamberg (Ingrid Bennewitz) und Würzburg (Horst Brunner, Sieglinde Hartmann).

Ausgabe#

  • B. Boesch (Hg.), Kudrun, 4/1964
  • W. Hoffmann (Hg.), Das Nibelungenlied. Kudrun, 1972.


Epen, interpretiert von Eberhard Kummer (Auswahl):

  • 1984 Das Nibelungenlied. Pan-Verlag, Wien (LP)
  • 1987 Ballade des Wolf Dietrich und andere Balladen. Lyraphon, Salzburg
  • 1998 Das Nibelungenlied, Walther von der Vogelweide, Kürenberger. Extraplatte, Wien (CD, Stereo 93415)\
  • 2004 Laurin – Epos und Schwank im mittelalterlichen Tirol. ORF, Wien, (Edition Alte Musik CD 363)
  • 2006 Nibelungenlied, Complete Recording. The Chaucer Studio, Adelaide (Zwei MP3-CDs )

Literatur#

  • R. Wisniewski, Kudrun, 1963
  • W. Hoffmann, Mhd. Heldendichtung, 1974