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Türkenbelagerungen Wiens#

Unter Türkenbelagerung wird die Belagerung der Stadt Wien durch das Osmanische Heer verstanden, wobei dies zwei Mal geschehen ist:

1. Belagerung (1529)#

Unter Sultan Süleyman I. (1520 - 1566), später "der Prächtige" genannt, trat das Osmanische Reich in eine Phase der Expansion. Nachdem Süleyman 1521 Belgrad erobert und 1526 das ungarische Heer bei Mohács vernichtet hatte, stieß er weiter vor und stand am 27. September 1529 mit seinen Truppen (über 120.000 Mann) vor Wien.

Diese (erste) Belagerung Wiens dauerte vom 27. 9. bis zum 15. 10. 1529.

(Die zahlenmäßig weit überlegenen Angreifer konnten zwar mehrere Breschen in die noch aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wiener Stadtmauern schlagen, mussten die Belagerung aber auf Grund der Verteidigung unter den Befehlshabern Pfalzgraf Philipp und Graf Niklas von Salm, einem frühen Wintereinbruch und Nachschubproblemen abbrechen und den Rückzug antreten.)

2. Belagerung (1683)#

Großwesir Kara Mustafa drang mit einem starken Heer in Österreich ein, belagerte ab 14. 7. 1683 die Stadt Wien, während Tataren das südliche Niederösterreich brandschatzten.

Türkenbelagerung: Die Entsatzschlacht um Wien am 12. September 1683. Gemälde von F. Geffels (Histor. Museum d. Stadt Wien), © Historisches Museum der Stadt Wien, für AEIOU
Türkenbelagerung: Die Entsatzschlacht um Wien am 12. September 1683. Gemälde von F. Geffels (Histor. Museum d. Stadt Wien)
© Historisches Museum der Stadt Wien, für AEIOU
Türkenbelagerung Wiens 1683
Landkarte Türkenbelagerung Wiens 1683
Foto: P. Diem

Am 12. 9. 1683 vernichtete das christliche Entsatzheer unter König Johann III. Sobieski von Polen und Herzog Karl V. von Lothringen das Osmanenheer vor Wien. Mit dieser siegreichen Schlacht am Kahlenberg wurde eine Wende im habsburgisch-osmanischen Kräfteverhältnis eingeleitet: bis 1699 eroberten die Habsburger ganz Ungarn, womit auch die Gefahr einer erneuten Belagerung Wiens durch die Osmanen endgültig gebannt war.


Die beiden Vorstöße der Osmanen bis Wien (1529 und 1683) bildeten die Höhepunkte der Türkenkriege.

Weiterführendes#

Literatur#