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vom 01.02.2017, aktuelle Version,

Arnstein (Gemeinde Voitsberg)

Arnstein (Rotte)
Katastralgemeinde Arnstein
Arnstein (Gemeinde Voitsberg) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Voitsberg (VO), Steiermark
Gerichtsbezirk Voitsberg
Pol. Gemeinde Voitsberg
Ortschaft Voitsberg
Koordinaten 47° 1′ 35″ N, 15° 10′ 15″ O
Höhe 519 m ü. A.
Fläche d. KG 3,97 km²
Statistische Kennzeichnung
Katastralgemeinde-Nummer 63302
Zählsprengel/ -bezirk Ländl.Umgebungsgebiet: Arnstein (61625 032)
Gemeinde 1850–1967
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

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Arnstein ( Aussprache?/i) ist ein Ort am Voitsberg-Köflacher Becken in der Steiermark wie auch Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Voitsberg im Bezirk Voitsberg. Sie war von 1850 bis zum 1. Januar 1968 eine eigenständige politische Gemeinde.

Ortsname und Geografie

Der Name Arnstein könnte sich von einer Person namens Narn aber auch von der Bezeichnung für einen steinigen Berg ableiten. Beim Ort selbst handelt es sich um ein hochmittelalterliches Rodungsgebiet mit Einzelhöfen und Einödfluren. [1]

Geschichte

Die Ortschaft findet erstmals 1414 als der Narrenstein in einer Urkunde Erwähnung. Weitere Erwähnungen stammen aus den Jahren 1498 als am Arn und 1568 als 'in der Teykyitsch an der Arnstein'. Ungefähr seit der Zeit um 1790 wird der Name Arnstein für die Ortschaft verwendet. Bis etwa 1700 befand sich der Hofwald der Herrschaft Krems in Arnstein. Bis 1848 wohnten in Arnstein Untertanen der Grundherrschaften Greißenegg, Krems, Leonroth, Obervoitsberg, Reiteregg und des Voitsberger Karmeliterklosters die ihren Zehnt in Form von Wein, Most und Getreidegarben abgaben. Weiters war Arnstein ein Werbbezirk der Herrschaft Greißenegg.[1]

Im Jahr 1850 erfolgte die Konstituierung als freie Ortsgemeinde Arnstein. Diese hatte bis zur Eingemeindung in die Stadtgemeinde Voitsberg am 1. Jänner 1968 Bestand.[1]

Für die Zeit um 1840 sind für das Gemeindegebiet einige Weingärten belegt. Für dieselbe Zeit ist bei der Mündung des Gößnitzbachs in die Teigitsch ein Verkohlungsplatz für das Holz belegt, das vom hinter Hirschegg gelegenen Reiner-Wald hierher geschwemmt wurde. Mit der Kohle wurde das Eisenwerk in Krems beliefert. An der Stelle des Verkohlungsplatzes wurde später eine Holzschleife für die Voitsberger Papierfabrik Kranz errichtet. Am linken Ufer des Gößnitzbaches ließ in den Jahren 1853/54 der Gewerke Carl Mayr durch Schurfbaue nach Eisenerz suchen. Es wurden dabei Lagerstätten gefunden, welche jedoch eine zu geringe Ausdehnung hatten. Im Jahr 1868 gehörte Arnstein zum Sanitätsrayon Voitsberg und die medizinische Versorgung erfolgte von Voitsberg aus.[1]

Im Frühling 1922 wurde an der Teigitsch mit dem Bau des Teigitschkraftwerkes Arnstein, das 1925 fertiggestellt wurde, begonnen. Der Bau wurde großteils aus Italien finanziert, und das Kraftwerk brachte es bei seiner Fertigstellung auf eine Leistung von 21.000 kW. Die Ortsgruppe Arnstein des Steirischen Radioclubs errichtete in Arnstein im Herbst des Jahres 1923 die erste Radiostation des Bezirks Voitsberg. Im Sommer 1924 wurde die Feuerhilfsstelle Arnstein des steirischen Bauernbundes eingerichtet, welche bis in den August 1946 bestand hatte. Im Jahr 1936 gab es eine Zweiggruppe Arnstein der Vaterländischen Front - Ortsgruppe Voitsberg, welche damals 106 Mitglieder zählte. Dazu kommen noch 46 Personen, die bei den Vaterländischen Wehrformationen gemeldet waren. Im Jahr 1938 erfolgte die Anordnung, dass das Arnsteiner Kraftwerk einen Werkluftschutz einzurichten hätte. Am 19. März 1944 kam es zu Bombenabwürfen der Alliierten über Arnstein, wobei ein Bauernhof schwer beschädigt wurde.[1]

Am 1. Januar des Jahres 1968 wurde Arnstein in die Stadtgemeinde Voitsberg eingemeindet.[1]

Bevölkerungsentwicklung

Ernst Lasnik

Bauwerke

Das Kraftwerk Arnstein

Zu den bemerkenswertesten Bauwerken in Arnstein gehört das zwischen 1922 und 1925 erbaute Kraftwerk Arnstein. Weiters gibt es mehrere Kapellen und Bildstöcken in der Ortschaft. Zu den Kapellen des Ortes gehören die 1926 geweihte Dreifaltigkeitskapelle und die nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaute Lindnerbauerkapelle. Das Eisnerkreuz wurde angeblich im 17. oder 18. Jahrhundert errichtet. Das Hauseggerkreuz wurde in den 1930er-Jahren und das Koppenkreuz nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestellt. Beim Gasthaus Pölzl steht ein, im Jahr 1910 erbauter und um 1980 renovierter Bildstock.[1]

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Ernst Lasnik: Voitsberg - Porträt einer Stadt und ihrer Umgebung. Band 1. Stadtgemeinde Voitsberg, Voitsberg 2012, S. 175–176.