Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 29.12.2018, aktuelle Version,

Diözese Gurk-Klagenfurt

Diözese Gurk-Klagenfurt
Erzdiözese SalzburgErzdiözese WienDiözese EisenstadtDiözese FeldkirchDiözese Graz-SeckauDiözese GurkDiözese InnsbruckDiözese LinzDiözese St. Pölten Karte Diözese Gurk-Klagenfurt
Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Österreich
Kirchenprovinz Salzburg
Metropolitanbistum Erzdiözese Salzburg
Diözesanbischof Sedisvakanz[1]
Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger (durch das Domkapitel)

Apostolischer Visitator: Erzbischof Franz Lackner

Fläche 9.533 km²
Dekanate 23 (2016 / AP 2017)
Pfarreien 336 (2016 / AP 2017)
Einwohner 557.641 (2016 / AP 2017)
Katholiken 381.000 (2016 / AP 2017)
Anteil 68,3 %
Diözesanpriester 239 (2016 / AP 2017)
Ordenspriester 46 (2016 / AP 2017)
Katholiken je Priester 1.337
Ständige Diakone 58 (2016 / AP 2017)
Ordensbrüder 57 (2016 / AP 2017)
Ordensschwestern 206 (2016 / AP 2017)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Latein, Deutsch
Slowenisch
Kathedrale Klagenfurter Dom
Konkathedrale Gurker Dom
Website www.kath-kirche-kaernten.at
Kirchenprovinz
Erzdiözese SalzburgErzdiözese WienDiözese EisenstadtDiözese FeldkirchDiözese Graz-SeckauDiözese GurkDiözese InnsbruckDiözese LinzDiözese St. Pölten Karte der Kirchenprovinz Salzburg
Über dieses Bild

Die Diözese Gurk (lateinisch Dioecesis Gurcensis, slowenisch Krška škofija, heute auch als Katholische Kirche Kärnten auftretend) ist eine römisch-katholische Diözese, die zur Kirchenprovinz Salzburg (Österreich) gehört. Der Bischofssitz befindet sich in Klagenfurt am Wörthersee. Ihr Territorium umfasst heute das Bundesland Kärnten. Der südliche Teil des Diözesangebiets wird neben einer deutschsprachigen Mehrheit auch von Kärntner Slowenen besiedelt. Aus diesem Grund sind die zentralen Diözesanstrukturen zweisprachig (Deutsch, Slowenisch) angelegt. So gibt es beispielsweise neben der Kärntner Kirchenzeitung auch ein Pendant in Slowenisch, die Nedelja (Sonntag). In 69 Pfarren Südkärntens ist Slowenisch neben Deutsch Liturgiesprache.

Geschichte

Ausdehnung nach 1131 (grau)
Wappen eines Fürstbischofs mit fürstlichen und bischöflichen heraldischen Würdezeichen.
Kärntner Pfarren mit zweisprachiger (deutsch-slowenischer) Liturgie

Das Bistum wurde 1072 als erstes der Salzburger Eigenbistümer gegründet. Sitz des Bischofs war Gurk in Kärnten. Als materielle Basis diente ein von Erzbischof Gebhard aufgelassenes Nonnenkloster (Stift Gurk), das einst die Gräfin Hemma von Gurk gestiftet hatte. Hemma gilt daher als eine der Gründerinnen des Bistums. Als erster Bischof wurde Günther von Krappfeld geweiht. Der Gurker Bischof sollte voll von Salzburg abhängig sein und für den Erzbischof als Vikar fungieren. Erst 1131 erfolgte die Zuteilung einer kleinen Diözese. Durch großangelegte Urkundenfälschungen wurde versucht, aus der Umklammerung Salzburgs zu kommen, was aber misslang. Ein langwieriger Prozess um das Bistum wurde auf dem Konzil von Basel ausgetragen.

