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vom 16.04.2018, aktuelle Version,

Burg Weineck

Spärliche Mauerreste von Burg Weineck

Burg Weineck (auch Weinegg) bezeichnet eine Burgstelle am Virgl bei Bozen in Südtirol. Die ursprünglich sehr ausgedehnte, heute bis auf wenige Reste verschwundene Burg entstand im 12. Jahrhundert – der Stützpunkt des Hochstifts Trient und seiner Ministerialen im Bozner Raum wird 1165 erstmals urkundlich genannt. Die Anlage wurde am Ende des 13. Jahrhunderts durch den Tiroler Grafen Meinhard II. im Zuge seiner kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Trient zerstört und systematisch abgetragen. Über das Aussehen der Burg besteht keine Vorstellung. Die Lage der Hauptburg ist oberhalb der Kirche St. Vigil am Virgl anzunehmen, wie urkundliche Lagebezeichnungen des späten 15. Jahrhunderts („sandt Vigilien capelln under Weinegkh“) nahelegen.[1]

Die Familie, welche die Burg einst bewohnte, bestand auch nach der Zerstörung ihres Stammsitzes fort und nannte sich weiterhin von Weineck. Ihre Mitglieder wurden im 14. Jahrhundert auch politisch aktiv und spielten eine Rolle in den Auseinandersetzungen zwischen Adelsopposition und Landesfürst. Von 1365 bis 1426 gehörte ihnen die Burg Fragenstein.

Literatur

  • Josef Nössing: Weineck. In: Oswald Trapp: Tiroler Burgenbuch, Band VIII: Raum Bozen. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1989, ISBN 88-7014-495-X, S. 71–75.
  • Georg Innerebner: Schloß Weinegg und die Weinegger. In: Der Schlern. 29, 1955, S. 104–117.
  Commons: Burg Weineck  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts

Einzelnachweise

  1. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 176–177, Nr. 1195.