unbekannter Gast
vom 14.09.2016, aktuelle Version,

Bozner Chronik

Die sogenannte Bozner Chronik ist eine in deutscher Sprache abgefasste annalistische Aufzeichnung über geschichtliche Ereignisse von Bozen und seiner Region, die vermutlich in Bozen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgezeichnet wurde.

Die Chronik aus der Feder eines anonymen Verfassers umfasst den Zeitraum von 1018 bis 1335 (bzw. 1366) und berichtet über zentrale örtliche historische Vorkommnisse, wie etwa die Rekonziliation zahlreicher Bozner Kirchen im Jahr 1180 durch Bischof Salomo von Trient im Kontext der Neugründung der städtischen Marktsiedlung von Bozen in spätstaufischer Zeit.[1] Die Bozner Chronik dokumentiert auch extreme Natureignisse wie beispielsweise eine Heuschreckenplage im Jahr 1338, die Bozen und das Überetsch heimgesucht habe, und ein Erdbeben im Jahr 1348.[2]

Handschriftliche Überlieferung

Einzelnachweise

  1. Hannes Obermair: Kirche und Stadtentstehung. Die Pfarrkirche Bozen im Hochmittelalter (11.–13. Jahrhundert). In: Die Dompfarre Bozen im Wandel der Zeiten. Bozen: Athesia 1995, S. 449–474, Bezug S. 462.
  2. Christian Rohr: Extreme Naturereignisse im Ostalpenraum: Naturerfahrung im Spätmittelalter. Köln u. a. 2007. ISBN 978-3-412-20042-8, S. 122 u. 473.
  3. Nach dem Handschriftenzensus der Universität Marburg

Literatur

  • Karl Ausserer: Die ‚Bozner Chronik‘ und ihre Nachrichten zur Geschichte der Stadt Bozen. In: Der Schlern 3, 1922, S. 387–393.
  • Josef Riedmann: Bozner Chronik. In: Verfasserlexikon 1 (1978), Sp. 977–978.
  • Bruno Mahlknecht: Die sogenannte „Bozner Chronik“ aus dem 14. Jahrhundert. In: Der Schlern 71, 1997, S. 372–381, 555–560, 583–592.
  • Josef Riedmann: Die sogenannte Bozner Chronik aus der Mitte des 14. Jahrhunderts als Geschichtsquelle. In: Stadtarchiv Bozen (Hrsg.): Bozen von den Grafen von Tirol bis zu den Habsburgern. Bozen 1999, S. 11–27.