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vom 18.01.2019, aktuelle Version,

Alexander Wrabetz

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

Alexander Wrabetz (* 21. März 1960 in Wien) ist Generaldirektor des Österreichischen Rundfunks (ORF), der studierte Jurist war zuvor in leitenden Funktionen in österr. Wirtschaftsbetrieben tätig[1] und ist ehemaliger Bundesvorsitzender des Verbandes Sozialistischer Studenten Österreichs.

Ausbildung

Wrabetz wuchs in Wien-Döbling in einem politisch der FPÖ nahestehenden Elternhaus auf. Sein Vater war in den 1970er Jahren Anwalt der FPÖ. Von 1970 bis 1978 besuchte Alexander Wrabetz das 2. Bundesgymnasium XIX Wien in Döbling. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien und promovierte 1983 zum Dr. jur.

Während des Studiums engagierte sich Wrabetz gemeinsam mit den späteren Bundeskanzlern Alfred Gusenbauer und Werner Faymann im Umfeld der SPÖ.[2]Für die Nationalratswahl im Jahr 1983 organisierte er den erfolgreichen Vorzugsstimmen-Wahlkampf von Josef Cap, dem ehemaligen Mediensprecher und Klubobmann der sozialdemokratischen Nationalratsfraktion. Von 1983 bis 1984 war er Bundesvorsitzender des Verbandes Sozialistischer StudentInnen Österreichs. Mit Wrabetz als Vorsitzendem und Spitzenkandidaten gelang dem Verband bei den ÖH-Wahlen 1983 mit 26 % der Stimmen das bislang beste Ergebnis seiner Geschichte.[3]

Berufliche Laufbahn

Am Mittwoch, 6. November 2013, enthüllten ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und George Pilzer an der Halle 1 der Filmstadt Wien, am Rosenhügel, eine Gedenktafel zu Ehren des Filmpioniers Oskar Pilzer

Während seiner Studienzeit war Wrabetz er u. a. auch freier Mitarbeiter des ORF Wien. Nach Abschluss des Studiums 1983 absolvierte er sein Gerichtsjahr. Von 1984 bis 1987 arbeitete Wrabetz in der Girozentrale und Bank der Österreichischen Sparkassen AG. 1987 wechselte er als Assistent des Vorstandes in die Österreichische Industrieverwaltungs-AG (ÖIAG), war ab 1992 Geschäftsführer der Voest Alpine Intertrading GmbH in Linz und danach, von 1995 bis 1998, Vorstandsmitglied der ebenfalls zur damals ÖIAG gehörenden VAMED in Wien. In mehreren Unternehmen der ÖIAG war er im Aufsichtsrat tätig und weiters ab 1995 Mitglied des ORF-Kuratoriums, dem Vorgängerorgan des heutigen ORF-Stiftungsrates.[4]

Gerhard Weis, Generaldirektor des ORF von 1998 bis 2001, bestellte ihn zum kaufmännischen Direktor des Unternehmens, wo ihn Monika Lindner in ihrer Amtsperiode bestätigte. Aufgrund der Auslagerung der ORF-Sendetechnik und deren Verkauf an ein Konsortium mit Beteiligung des Raiffeisen-Konzerns konnte Wrabetz im Jahr 2005 den höchsten operativen Gewinn in der Geschichte des ORF präsentieren.[5]

Wrabetz ist Mitglied des Executive Boards der European Broadcasting Union (EBU/UER)[6] und des Aufsichtsrats des Glücksspielkonzerns Österreichische Lotterien.[7]

ORF-Generaldirektor

Als Kandidat für die Wahl zum Generaldirektor wurde Wrabetz von den ORF-Stiftungsräten Huberta Gheneff-Fürst, Peter Fichtenbauer (beide der FPÖ nahestehend), Karl Krammer (der SPÖ nahestehend) und Pius Strobl (den Grünen nahestehend) nominiert. Am 17. August 2006 wurde er im ersten Wahlgang mit 20 von 35 möglichen Stimmen zum Nachfolger von Monika Lindner, die sich ebenfalls um die Position beworben hatte, gewählt. Wrabetz’ Wahl erfolgte durch den nach den Vorgaben des ORF-Gesetzes besetzten Stiftungsrat des ORF[8]: Für Wrabetz stimmten neben den „Freundeskreisen“ der SPÖ, der Grünen und der FPÖ auch vier von fünf BZÖ-Stiftungsräten sowie zwei der ÖVP zugerechnete Mitglieder des Stiftungsrates. Er hat die Arbeit am 1. Jänner 2007 aufgenommen. Mit Start 10. April 2007 versprach er die „größte Programmreform in der Geschichte des ORF“.

