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vom 11.01.2019, aktuelle Version,

Franz Lackner

Erzbischof Franz Lackner
Erzbischof Lackner (r.) neben Kardinal Marx beim Abschluss der Salzburger Hochschulwochen 2016
Franz Lackner beim Graz-Marathon mit Schülerinnen und Schülern des Akademischen Gymnasiums Graz und dem ehemaligen Direktor Josef Wilhelm, 10. Oktober 2010 [1]
Wappen als Weihbischof von Graz-Seckau
Wappen als Erzbischof von Salzburg (noch ohne Pallium) (Nachbildung)

Franz Lackner OFM (* 14. Juli 1956 in Feldbach, Steiermark als Anton Lackner[2]) ist seit 2013[3] als 91. Bischof von Salzburg der 90. Nachfolger des heiligen Rupert und der 79. Erzbischof von Salzburg. Seit 2015 ist er stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz.[4]

Leben

Franz Lackner ist in St. Anna am Aigen aufgewachsen, wo er eine Elektrikerlehre absolvierte. Zweimal war er 1978/79 für ein halbes Jahr als UNO-Soldat auf Zypern stationiert. Von 1979 bis 1984 besuchte Lackner das Humanistische Aufbaugymnasium in Horn.

Am 16. September 1984 wurde er Novize im Franziskanerorden. Die zeitliche Profess folgte am 16. September 1985, die ewige am 2. September 1989. Am 23. Juni 1991 empfing Lackner die Priesterweihe. Nach dem Magister der Theologie absolvierte Lackner an der Päpstlichen Universität Antonianum des Franziskanerordens in Rom das Studium der Philosophie mit einer Dissertation über das Thema Einheit und Vielheit bei Duns Scotus, die er mit summa cum laude abschloss. Anschließend war er Professor für Metaphysik am Antonianum.

Am 7. April 1999 wurde er zum Provinzial der Österreichischen Franziskanerprovinz gewählt. Zusätzlich wurde er im gleichen Jahr Professor für Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Heiligenkreuz, die seit Januar 2007 Päpstliche Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. genannt wird.

Am 23. Oktober 2002 erfolgte die Ernennung zum Weihbischof der Diözese Graz-Seckau und zum Titularbischof von Balecium. Der Bischof von Graz-Seckau, Egon Kapellari, spendete ihm am 8. Dezember 2002 im Grazer Dom die Bischofsweihe. Mitkonsekratoren waren der Altbischof von Graz-Seckau, Johann Weber, und der Erzbischof von Salzburg, Alois Kothgasser SDB. Er nahm den Wahlspruch Illum oportet crescere (dt. Jenem gebührt zu wachsen; Joh 3,30 EU) an (siehe bischöfliches Wappen als steirischer Weihbischof rechts, auch im erzbischöflichen Wappen darunter).

Am 8. September 2003 wurde er zum Bischofsvikar für die Aufgabenbereiche Ständige Diakone, Jugendarbeit sowie geistliche Berufungen ernannt. In der Österreichischen Bischofskonferenz war Lackner vom 4. November 2003 bis Juni 2009 Referatsbischof für Kinder- und Jugendseelsorge, bis März 2015 auch zuständig für Sport.

Das Salzburger Domkapitel wählte ihn aus einem Dreiervorschlag des Papstes Franziskus zum Nachfolger Alois Kothgassers als Salzburger Erzbischof, was am 13. November 2013 gemäß Konkordat von der österreichischen Bundesregierung bestätigt wurde. Papst Franziskus ernannte ihn am 18. November 2013 offiziell zum neuen Salzburger Erzbischof. Am 7. Jänner 2014 ergriff Lackner kanonisch die Erzdiözese Salzburg, die feierliche Amtsübergabe fand am 12. Jänner 2014, dem Fest der Taufe des Herrn, im Salzburger Dom statt.[5][6][7][8]

Lackner ist der Metropolit der Kirchenprovinz Salzburg. Ihm steht sowohl der Ehrentitel „Legatus natus“ (ständiger Botschafter des Heiligen Stuhls) als auch der des „Primas Germaniae“ (ohne Jurisdiktionsvorrang, aber mit liturgischem Präzedenzrecht) zu.[5] Er ist dadurch berechtigt, den Legatenpurpur überall zu tragen. Deshalb sind im Wappen Galero und die 20 Quasten nicht, wie für Erzbischofe üblich, grün, sondern rot gefärbt.

