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vom 15.04.2018, aktuelle Version,

Alfred Sammer

Alfred Sammer (* 21. Dezember 1942 in Wien; † 2. November 2010) war ein österreichischer Universitätsdirektor, Kunstsammler, römisch-katholischer Geistlicher und Theologe sowie Bischofsvikar der Militärdiözese der Republik Österreich.

Leben

Alfred Sammer studierte zunächst Rechtswissenschaften an der Universität Wien und wurde nach seiner Promotion zum Dr. iur. 1966 im Jahre 1968 Rektoratsdirektor und 1988 Akademiedirektor an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ab 1978 fungierte er als Lehrbeauftragter für Sakralsymbolik. Nach einem Theologiestudium, unter anderem an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz und an der Universität Wien, diplomierte er 1988 zum Mag. theol. bei Josef Lenzenweger über die Rolle Papst Innozenz’ XI. beim Wiener Türkensieg 1683.

1991 empfing Sammer durch Bischof Alfred Kostelecky die Priesterweihe. Er war von 1992 bis 2005 unter anderem Ordinariatskanzler im Militärordinariat Österreichs. Neben seiner Tätigkeit als Dekanatspfarrer der Schlosskapelle Oberes Belvedere wurde er 1980 Nachfolger von Persönlichkeiten wie Clemens Holzmeister, Günther Kraus und Alfred Crepaz als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Christliche Kunst sowie durch Papst Johannes Paul II. am 18. November 1996 zum Mitglied der Päpstlichen Kunstakademie am Pantheon berufen. Er war ab Oktober 2000 Professor für Kirchliche Kunst in Heiligenkreuz und Mitglied des dortigen Instituts für Spirituelle Theologie und Liturgiewissenschaft.

2004 wurde Sammer durch Militärbischof Christian Werner zum Bischofsvikar für Kultur und Medien der österreichischen Militärdiözese ernannt. Zuvor war Sammer mit Wirksamkeit vom 4. Dezember 1997 durch Bundespräsident Thomas Klestil zum Militärdekan ernannt worden.

Alfred Sammer war bereits in jungen Jahren unter dem Pseudonym Urbano als Maler aktiv. Seine persönliche Sammlung von fast 400 Werken umfasst Arbeiten von Paul Troger, Jacob Matthias Schmutzer, Rudolf von Alt, Max Weiler, Josef Mikl, Fritz Wotruba, Markus Prachensky u. v. a.[1] Die in eine Stiftung übergegangene Sammlung wurde durch das Stift Klosterneuburg erworben.

Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindung KAV Danubia Wien-Korneuburg im ÖCV sowie deren Verbindungsseelsorger.

Auszeichnungen

Schriften

  • Hessing: Monographie, Jugend und Volk 1975, ISBN 978-3811367661, zusammen mit Josef Krenstetter
  • Realistische Tendenzen deutscher Kunst, 1919-1933, Akademie der Bildenden Künste 1978
  • Mariazeller Hochaltar: Joh. Bernh. Fischer v. Erlach, Mariazeller Superiorat 1979
  • Der Türkenpapst: Innozenz XI. und die Wiener Türkenbelagerung von 1683, Herold 1982, ISBN 978-3700802181
  • Michelangelo Unterberger in seiner Wiener Zeit, Wien 1992, Verlag Archiv der Akademie der Bildenden Künste, zusammen mit Johann Kronbichler, Ferdinand Gutschi
  • Johann Bernhard Fischer v. Erlach, Bundesministerium für Landesverteidigung 1999
  • Militärseelsorge in Österreich: Zwischen Himmel und Erde, Styria 2001, ISBN 978-3222128035, zusammen mit Roman-Hans Gröger, Claudia Ham, Julius Hanak

Literatur

  • Wolfgang Christian Huber (Hg.) Der Blick des Sammlers. Die grafische Sammlung Monsignore Sammer. Begleitbuch zur Ausstellung im Stiftsmuseum Klosterneuburg, Klosterneuburg 2009.
  • Wolfgang Christian Huber: Der Blick des Samm(l)ers. Die grafische Sammlung Prälat Dr. Alfred Sammers im Stiftsmuseum Klosterneuburg, in: Jahrbuch der Österreichischen Augustiner-Chorherren-Kongregation 58 (2011), S. 77–81.

Einzelnachweise

  1. „100 Jahre Österreichische Gesellschaft für Christliche Kunst“, Erzbistum Wien, 10. November 2009
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  3. „Stift Klosterneuburg: Leopoldskreuz in Gold für Prälat Alfrd Sammler“ (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stift-klosterneuburg.at, Erzbistum Wien, 10. November 2009