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Das Lichtental im Wiener Lied#

Das Lichtental ist eine oft besungene Wiener Vorstadt im heutigen 9. Gemeindebezirk Alsergrund. Sie wird vor allem mit Franz Schubert in Zusammenhang gebracht, der am 31.1.1779 in der Nähe (Nussdorferstraße 54) geboren wurde und in der Lichtentaler Kirche, seiner Taufkirche, als Sänger, Streicher und Organist wirkte.

Johann Adam Andreas Fürst Liechtenstein hatte nach der Zweiten Türkenbelagerung im südlichen Teil sein Gartenpalais, nördlich des Baches die Grundherrschaft Lichtental mit einem Brauhaus anlegen lassen. 1701 entstand das erste Haus ("Zum goldenen Schlüssel, Salzergasse 1), dem rasch weitere folgten, da der Grundherr 10-jährige Steuerfreiheit gab. Von Anfang an war im Schnittpunkt der beiden Hauptgassen eine Kirche geplant, deren Grundstein Kaiser Karl VI. 1712 legte. Die barocke Vorstadt bestand bis in die 1960er Jahre fast unverändert. Dann wurde sie mit Gemeindebauten und Grünflächen assaniert.

Eine genaue Beschreibung dieses Wiener "Grätzels" von Alfred Wolf finden Sie bei 9 Wege im 9. und im Heimatlexikon.

Noch heute werden - vor allem beim Heurigen - einige sentimentale Wienerlieder gesungen, die sich auf diesen Stadtteil beziehen. Sie können auf YouTube angehört werden:

"D'runt im Liachtental"
"Ja, wir san halt Lichtentaler..."
"A Jausn im Lichtental"

Haus zum Einhorn
Ort des ehemaligen "Hauses zum Einhorn"
Schubertkirche
Lichtentaler "Schubertkirche"
Gedenktafel für Franz Schubert
Gedenktafel an der Kirche
Biedermeierhaus in der Marktgasse
Biedermeierhaus in der Marktgasse

Der Alsergrunder Josef Ludwig Wolf (1896-1960), der in Lichtental seine Buchdruckerei betrieb, hat eine Reihe von Alt-Wiener Gedichten verfasst, die unter dem Titel "Drunt' in Liechtenthal" erschienen sind.

Vor dem Abbruch

Freunderln, nimma lang wird s dauern
Und de letztn alten Mauern
Kumman z Fall.
Unsre Kinder werdn dann lesn,
s is amal a Vurstadt gewesn - Liachtenthal !

Werdn schwer si s vurstelln können,
Weils zwischen hoche Häuser rennen,
Wia s durt war,
Grün umrankt warn d Höf und nie
War z wenig Platz für Phantasie
Der Kinderschar.

Zeigert Ihnen gern no Bilder
Von de Gärtn und von d Schilder
Übern Tor:
S Einhorn, Stern, a Pelikan, is im Wappn
Und a Schippl kecker Gschrappn
Spielt davor.

Arm warn s, do s Schild war goldn,
Weil s halt gerne reich sein wollten,
Unsre Leut.
Heut san s abgsturben und mit eahna
Is vaschwundn d echte goldne Weana
Gmüatlichkeit ...


Redaktion und Fotos: P. Diem