Erzbischof Lackner empfing am 29. Juni 2014, dem Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, von Papst Franziskus das Pallium, die Insigne eines Metropoliten.[9][10]

Nach dem am 28. Jänner 2015 vom Heiligen Stuhl angenommenen Rücktritt des steirischen Diözesanbischofs Egon Kapellari[11] ist Erzbischof Lackner seit Anfang März 2015 stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz.[4] In der Bischofskonferenz ist Franz Lackner seit November 2018 zuständig für den den Bereich „Ehe und Familie“ und die Thematik „Lebensschutz“.[12]

Der Salzburger Erzbischof ist begeisterter Sportler. In seiner Freizeit lief Lackner gerne Marathons (z. B. beim Graz-Marathon) und spielte selbst Fußball. Er ist Fan von SK Sturm Graz.[13]

2016 wurde er von Kardinal-Großmeister Edwin Frederick Kardinal O’Brien zum Großoffizier des Päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 27. Juli 2016 in der Wallfahrtsbasilika Maria Plain durch Bischof Alois Kothgasser, Großprior des päpstlichen Laienordens und emeritierter Erzbischof von Salzburg, in die österreichische Statthalterei investiert. Er gehört der Komturei Salzburg an.[14]

Wirken

Im Zusammenhang mit der Causa Alois Schwarz gab die Erzdiözese Salzburg am 20. Dezember 2018 bekannt, dass Erzbischof Lackner von Papst Franziskus zum Apostolischen Visitator für die Diözese Gurk ernannt worden ist. Lackner erklärte, er werde diesen Dienst Mitte Jänner 2019 beginnen.[15] Im Zusammenhang mit im Februar 2015 veröffentlichten Vorwürfen gegenüber dem Salzburger Weihbischof Andreas Laun, dieser habe in einem Vortrag im November 2014 „die Untaten der Nazis mit Homosexualität verglichen“, reagierte Erzbischof Lackner, ohne Laun dabei zu erwähnen, in einer Aussendung: „Weltanschauungsfragen und sexuelle Orientierungen dürfen in keinster Weise mit menschenverachtenden und totalitären Systemen (z. B.: Nationalsozialismus) in Verbindung gebracht werden. Die Kirche weiß sich den Menschenrechten verpflichtet und hat Respekt und Achtung vor der Würde jeder einzelnen Person.“ Laun selbst wies die Vorwürfe zurück, denn er habe „niemanden mit den Nazis verglichen“.[16]

Ehrungen und Auszeichnungen

Literatur

  • Franz Lackner, in: Internationales Biographisches Archiv 15/2014 vom 8. April 2014, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Franz Lackner: Gott hat gegeben: Von den Überraschungen des Lebens. 1. Auflage. Styria premium, Wien 2015, ISBN 978-3-222-13485-2.

Einzelnachweise

  1. Seite der Homepage des Akademischen Gymnasiums Graz
  2. Lackner, Franz auf orden-online.de. Zugriff am 12. November 2013.
  3. Mag. Dr. Franz LACKNER OFM, Porträt auf der Website der Österreichischen Bischofskonferenz, abgerufen am 17. April 2017.
  4. 1 2 Bischofskonferenz würdigt "vielbeachtete Stimme" Kapellaris, Website der Diözese Graz-Seckau, abgerufen am 6. März 2015.
  5. 1 2 Franz Lackner ist neuer Salzburger Erzbischof, Radio Vatikan, 18. November 2013.
  6. Salzburg: Papst ernennt Franz Lackner zum Erzbischof, religion.orf.at, abgerufen am 18. November 2013.
  7. Mitteilung der Erzdiözese Salzburg (Memento vom 31. Dezember 2013 im Internet Archive)
  8. Seite der Homepage der Diözese Graz-Seckau, abgerufen am 18. November 2013.
  9. youtube.com: „Holy Mass with the imposition of the pallium“ Offizieller Youtube-Account des Vatikan: „Heilige Messe mit der Auflegung des Pallium“
  10. vatican.va: Messbuch für die feierliche Eucharistie am Hochfest Petrus und Paulus mit der Auflegung des Palliums unter Vorsitz von Papst Franziskus (PDF) Veröffentlichung am 29. Juni 2014 in der Vatikanstadt (vgl. S. 3, Nr. 10)
  11. Rinunce e nomine, 28.01.2015, press.vatican.va, abgerufen am 28. Jänner 2015.
  12. bischofskonferenz.at: Presseerklärungen zur Herbstvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz, 5. bis 8. November 2018 in der Abtei Michaelbeuern, abgerufen am 9. November 2018.
  13. salzburg.com: „Erzbischof Lackner jubelte mit Sturm Graz“ (Art. von Othmar Behr, 14. April 2014, 11:47 Uhr) − (abgerufen am 23. April 2014, 09:16 Uhr).
  14. Erzbischof Lackner in Ritterorden aufgenommen, oessh.at, abgerufen am 5. Dezember 2017.
  15. Erzbischof Lackner zum Visitator für Gurk ernannt. In: religion.orf.at. 20. Dezember 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018.
  16. Nazi-Vergleich: Laun nimmt zu Vorwürfen Stellung, religion.orf.at, abgerufen am 1. Februar 2015.
  17. Ehrenzeichen des Landes Tirol 2016. Artikel vom 20. Februar 2016, abgerufen am 29. Februar 2016.
Vorgänger Amt Nachfolger
Alois Kothgasser SDB Erzbischof von Salzburg
seit 2014