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Made in Austria#

In der Europäischen Union ist seit 1982 die zwingende Anbringung des Hinweises über das Herstellungsland nicht mehr erforderlich.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) sieht heute in nationalen Aktionen, die zum bevorzugten Kauf einheimischer Produkte auffordern, eine "Maßnahme gleicher Wirkung wie eine Einfuhrbeschränkung" und erklärt diese als unzulässig. Anlass für ein diesbezügliches Urteil gab die Aktion "Buy Irish". Die Marke Österreich "Made in Austria" jedoch kann ohne werbliche Einschränkungen verwendet werden.

Die österreichische Rechtsordnung definiert keine Regeln für das Anbringen bzw. die Verwendung der Herkunftsbezeichnung "Made in Austria" - lediglich irreführende Angaben über den Ursprung von Waren sind untersagt. "Made in Austria" stellt also kein Qualitäts- oder Gütezeichen dar.


Das "Austria-Zeichen" ist eine in Österreich markenrechtlich geschützte Wort- und Bildmarke, die sich im Eigentum der Wirtschaftskammer Österreich/Außenwirtschaft Österreich befindet. Die Wirtschaftskammer Österreich räumt ihren Mitgliedsunternehmen bzw. Freien Berufen, die im Interesse der österreichischen Wirtschaft im Ausland tätig sind, das ausschließliche Recht ein, diese Marke unter Einhaltung der Nutzungsbedingungen zu verwenden.


Geschichte

Altrohlauer Porzellanfabriken
Altrohlauer Porzellan-Fabriken AG vorm. Moritz Zdekauer in Altrohlau
heute Stará Role in Böhmen, Tschechien (Zeitraum 1884–1920)
Porzellanmanufaktur Gebr. Haidinger
Porzellanmanufaktur Gebr. Haidinger in Elbogen, heute Loket in Böhmen, Tschechien (Zeitraum 1891–heute)

Frühe Beispiele für eine Herkunftsbezeichnung aus Österreich sind zwei Porzellanmarken:


Vorbild für "Made in Austria" war wohl "Made in Germany", die Herkunftsbezeichnung für deutsche Waren, die Ende des 19. Jahrhunderts als Schutz vor billiger Importware in Großbritannien eingeführt worden war.

Der Verbreitung österreichischer Qualität dienen auch die seit 1957 bestehenden Österreich-Wochen als Informationsveranstaltungen im Ausland und die von der Wirtschaftskammer eingerichteten Österreich-Häuser bei internationalen Sportveranstaltungen.



Angesichts des steigenden Handelsbilanzdefizits wurde 1978 das "Austria-Zeichen" ins Leben gerufen; ab 1979 wurde der Slogan "Ja zu A" beworben. Als sozialpartnerschaftliche "Vereinigung zur Förderung des Inlandsabsatzes österreichischer Produkte" bemühte sich "Made in Austria", Qualität und Vorteile heimischer Produkte bei österreichischen Konsumenten bekannt zu machen und die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft herauszustreichen. Das rot-weiß-rote "A", das werbliche Symbol der Vereinigung, wurde u.a. durch das beliebte Fernseh-Quiz "Made in Austria" zu einer der stärksten Marken Österreichs - mit zeitweise bis zu 97% Markenbekanntheit.


Bild 'Austria'
Bild 'made'

Nach knapp einem Vierteljahrhundert wurde die Vereinigung der österreichischen Wirtschaft 2002 aufgelöst und das bekannte Markenzeichen, das rot-weiß-rote "A", verschwand von den Produkten und Verpackungen. Weiter für Produkte verwendet wird das Austria Gütezeichen der Arge Qualitätsarbeit. Der Verein vermittelt auf Antrag des Erzeugers eine Produktprüfung etwa auf Güte, Normen und gesetzliche Vorschriften und verleiht nach bestandener Prüfung das Gütezeichen - eine goldene, kreisrunde Plakette. Ist die Plakette mit einem rotweißroten A in der Mitte ausgestattet, heißt das, dass die Wertschöpfung des Produkts überwiegend in Österreich erfolgte.


2009 erfolgte eine zeitgemäße Modernisierung. Das neue Austria "A" steht für die Qualität und die Innovationskraft österreichischer Produkte.

Das Austria-Zeichen (sowie SURPRISINGLY INGENIOUS) sind weltweit markenrechtlich geschützte Wort- und Bildmarken, die sich im Eigentum der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) befinden.