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vom 07.05.2017, aktuelle Version,

Austria

Austria-Statue vor der Schottenkirche (Wien)

Austria ist der latinisierte Landesname Österreichs. Er bezeichnete ursprünglich nur das heutige Niederösterreich, später die gesamte Habsburgermonarchie und in der spanischen Form Casa de Austria deren Herrscherdynastie. Er dient in verschiedenen Sprachen als Übersetzung für „Österreich“ und wird auch als Markenbegriff verwendet, um einen Österreichbezug herzustellen.

Die Allegorie der Austria, ein Symbol des österreichischen Staats, wird als Frauengestalt mit einem Mauerkranz im Haar und einem Speer in der Hand dargestellt, die sich auf einen Wappenschild stützt.

Wortherkunft und Geschichte

Erstmals erwähnt wird der Name Austria in einer auf Latein verfassten Urkunde König Konrads III. vom 25. Februar 1147, die heute im Stift Klosterneuburg der Augustiner-Chorherren aufbewahrt wird. Darin ist die Rede von Gütern, die von den Austrie marchionibus, den Markgrafen Österreichs (Marchiones Austriae) verschenkt wurden.[1]

Die Bezeichnung geht jedoch nicht auf die lateinische, sondern auf die urgermanische Sprache zurück. Das althochdeutsche *austar- bedeutet soviel wie „östlich“ oder „im Osten“, und die altisländische Edda nennt dem mythischen Zwerg des Ostens Austri. Eng mit dem Wort Austria verwandt ist auch der Name Austrasien für das Ostfrankenreich. Auch in der älteren Bezeichnung Ostarrîchi ist die Wurzel ôstar- erkennbar. Die Ähnlichkeit mit dem lateinischen Auster für „Südwind“ und terra australis für das „Südland“ Australien ist zufällig.

Seit dem Mittelalter bezeichnete man das Erzherzogtum Österreich als Austria und den (Erz-)Herzog von Österreich als (Archi-)Dux Austriae. Seit dem 15. Jahrhundert wird der Begriff Casa de Austria für das gesamte Haus Österreich verwendet, im engeren Sinne aber nur für die spanische Linie der Habsburger. Seit dem 18. Jahrhundert ist die Austria als Nationalallegorie Österreichs in der bildenden Kunst bekannt.

Heutige Verwendung

Länderkennzeichen

In Österreich zugelassene Kraftfahrzeuge werden mit dem Buchstaben A als Länderkennzeichen gekennzeichnet. Nach dem früher üblichen Aufkleber, der bei Auslandsreisen am Wagenheck zu führen war, befindet sich der Buchstabe heute auf dem Euro-Kennzeichen.

In der ISO-3166-Kodierliste findet sich Österreich mit den Kürzeln AT und AUT; die Top-Level-Domain ist .at.

Führen des Namens der Republik in Firmennamen

Die Führung des Wortes Austria in Unternehmensnamen (Firma) oder anderen Institutionen ist nur mit bundesbehördlicher Genehmigung zulässig. § 16 Z2 Unternehmensgesetzbuch besagt „Die Firma darf keine Angaben enthalten, die geeignet sind, über geschäftliche Verhältnisse, die für die angesprochenen Verkehrskreise wesentlich sind, irrezuführen.“ Dieser Grundsatz wurde in Bezug auf die Namenszusätze Austria, austro – aber auch Österreich, österreichisch und die Namen anderer Gebietskörperschaften, wie steirisch, Vienna – dahingehend ausgelegt, dass sie „nur dann zulässig [sind], wenn es sich um ein Unternehmen mit überdurchschnittlicher Bedeutung handelt bzw. Produkte typisch österreichischen Gepräges oder wesentlich höherer Qualität hergestellt werden.“[2][3][4] Analoges gilt für Vereine und andere Verbände.

Beispiele

Staatliche Organisationen und Verbände:

Universitäre Organisationen und nahe Vereine

Unternehmen:

Österreichische Sportvereine:

Made in Austria

Produkte aus Österreich erhalten das Merkmal Made in Austria („hergestellt in Österreich“), das keinen expliziten rechtlichen Schutz genießt, aber durch gerichtliche Entscheide gesichert ist. Es gibt Bestrebungen, den Begriff durch Made in EU zu ersetzen.

Bei Einhaltung bestimmter Bedingungen wird seit 1946 das österreichische Gütesiegel Austria Gütezeichen vergeben, das vom Wirtschaftsministerium überwacht wird.


Siehe auch

Literatur

  • Erich Zöllner: Der Österreichbegriff, 1988
  • Peter Diem: Die Allegorie der Austria. In: Symbolforschung – Politische Symbole Österreichs. Abgerufen am 16. Oktober 2008.
  • Karl Roth: Oesterreich oder Oestreich. In: Kleine Beiträge zur deutschen Sprache, Geschichts- und Ortsforschung 1, 1850, S. 179–182.
  Wiktionary: Austria  – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. RI IV,1,2 n. 439, in: Regesta Imperii Online, abgerufen am 25. Februar 2017
  2. Wünsch: Zur Zulässigkeit von Firmenzusätzen, die Beziehungen zum Staat oder zu einer anderen öffentlichen Einrichtung zum Ausdruck bringen. NZ, 1984, S. 205 f.
  3. AUSTRIA II. In: ÖBl. 1993, S. 241.
  4. Zitat Peter Jabornegg: Kommentar zum HGB. Springer, 1997, ISBN 978-3-211-82949-3, § 18 III. Geographische Zusätze 1.3 Handelsfirma, S. 295.