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vom 27.03.2017, aktuelle Version,

Bischöfliche Residenz (Klagenfurt)

Die Bischöfliche Residenz in Klagenfurt, Mariannengasse Nr. 2, wurde 1769 bis 1776 nach Plänen des Wiener Hofarchitekten Nikolaus von Pacassi als Residenz der Erzherzogin Maria Anna, einer Tochter der Kaiserin Maria Theresia erbaut und um 1780 vermutlich von dem Wiener Barockarchitekten Franz Anton Hillebrand überarbeitet. Maria Anna bewohnte das Palais von 1781 bis zu ihrem Tod 1789. Danach wurde die Anlage Sitz der Gurker Bischöfe. Die ehemaligen Wohnräume der Erzherzogin im Obergeschoß dienen heute als Repräsentationsräume. Die Einrichtung wurde nach dem Tod Maria Annas verkauft und versteigert.

Beschreibung

Das Palais ist ein zweigeschoßiger Bau um einen hufeisenförmigen Ehrenhof. Die Fassade wird durch paarweise Lisenen gegliedert. Die neunachsige Hauptfront besitzt einen flachen, giebelbekrönten Mittelrisalit. Über dem geschmiedeten Tor zum Ehrenhof aus dem Rokoko ist das Wappen des Kardinal Salm angebracht. Im Ostflügel sind die Repräsentationsräume untergebracht. In der klassizistischen Vertäfelung eines Eckzimmers sind 13 von Georg Weikert gemalte Ölbildnisse der Salmschen Familie eingelassen.

Innenansicht der Kapelle

Die Kapelle im südseitigen Mitteltrakt ist der Mater dolorosa geweiht. Der einfache Saal in Stile des Empire wurde 1958 durch einen Umbau seiner architektonischen Gliederung beraubt. Anstelle des Altars ist eine 1801 von Johann Probst geschaffene, holzgeschnitzte und Bronze gefasste Kopie der Gurker Pietà von Raphael Donner aufgestellt, zu der die Statuen des Jüngers Johannes und der Maria Magdalena gestellt wurden. An der Nordwand der Kapelle stehen die Konsolstatuetten der heiligen Hemma und Johannes des Täufers.

Den Park hinter dem Palais legte ab 1776 Georg Till an.

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001. ISBN 3-7031-0712-X, S. 384.
  • Barbara Neubauer-Kienzl, Wilhelm Deuter und Eduard Mahlknecht: Barock in Kärnten. Mit einem Beitrag von Eva Berger. Universitätsverlag Carinthia, Klagenfurt 2000. ISBN 3-85378-489-5, S. 247, 248und 261.