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vom 18.09.2014, aktuelle Version,

Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse (Wien)

Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse
Wappen
Straße in Wien-Innere Stadt
Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse
Basisdaten
Ort Wien-Innere Stadt
Ortsteil Innere Stadt
Querstraßen Bankgasse
Plätze Minoritenplatz
Bauwerke Palais Starhemberg, Stadtpalais Liechtenstein
Nutzung
Nutzergruppen Autoverkehr, Fußverkehr
Straßengestaltung Einbahnstraße
Technische Daten
Straßenlänge ca. 40 Meter

Die Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse befindet sich im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Sie wurde 1903 nach dem in Wien wirkenden katholischen Prediger und Schriftsteller Abraham a Sancta Clara (1644–1709) benannt.

Geschichte

Das Gebiet der heutigen Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse gehörte im 14. und 15. Jahrhundert zum einstigen Minoritenkloster in Wien, das sich rund um die Minoritenkirche bis zu den heutigen Straßen Schauflergasse, Ballhausplatz, Löwelstraße, Bankgasse und Herrengasse erstreckte. Nachdem ursprünglich im Norden des Klosterareals Friedhof und Garten lagen, wurde das Kloster schrittweise immer mehr verkleinert, bis es 1784 abgesiedelt wurde. Die Gasse blieb lange Zeit ohne Namen. 1903 erfolgte die Benennung nach Abraham-a-Sancta-Clara.

Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse in Richtung Bankgasse
Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse in Richtung Minoritenplatz

Lage und Charakteristik

Die kurze Gasse verläuft zwischen dem Minoritenplatz in nordwestlicher Richtung bis zur Bankgasse. Sie wird als Einbahnstraße geführt; öffentliche Verkehrsmittel verkehren keine in ihr. Die Verbauung besteht aus den Seitenfronten von Palais' der Barockzeit.

Gebäude

Nr. 1 Stadtpalais Liechtenstein

siehe Hauptartikel Stadtpalais Liechtenstein

Das Stadtpalais Liechtenstein gilt als erstes hochbarockes Gebäude in Wien. Es wurde 1691 von Dominik Andreas I. von Kaunitz in Auftrag gegeben, und 1694 noch unfertig von Johann Adam I. von Liechtenstein erworben. Der leitende Architekt war Domenico Martinelli, der auf Pläne von Enrico Zuccalli zurückgriff. Das Palais beherbergt nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten seit 2013 einen Teil der Kunstsammlungen des Hauses Liechtenstein und kann bei Führungen besichtigt werden.

Das Gebäude steht an drei Seiten zwischen Löwelstraße, Bankgasse und Abraham-a-Sancta-Gasse frei und liegt an der Hauptadresse Bankgasse 9.

Nr. 2 ehemaliges Palais Starhemberg

siehe Hauptartikel Palais Starhemberg (Minoritenplatz)

Das ehemalige Palais Starhemberg ist eines der wenigen bedeutenden Palais des Frühbarock in Wien. Es wurde 1667 von Conrad Balthasar Graf Starhemberg bei einem unbekannten italienischen Architekten in Auftrag gegeben. Sein Sohn, Ernst Rüdiger von Starhemberg, leitete von dort aus während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung die Verteidigung der Stadt. Später erfolgten im Inneren einige Umbauten im klassizistischen Stil. Seit 1871 befindet sich das Gebäude in Staatsbesitz, hier sind das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur untergebracht.

Das Palais liegt zwischen Bankgasse, Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse und Minoritenplatz, seine Hauptadresse ist Minoritenplatz 5.

Literatur

  • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Franz Deuticke, Wien 1991, ISBN 3-7005-4628-9, S. 9
  • Felix Czeike (Hrsg.): Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse. In: Historisches Lexikon Wien. Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4, S. 7 (Digitalisat).
  Commons: Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien