unbekannter Gast
vom 02.06.2017, aktuelle Version,

Böheimkirchen

Böheimkirchen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Böheimkirchen
Böheimkirchen (Österreich)
Böheimkirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 45,49 km²
Koordinaten: 48° 12′ N, 15° 46′ O
Höhe: 247 m ü. A.
Einwohner: 5.062 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 111 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3071
Vorwahl: 02743
Gemeindekennziffer: 3 19 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2
3071 Böheimkirchen
Website: www.boeheimkirchen.gv.at
Politik
Bürgermeister: Johann Hell (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
10
2
2
11  10  2  2 
Von 25 Sitzen entfallen auf:

Lage der Marktgemeinde Böheimkirchen im Bezirk Sankt Pölten-Land
Altlengbach Asperbach Böheimkirchen Brand-Laaben Eichgraben Frankenfels Gablitz Gerersdorf Hafnerbach Haunoldstein Herzogenburg Hofstetten-Grünau Inzersdorf-Getzersdorf Kapelln Karlstetten Kasten bei Böheimkirchen Kirchberg an der Pielach Kirchstetten Loich Markersdorf-Haindorf Maria Anzbach Mauerbach Michelbach Neidling Neulengbach Neustift-Innermanzing Nußdorf ob der Traisen Obritzberg-Rust Ober-Grafendorf Perschling Pressbaum Prinzersdorf Purkersdorf Pyhra Rabenstein an der Pielach Schwarzenbach an der Pielach St. Margarethen an der Sierning St. Pölten Statzendorf Stössing Traismauer Tullnerbach Weinburg Wilhelmsburg Wölbling Wolfsgraben Lage der Gemeinde Böheimkirchen im Bezirk Sankt Pölten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Marktgemeinde Böheimkirchen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Böheimkirchen ist eine Marktgemeinde im Mostviertel in Niederösterreich mit 5062 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geografie

Der Ort liegt an den zwei Flüssen Michelbach und Perschling zentral in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 45,57 km², 21,38 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Böheimkirchen befindet sich zehn Kilometer östlich von St. Pölten direkt an der Westautobahn (A1) und an der Westbahn.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 27 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Außerkasten (113)
  • Bauland (10)
  • Blindorf (15)
  • Böheimkirchen (2297)
  • Diemannsberg (7)
  • Dorfern (22)
  • Dürnhag (38)
  • Furth (199)
  • Gemersdorf (96)
  • Grub (28)
  • Hinterberg (80)
  • Hinterholz (60)
  • Hub (12)
  • Kollersberg (21)
  • Lanzendorf (186)
  • Maria Jeutendorf (168)
  • Mauterheim (81)
  • Mechters (105)
  • Plosdorf (155)
  • Reith (143)
  • Röhrenbach (16)
  • Schildberg (184)
  • Siebenhirten (83)
  • Untergrafendorf (360)
  • Untertiefenbach (34)
  • Weisching (301)
  • Wiesen (88)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Außerkasten, Böheimkirchen, Diemannsberg, Dorfern, Dürnhag, Furth bei Außerkasten, Gemersdorf, Hinterberg, Hub und Grub, Jeutendorf, Lanzendorf bei Böheimkirchen, Mauterheim, Mechters, Reith, Röhrenbach, Schildberg, Siebenhirten, Untergrafendorf, Untertiefenbach, Weisching und Wiesen.

Geschichte

Die Ur- und frühgeschichtliche Höhensiedlung Böheimkirchen-Hochfeld liegt südlich des Ortes auf einem Höhenrücken, dessen Ostseite vom Michelbach und dessen Westseite Perschling umflossen wird. Der Höhenrücken ist Nord-Süd orientiert und fällt im Norden, Osten und Westen steil ab.

Nach der neolithischen Besiedlung des größten Teils des Hochfeldes blieb diese während der Frühbronzezeit auf den 170 m langen Nordteil beschränkt. In dieser Zeit entstand eine Abschnittsbefestigung mit Innenwall und Außengraben. Die zugehörigen Funde weisen auf eine Lokalgruppe der Věteřovkultur. Nach der urnenfelder- (Stufe Hallstatt B), latenezeitlichen Siedlungstätigkeit war das Gebiet unter den Römern Teil der Provinz Noricum.

Ab dem 9. Jahrhundert von Slawen besiedelt, was urkundliche Angaben absichern. Um das Jahr 985 spricht eine Notiz von „Persnicha, wie es Wilhelm zu eigen besaß, und wo gegenwärtig dort siedelnde Böhmen die Felder bestellen“, daher der Name Böheimkirchen (Peheimkirchen), der Mitte des 11. Jahrhunderts belegt ist. Im 10. Jahrhundert scheint an den kasemattenartig an den Wall angebauten frühbronzezeitlichen Hausfundamenten Steinraub betrieben worden zu sein. Die Pfarrgründung „Pehaimschirchens“ erfolgte im 11. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde Böheimkirchen Markt und der Ort nahm einen Aufschwung: Es erfolgte eine Siedlungserweiterung, der spätgotische Ausbau der Kirche begann und für die Selbstverwaltung des Marktes wurde ein Rathaus errichtet. Kriege (Zerstörungen durch die Türken 1529 und 1683) und die Wirren der Glaubenskonflikte beendeten den Aufschwung. Bis ins 19. Jh. blieb die Häuserzahl gleich. 1734 und 1786 brannte der Ort nieder. Die Gemeinde Böheimkirchen entstand 1850. Die 1858 eröffnete Westbahn bewirkte einen abermaligen wirtschaftlichen Aufschwung. 1971 erfolgte die Vereinigung der ehemals selbständigen Gemeinde Jeutendorf mit Böheimkirchen. 1988 erhielt Böheimkirchen einen eigenen Autobahnanschluss, infolgedessen entstand das Betriebsgebiet Süd.

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist seit der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 der Abgeordnete zum Nationalrat Johann Hell. Den Gemeinderat bilden 25 Mandatare. Nach der Neu-Konstituierung des Gemeinderates auf Basis des Ergebnisses der Gemeinderatswahl 2015 verteilen sich die Mandate wie folgt: SPÖ 11, ÖVP 10, Liste GRÜNE 2, FPÖ 2.

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 4.506 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 4.145 Einwohner, 1981 3.946 und im Jahr 1971 3.828 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Böheimkirchen
Südostansicht der Filialkirche Lanzendorf mit dem schiefen Turm

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

Personen mit Beziehung zur Marktgemeinde

  • Manfred Deix (* 1949), Karikaturist, Grafiker und Cartoonist, in Böheimkirchen aufgewachsen
  • Johann Hell (* 1955), Politiker (SPÖ), Bürgermeister von Böheimkirchen
  • Daniela Zeller (* 1976), ehemalige Ö3-Moderatorin, in Böheimkirchen aufgewachsen[2]

Wirtschaft

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 177, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 152. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2071. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,04 Prozent.

Literatur

  • Wolfgang Häusler: Geschichte von Böheimkirchen, 1985
  Commons: Böheimkirchen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. orf.at - Vegetarisches von Daniela Zeller. Abgerufen am 4. Juni 2015.