Sitz der Bischöfe von Gurk war jahrhundertelang Schloss Straßburg (bis 1783), danach für kurze Zeit Schloss Pöckstein. Im Rahmen der josephinischen Kirchenreformen wurde 1787 der Bischofssitz nach Klagenfurt verlegt und das Bistum erheblich vergrößert: von Salzburg wurden 96, von Görz 56, von Laibach 5 und von Lavant eine Pfarre abgetreten. Als 1859 der Lavanter Bischofssitz nach Marburg an der Drau verlegt wurde, kam das Lavanttal zum Bistum Gurk; seitdem decken sich die Diözesangrenzen Gurks mit jenen des Bundeslandes Kärnten. Zu keinem Zeitpunkt jedoch wurde der Name der Diözese zugunsten von Klagenfurt verändert, der offizielle Name bleibt Diözese Gurk.

Die Bischöfe von Gurk trugen im Heiligen Römischen Reich den Titel eines Fürstbischofs. Der Gebrauch dieses Titels sowie die Verwendung der damit verbundenen weltlichen Würdezeichen (wie Fürstenhut und -mantel) wurde 1951 durch Papst Pius XII. auch formell abgeschafft.[2]

Über die Kirchengeschichte hinaus bekanntgeworden ist von den Gurker Bischöfen vor allem Kardinal Franz II. Xaver von Salm-Reifferscheidt, Organisator der Erstbesteigung des Großglockners. Balthasar Kaltner war der letzte Gurker Bischof, der als Virilist im Kärntner Landtag gesprochen hat.

Forstwirtschaft im Gurktal

Im Zusammenhang mit der Causa Alois Schwarz gab die Erzdiözese Salzburg am 20. Dezember 2018 bekannt, dass der Salzburger Erzbischof Franz Lackner von Papst Franziskus zum Apostolischen Visitator für die Diözese Gurk ernannt worden ist. Lackner erklärte, er werde diesen Dienst Mitte Jänner 2019 beginnen.[3]

Ende Dezember 2018 leitete die Staatsanwaltschaft Graz ein Ermittlungsverfahren gegen Altbischof Schwarz wegen Verdachts der Veruntreuung ein. Erstere hatte den Fall wegen möglicher Befangenheit der Staatsanwaltschaft Klagenfurt übernommen.[4]

Diözesanheilige

Der Landespatron von Kärnten ist der Heilige Josef (19. März), der Schutzheilige der Diözese ist Johannes der Täufer (24. Juni), die Heilige Hemma von Gurk (27. Juni) ist die Landesmutter.

Siehe auch

Literatur

  • Jakob Obersteiner: Die Bischöfe von Gurk. 1072–1822 (= Aus Forschung und Kunst. 5, ISSN 0067-0642). Verlag des Geschichtsvereins für Kärnten, Klagenfurt 1969.
  • Jakob Obersteiner: Die Bischöfe von Gurk. 1824–1979 (= Aus Forschung und Kunst. 22, ISSN 0067-0642). Verlag des Geschichtsvereins für Kärnten, Klagenfurt 1980.
  • Peter G. Tropper: Verleumdet? Verfolgt? Vertrieben? – Zur Stellung des slowenischen Klerus in Kärnten zwischen den Jahren 1914 und 1921. In: Werner Drobesch, Avguštin Malle (Hrsg.): Nationale Frage und Öffentlichkeit (= Kärnten und die nationale Frage. Bd. 2). Heyn u. a., Klagenfurt u. a. 2005, ISBN 3-7084-0015-1, S. 249–264.
  • France M. Dolinar: Kärntens katholische Kirche aus der Sicht der Slowenen – Vom Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie bis zur Verselbstständigung Sloweniens. In: Werner Drobesch, Avguštin Malle (Hrsg.): Nationale Frage und Öffentlichkeit (= Kärnten und die nationale Frage. Bd. 2). Heyn u. a., Klagenfurt u. a. 2005, ISBN 3-7084-0015-1, S. 291–307.
  Commons: Roman Catholic Diocese of Gurk  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zwölf Fragen und Antworten rund um die Zeit der Sedisvakanz. Abgerufen am 1. Juli 2018.
  2. Franz Gall: Österreichische Wappenkunde. Handbuch der Wappenwissenschaft. 2. Aufl. Böhlau Verlag, Wien 1992, S. 219, ISBN 3-205-05352-4.
  3. Erzbischof Lackner zum Visitator für Gurk ernannt. In: religion.orf.at. 20. Dezember 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018.
  4. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bischof Alois Schwarz. Kurier vom 28. Dezember 2018