Im April 2011 erklärte er, zur Wiederwahl im August 2011 zu kandidieren. Am Nachmittag des 9. August 2011 wurde er mit 29 von 35 Stimmen wiederbestellt.[9] Damit ist Wrabetz seit 1967 erst der zweite ORF-Chef nach Gerd Bacher, der wiedergewählt wurde. Am 9. August 2016 wurde er zum dritten Mal in Folge zum ORF-Generaldirektor gewählt.[10]

Meilensteine des ORF unter Generaldirektor Wrabetz waren unter anderem der Start der ORF-Online-Mediathek TVthek [11] am 13. November 2009, am 26. Oktober 2011 um 14 Uhr gingen dann die neuen ORF-Spartensender ORF III und ORF Sport+ auf Sendung[12]. ORFIII ist ein Kulturspartenkanal, ORF Sport+ ein Spartenkanal für österreichische Randsportarten. Nach dem österreichischen Sieg von Conchita beim "Eurovision Song Contest 2014"[13] veranstaltete der ORF den "ESC 2015" in Wien, erstmals als Green Event ausgerichtet, der von fast 200 Millionen Menschen in der ganzen Welt gesehen wurde [14]. Weiters startete 2008 die Ausstrahlung von ORFeins im HD-TV-Standard[15], 2009 folgte ORF2 in HD-TV[16]. 2017 kündigte Wrabetz des Launch eines ORF-Players für die Streamingnutzung an[17].

Im Dezember 2011 sorgte die von Wrabetz geplante Bestellung des bisherigen SPÖ-nahen ORF-Stiftungsrats Niko Pelinka zu seinem Büroleiter für Diskussionen.[18][19][20] Am 19. Jänner 2012 zog Pelinka aufgrund der anhaltenden Proteste der ORF-Redakteure seine Bewerbung für die Stelle zurück.[21]

Seit dem Fall des Monopols und dem Markteintritt des Privatfernsehens und -Radios sind die Marktanteile des ORF rückläufig. Mit einem Marktanteil von 33,9 % im Fernsehen (2017)[22] und einem Marktanteil von 71 % im Radio (2017)[23] ist der ORF aber bis heute österreichischer Marktführer.

Alexander Wrabetz wurde u. a. 2015 zum österreichischen "Medienmanager des Jahres" gewählt und für sein Engagement für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2014 mit dem "Women's Empowerment Principles CEO Leadership Award" von UN Women und UN Global Compact ausgezeichnet.

Familie

Alexander Wrabetz ist geschieden. Mit seiner Ex-Frau, der Allgemein- und Sportmedizinerin Petra Wrabetz, war er bis 2015 verheiratet und hat mit ihr gemeinsam zwei Söhne (* 1988 und 1991) und eine Tochter (* 1993).

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Offizieller Wrabetz-Lebenslauf auf der Website des ORF. Abgerufen am 9. Januar 2019.
  2. Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! 8.4. 1983, abgerufen am 18. Februar 2013 (Plakat).
  3. http://www.oeh.ac.at/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/aeltere/60_Jahre.pdf (Memento vom 14. März 2013 im Internet Archive)
  4. Archivlink (Memento vom 21. September 2012 im Internet Archive)
  5. http://cdn4.vol.at/2006/08/Wrabetz.pdf
  6. Archivlink (Memento vom 21. September 2012 im Internet Archive)
  7. Österreichische Lotterien, Aufsichtsrat abgerufen am 8. Februar 2015
  8. Siehe ORF-Gesetz/Website Österr. Bundeskanzleramt:: RIS - FTE-Nationalstiftungsgesetz - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 09.01.2019. Abgerufen am 9. Januar 2019.
  9. Wrabetz wieder GD
  10. orf.at – Wrabetz zum dritten Mal zum ORF-Chef gewählt. Artikel vom 9. August 2016, abgerufen am 9. August 2016.
  11. ORF TVthek. Abgerufen am 9. Januar 2019.
  12. Schon eingestellt? Spartenkanäle ORF III und Sport+ gestartet - derStandard.at. Abgerufen am 9. Januar 2019 (österreichisches Deutsch).
  13. 15 04 Uhr, 11 Mai 2014: Conchita Wurst gewann Song Contest 2014. 11. Mai 2014, abgerufen am 9. Januar 2019.
  14. Song Contest in Wien hatte 197 Millionen Zuschauer. 3. Juni 2015, abgerufen am 9. Januar 2019.
  15. ORF 1 HD: Qualität, die man sieht. Abgerufen am 9. Januar 2019.
  16. E&W. Abgerufen am 9. Januar 2019.
  17. Wrabetz will neuen ORF-Player als Teil einer "nationalen Medienplattform" - derStandard.at. Abgerufen am 9. Januar 2019 (österreichisches Deutsch).
  18. Unterschriftenaktion gegen Pelinka: Wrabetz unter Druck
  19. Grüner Stiftungsrat sieht Verfahren für ORF
  20. Burgstaller: "Pelinkas Bestellung schädigt ORF"
  21. Jörg Paas: Umstrittener Kandidat zieht Bewerbung zurück. ORF-Journalisten gewinnen Streit um Stellenbesetzung (Memento vom 22. Januar 2012 im Internet Archive). In: tagesschau.de. 19. Jänner 2012. Abgerufen am 19. Jänner 2012.
  22. Marktanteile 2017. Abgerufen am 9. Januar 2019.
  23. Medienforschung ORF [medienforschung.orf.at]. Abgerufen am 9. Januar 2019.
  24. UNO-Preis für Wrabetz und ORF-Gleichstellungsagenda im Standard vom 11. März 2015 abgerufen am 11. März 2015
  25. derStandard.at – "Journalist": ORF-Chef Wrabetz ist Medienmanager des Jahres. Artikel vom 25. November 2015, abgerufen am 25. November 2015.
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