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ÖBB 2060

ÖBB 2060
Anzahl: 100
Hersteller: Jenbacher Werke
Baujahr(e): 1954–1963
Ausmusterung: 2003
Achsformel: B
Spurweite: Normalspur
Länge über Puffer: mm
Dienstmasse: 28 t
Höchstgeschwindigkeit: 30/60 km/h
Stundenleistung: 147 kW (200 PS) bei 1500/min
Anfahrzugkraft: 79 kN

Ab 1954 produzierten die Jenbacher Werke (JW) die zweiachsigen Diesellokomotiven vom Typ "DH 200 B28" für die ÖBB in mehreren Baulosen. Die Maschinen übernahmen im gesamten Bundesgebiet den leichten Verschub auf Bahnhöfen, da die dort noch eingesetzten älteren Dampflokomotiven sehr unwirtschaftlich waren. Zudem wurden sie in den ersten Jahren auch im leichten Streckendienst eingesetzt. Obwohl sich diese Type mit nur 200 PS für etliche der gedachten Einsatzzwecke als zu schwach entpuppte, beschafften die ÖBB trotzdem insgesamt 100 Exemplare, die Bauzeit erstreckte sich bis in das Jahr 1962. Die Maschinen des letzten Bauloses ab 2060.81 wiesen gegenüber den zuvor gelieferten Lokomotiven einige Verbesserungen auf. Diese äußerten sich unter anderem in der Verwendung eines Dreilicht-Spitzensignals, außerdem waren Vorbau und Führerhaus orangerot statt tannengrün gehalten, sowie etwas höher und damit die Schallisolierung besser.

Die Reihe 2060 kann als "kleine Schwester" der vier Jahre später in Dienst gestellten, doppelt so starken ÖBB 2062 angesehen werden.

Technische Merkmale

Als Antriebsaggregat fand ein für den Hersteller charakteristischer Vierzylinder-Zweitaktdieselmotor vom Typ JW200 Verwendung. Dieser unaufgeladene, füllungsgeregelte V-Motor leistete 147 kW bei 1500/min. Das Kühlwasser wird über einen Lüfter, der über einen Keilriemen angetrieben wird, rückgekühlt. Für den Vorwärm- und Warmhaltebetrieb wurden Webasto-Gerät nachgerüstet. Die Kraftübertragung erfolgt über ein hydraulisches Getriebe der Firma Voith (Typ L33yU). Ein Nachschaltgetriebe ermöglicht bei Stillstand den Wechsel zwischen zwei Fahrstufen die die Höchstgeschwindigkeit entweder auf 30 km/h ("Rangiergang") oder auf 60 km/h ("Streckengang") begrenzen. Achsfolge B, Lokgewicht 28 t, Anfahrzugkraft 79 kN.

Besonderheit

Bei den Exemplaren 2060.01-73 konnten zwei Lokomotiven ursprünglich durch Verbindung mit einer Steuerwelle im Tandembetrieb (zwei Triebfahrzeuge werden von einem aus bedient) betrieben werden. Dazu war es nötig, dass die beiden Lokomotiven mit den Führerständen zueinander gekuppelt waren. Außerdem musste die Tandemwelle zwischen den Lokomotiven eingebaut sein. Diese umständliche Betriebsart wurde nur sehr selten in den ersten Jahren angewendet und wurde durch die Lieferung der stärkeren Reihen 2062 und 2067 bald überflüssig.

Einsatz in der UdSSR

45 Lokomotiven wurden 1956–1957 in die ehemalige UdSSR geliefert. Sie waren bevorzugt bei den Eisenbahngesellschaften Moskau-Rjasan Eisenbahn, der Kirower Eisenbahn, der Priwolschskaja schelesnaja doroga, der Omsker Eisenbahn und der Orenburger Eisenbahn eingesetzt. Später wurden sie auch auf andere Eisenbahnlinien versetzt. Einsatzdaten und eventuelle Ausmusterungen sind aus der Literatur nicht zu entnehmen.[1]

Verbleib

Lok 7 im Dienst des Gmundner Zementwerkes

Von den 100 gebauten Exemplaren sind bereits mehr die Hälfte verschrottet, die übrigen stehen abgestellt, leisten aber auch zum Teil weiter internen Dienst in Traktionsstandorten. Außerdem befinden sich die fünf Lokomotiven 2060 022, 058, 065, 092, 099 sowie die Lok4 ehem Hafenbahn Linz (Baugleich) im Besitz der ÖGEG und werden für Verschubarbeiten aber auch vor Museumszügen eingesetzt, die Loks 2060 004, 037 und 074 gehören der ÖSEK, die 2060 091 ist im Besitz des Verein Neue Landesbahn; die 2060 023 wurde von den Hatschek Werken gekauft und wird heute als Lok 7 auf der Werksbahn des Gmundner Zementwerkes eingesetzt. Weiters wurden vier Loks nach Italien, sieben weitere Maschinen an verschiedene Privatbahnen verkauft. 2060 009 steht am Bahnhofplatz in Stammersdorf.

Literatur

  • Markus Inderst: Bildatlas der ÖBB-Lokomotiven. Alle Triebfahrzeuge der Österreichischen Bundesbahnen. GeraMond, München 2010, ISBN 978-3-7654-7084-4.
  • Peter Wegenstein: Dieselhydraulische Lokomotiven der ÖBB. Bahn im Bild 76 Pospischil, Wien 1990

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Webseite über die ÖBB 2060 auf der russischen Wikipedia (russisch)