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Wildbach- und Lawinenverbauung#

Wildbäche sind gegenüber anderen Bächen und Flüssen durch ein besonders steiles Gerinne, plötzliches Anschwellen der Wasserführung und vor allem durch eine starke Geschiebeführung gekennzeichnet. Die Wildbach- und Lawineneinzugsgebiete umfassen 62 % des österreichischen Bundesgebiets. In Österreich gibt es derzeit (2000) rund 11.000 registrierte Wildbacheinzugsgebiete, wovon etwa 1 Drittel durch technische oder biologische Schutzmaßnahmen gesichert sind. In den Einzugsgebieten muss noch eine Fläche von 275.000 ha aufgeforstet werden, 161.000 ha Wald mit Schutzfunktion müssen saniert werden. Die Wildbachverbauung wurde früher als Linienverbauung (nur im Bachbett) betrieben, während sie heute als Flächenverbauung das gesamte Einzugsgebiet umfasst. In Bearbeitung befinden sich 900 technische Wildbach-, Lawinen- bzw. Erosionsschutzprojekte sowie 600 Schutzwaldsanierungsprojekte.

Nach einigen Vorläufern setzte die Wildbach- und Lawinenverbauung im 19. Jahrhundert ein. Aufgrund der verheerenden Überschwemmungen 1882 wurde mit dem Gesetz vom 30. 6. 1884 (wiederverlautbart 1959, in das Forstgesetz 1975 übernommen) eine entsprechende gesetzliche Grundlage geschaffen. Die Verwaltung der Wildbach- und Lawinenverbauung ist bundesunmittelbar, die Arbeit der 29 Gebietsbauleitungen erfolgt in Eigenregie des Bundes (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft). Bis zum 2. Weltkrieg dominierte die Wildbachverbauung; der Ausbau des Straßennetzes und die Ausdehnung der Wintersportgebiete nach dem 2. Weltkrieg rückte auch die Lawinenverbauung in den Vordergrund. In Österreich waren 1995 4843 Lawinenzüge registriert; 520 davon sind verbaut. Wasserbau, Lawinenschutz, Hochwasser.

Literatur#

  • 100 Jahre Wildbachverbauung in Österreich 1884-1984, 1984
  • Zeitschrift "Wildbach- und Lawinenverbauung"