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vom 05.11.2017, aktuelle Version,

Andergassen (Familie)

Darstellung des bürgerlichen Wappens der Familien Andergassen, Wappenmalerei um 1895

Die neuzeitlich bürgerlichen Familien Andergassen stammen großteils aus Kaltern, dem Südtiroler Unterland und dem Überetsch.

Verbindung zu den älteren Herren an der Gassen

Es ist keine Genealogie der Herren an der Gassen von Tirol vom frühen 14. Jahrhundert bis zur Erfassung der Geburtsdaten der Familien Andergassen in den Taufmatrikeln der katholischen Kirche im späten 16. Jahrhundert überliefert. Auch das bürgerliche Wappen der Familien an der Gassen aus der Renaissancezeit besitzt, beim Vergleich mit dem mittelalterlichen uradeligen Wappen, in keinem Element eine formale Übereinstimmung.

Die Andergassen in Kaltern

Laut Stolz (Ausbreitung des Deutschtums) taucht in den Urkunden bereits 1419 ein sogenannter „Petrus an der Gassen de superiore Planiez als Grenznachbar in loco dicto Ackerlein“ in Kaltern-Oberplanitzing auf.

Wappen

Die Wappenverleihung mit Lehenartikel an die Brüder Hanns, Georg und Michael an der Gassen erfolgte am 1. März 1575 in Prag durch Maximilian II. (HRR), aufgrund von Verdiensten im Verwaltungswesen und in den Türkenkriegen. Der zu diesem Anlass verliehene Wappenbrief, gilt seit dem Zweiten Weltkriegs als verschollen.
Beschreibung: Ein silbernes Schrägband teilt das Schild mittig, von links oben nach rechts unten. Im unteren, blauen Feld befinden sich drei goldfarbene, sechszackige Sterne. Im oberen, goldenen Feld ist die Figur eines Mannes abgebildet. Beide Felder sind ornamental verziert. Der dargestellte Mann trägt einen gestutzten grauen Schnurrbart und längere Haartracht. Bekleidet ist er mit einem blau-weißem, der ungarischen Kostümtradition folgenden, Mantel, der durch sechs goldfarbene Knöpfen verschlossen ist, und dessen Wams durch einen blauen Gürtel gehalten wird. Das Haupt ist mit einem blauen Hut und gelber Stülpe bedeckt. In seiner rechten Hand hält er einen gezückten silber-goldenen Säbel, mit der linken Hand stützt er sich an der Seite ab. Über dem silbernen Stechhelm, der als heraldisches Symbol des Bürgerwappens gilt, ist nochmals der Fechter zu sehen. Als Helmzier fungieren blau und gelb gewundene Helmdecken.

Namensschreibung

Die Zusammenschreibung des früher getrennt geschriebenen Namens erfolgte später und wurde von den Familien unterschiedlich gehandhabt, ein Grund dafür ist in den betreffenden Akten nicht zu erkennen. In der Zeit des italienischen Faschismus wurde aus Andergassen der italienische Name "Dallavia", da deutschsprachige Südtiroler Namen, aus politischen Gründen, italianisiert wurden.

Literatur

  • Fischnaler, Konrad: Wappen und heraldisch-sphragistische Studien aus Alttirol nebst Vorarbeiten zu einem tirolisch-vorarlberg’schen Wappen-Schlüssel, Innsbruck 1937
  • Frank, Karl Friedrich von: Standeserhebungen und Gnadenakte für das Deutsche Reich und die österreichischen Erblande bis 1806 sowie kaiserlich österreichische bis 1823, Schloß Senftenegg, Niederösterreich, A.-E. 1967
  • Finsterwalder, Karl: Tiroler Familiennamenkunde, Innsbruck 1994
  • Stolz, Otto: Die Ausbreitung des Deutschtums in Südtirol im Lichte der Urkunden, Band 1–4, München 1927–1934