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vom 07.08.2016, aktuelle Version,

Alpendost

Alpendost

Grüner Alpendost (Adenostyles alpina)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae
Gattung: Alpendost
Wissenschaftlicher Name
Adenostyles
Cass.

Alpendost (Adenostyles) ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Asteroideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der deutsche Trivialname „Dost“ stammt aus dem Althochdeutschen und bezeichnet Pflanzen mit dichten reichblütigen Blütenständen.

Beschreibung

Grauer Alpendost ( Adenostyles alliariae)
Filziger Alpendost ( Adenostyles leucophylla)

Bei Adenostyles-Arten handelt es sich um ausdauernde krautige Pflanzen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind je nach Art – fast kahl bis weißfilzig behaart. Die langstieligen Laubblätter sind großteils in einer grundständigen Rosette angeordnet. Von den wenigen wechselständig am Stängel sitzenden Laubblättern ist bei den obersten die Spreite deutlich verkleinert.

In einem schirmrispigen Blütenstand sind die körbchenförmigen Teilblütenstände angeordnet. Die Blütenkörbe sind rund 1 Zentimeter lang und enthalten zwittrige, rosafarbene Röhrenblüten. Bei den beiden am weitesten verbreiteten Arten Grauer Alpendost (Adenostyles alliariae) und Grüner Alpendost (Adenostyles alpina) sitzen in einem Blütenkorb nur zwei bis fünf (selten bis zu zehn) Röhrenblüten, der in den westlichen Alpen vorkommende Weißfilzige Alpendost (Adenostyles leucophylla) enthält dagegen bis zu 25 Röhrenblüten pro Körbchen.

Vorkommen

Adenostyles-Arten gedeihen in Gebirgen Süd- und Mitteleuropas. Die mitteleuropäischen Arten gedeihen meist in Steinschuttfluren, in Hochstaudenfluren oder in Bergmischwäldern. Am höchsten steigt Adenostyles leucophylla auf, die im Wallis noch in Höhenlagen von 3000 Metern vorkommt.

Systematik

Die Gattung Adenostyles wurde durch Alexandre Henri Gabriel de Cassini (1781–1832) im Jahre 1816 aufgestellt.[1] Für einige Arten darunter war vorher auch der Name Cacalia gebräuchlich. Der wissenschaftliche Gattungsname Adenostyles ist gebildet aus griechischen Wörtern aden für Drüse und stylos für Griffel, wegen der keulenförmigen Papillen am Griffel, die aber keine eigentlichen Drüsen sind. Die Gattung gehört zur Tribus Senecioneae in der Unterfamilie der Asteroideae.

In der Gattung Adenostyles gibt es die folgenden Arten und Unterarten:[1]

  • Grauer Alpendost (Adenostyles alliariae (Gouan) A.Kern.), mit den Unterarten[1]:
    • Adenostyles alliariae (Gouan) A.Kern. subsp. alliariae
    • Adenostyles alliariae subsp. orientalis (Boiss.) Greuter: Siue kommt nur in Griechenland und im früheren Jugoslawien vor.
  • Grüner Alpendost (Adenostyles alpina (L.) Bluff & Fingerh., Syn.: Adenostyles glabra (Mill.) DC.), mit den Unterarten[1]:
    • Adenostyles alpina (L.) Bluff & Fingerh. subsp. alpina
    • Adenostyles alpina subsp. australis (Ten.) Greuter: Sie kommt nur in Italien vor.
    • Korsika-Alpendost (Adenostyles alpina subsp. briquetii (Gamisans) Tutin, Syn.: Adenostyles briquetii Gamisans): Sie kommt nur auf Korsika vor.
    • Adenostyles alpina subsp. macrocephala (Huter & al.) M.Dillenberger & Kadereit (Syn.: Adenostyles alliariae subsp. macrocephala (Huter & al.) Wagenitz & I.Müll.): Sie kommt nur in Kalabrien vor.
    • Adenostyles alpina subsp. nebrodensis (Wagenitz & I.Müll.) Greuter, kommt in Sizilien vor.
    • Adenostyles alpina subsp. pyrenaica (Lange) M.Dillenberger & Kadereit (Syn.: Adenostyles alliariae subsp. pyrenaica (Lange) P.Fourn., Adenostyles pyrenaica Lange): Sie kommt nur in Frankreich und Spanien vor.
  • Adenostyles dubia Rchb. f.
  • Weißfilziger Alpendost (Adenostyles leucophylla (Willd.) Rchb.). Er kommt nur in den Westalpen von Frankreich, Italien und der Schweiz vor und hat einen Fundort im Ötztal in Österreich.

Literatur

  • Hans Simon (Hrsg.): Die Freiland-Schmuckstauden. Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. Begründet von Leo Jelitto, Wilhelm Schacht. 5. völlig neu bearbeitete Auflage. Band 1: A bis H. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6.
  • Gerhard Wagenitz: Die Gattung Adenostyles Cass. (Compositae-Senecioneae). In: Phyton (Horn). Band 23, Nr. 1, 1983, S. 141–159 (PDF-Datei).
  • Gerhard Wagenitz: Nachträge, Berichtigungen und Ergänzungen. In: Gerhard Wagenitz (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. Begründet von Gustav Hegi. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Band VI. Teil 4: Angiospermae, Dicotyledones 4 (Compositae 2, Matricaria – Hieracium). Paul Parey, Berlin/Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9, S. 1353–1452 (revidierter Nachdruck der 1. Auflage (Band VI/2 von 1929) mit Nachtrag).
  • Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 2: Dicotyledones (Compositae). Organization for the Phyto-Taxonomic Investigation of the Mediterranean Area (OPTIMA), Genève 2008, ISBN 978-2-8279-0011-4, S. 12–14.
  • Thomas Gaskell Tutin: Adenostyles Cass. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 4: Plantaginaceae to Compositae (and Rubiaceae). Cambridge University Press, Cambridge 1976, ISBN 0-521-08717-1, S. 189 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (ed.): Datenblatt Adenostyles In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  Commons: Adenostyles  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien